29. Januar 2015, 11:43
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Wirtschaftspolitik muss wieder Wirtschaftspolitik betreiben

Glauben Sie, dass die deutsche Politik genug für die deutsche Wirtschaft beziehungsweise deren Standortfaktoren tut? Ich nicht. Ich finde, dass Berlin deutlich nachlegen muss. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Halver-Kolumne

Halver-Robert-Baader-Bank-BBO4957 in Deutsche Wirtschaftspolitik muss wieder Wirtschaftspolitik betreiben

Robert Halver, Baader Bank: “Die deutsche Infrastruktur hat ihre besten Jahre hinter sich.”

Denn zunächst leidet unser Brot- und Butter-Exportgeschäft in der Eurozone unter Deflationstendenzen: Die Euro-Konsumenten verschieben ihren Konsum ebenso in die Zukunft wie die Euro-Unternehmen ihre Investitionen, weil es immer billiger wird.

Sie warten und hoffen darauf, dass – frei nach einer bekannten Werbebotschaft – aktueller Geiz zukünftig geil sein könnte. Wenn aber zu viele zu lange warten, fängt sich die Eurozone die japanische Deflationskrankheit ein, die – wenn man sie erst einmal hat – hartnäckig ist wie Kaugummi, der am Schuh klebt.

Ein hausgemachtes deutsches Wirtschafts-Handicap sind mangelnde Unternehmensinvestitionen. Große deutsche Unternehmen wie BMW, Siemens, SAP oder Bayer investieren offensichtlich lieber im Ausland – vor allem in den USA oder Asien – als in Deutschland.

Sie wissen warum und wir auch: Die Berliner GroKo hätte zwar alle wirtschaftspolitischen Möglichkeiten. Aber es kreiste der Berg und gebar nur eine Maus: Berlin reformiert den deutschen Wirtschaftsstandort nicht, sie verwaltet ihn nur. Muss wirklich erst der deutsche Mittelstand anfangen, umfassend fremd zu gehen, damit die Politik erkennt, dass Handlungsbedarf besteht?

Beim Wirtschaftswachstum ist Deutschland nicht mehr der Einäugige unter den Euro-Blinden

So ist es nicht verwunderlich, dass Spanien, Portugal, Irland und Griechenland (!) 2015 stärker wachsen als wir. Man mag zwar einwenden, dass diese Länder nach ihren dramatischen Wirtschaftseinbrüchen jetzt in den Genuss eines Basiseffektes kommen. Dennoch scheint es Ländern wie den USA, Kanada oder Großbritannien mühelos zu gelingen, hohe Wirtschaftswachstumsraten auch über die Zeit zu halten. Uns gelingt dies offensichtlich weniger gut.

Und was macht vor diesem Hintergrund die deutsche Regierung? Statt Gegenmaßnahmen zu ergreifen, ergötzt sich ihr Finanzminister daran, der erste Bundeskassenwart seit 1969 zu sein, der keine neuen Schulden mehr macht. Er spart und spart und spart …am falschen Ende, nämlich an der Wirtschaftsinfrastruktur Deutschlands.

Dabei müsste allen deutschen Politikern klar sein, dass eine solide deutsche Infrastruktur die entscheidende Basis für die sehr erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg gewesen ist.

Heutzutage hat die deutsche Infrastruktur ihre besten Jahre hinter sich. Wer braucht denn wirklich einen Spurhalteassistenten im Pkw? Die vielen Schlaglöcher in den Straßen machen ein Einschlafen des Fahrzeugführers doch ohnehin unmöglich.

Seite zwei: Mit Staatsschulden Gewinn machen

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BRSG: Wie der Vertrieb seine Rolle stärker nutzen kann

Seit über einem Jahr setzt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) Anreize für den Vertrieb, das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu forcieren. Doch wie ist es um die Ausrichtung des Vertriebs bestellt? Ein Kommentar von Dr. Matthias Wald, Leiter Vertrieb bei Swiss Life Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...