15. Juni 2016, 16:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Chinas Währung fällt auf tiefsten Stand seit fünf Jahren

Anfang des Jahres hatte es noch nach einer Stabilisierung ausgesehen. Nach neuen Tiefständen wird nun deutlich: Der Abwärtstrend von Chinas Währung Yuan ist nicht gestoppt. Ängste um den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft sorgen für Unruhe an den Märkten.

Yuan in Chinas Währung fällt auf tiefsten Stand seit fünf Jahren

Wert des Yuan sinkt rapide weiter

Mit Chinas Landeswährung geht es immer weiter bergab: Der Kurs des Yuan fiel am Mittwoch im Vergleich zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Am frühen Morgen wurden an der Börse in Shanghai für einen US-Dollar in der Spitze 6,6047 Yuan gezahlt – so viel wie zuletzt im Januar 2011.

Mehr als fünf Prozent auf den US-Dollar verloren

Nach einer leichten Erholung zum Jahresbeginn hat der Yuan damit seit dem vergangenen Sommer mehr als fünf Prozent zum Dollar verloren. Den anhaltenden Abwärtstrend begründeten Experten mit der weiterhin durchwachsenen Lage der chinesischen Wirtschaft. “Die Wirtschaftsdaten haben sich in den vergangenen Monaten nicht wirklich gebessert, weshalb die Skepsis gegenüber dem Yuan nun wieder zunimmt”, sagte der Pekinger Ökonom Hu Xingdou der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte bereits der Internationale Währungsfonds (IWF) ein trübes Bild gezeichnet: Sollte China die ausufernden Schulden seiner Unternehmen nicht schnell in den Griff bekommen, würde das Land auf “ernsthafte Probleme” zusteuern. Das Tempo der Reformen müsste dringend beschleunigt werden.

Wetten auf weiteren Verfall laufen

Wegen der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung in China sind viele Investoren schon seit Monaten pessimistisch gegenüber dem Yuan eingestellt. Sie wetten auf einen weiteren Verfall der Währung. Der US-Hedgefonds Kyle Bass prognostizierte etwa Anfang des Jahres, dass Chinas Währung in den kommenden drei Jahren um 40 Prozent einbrechen werde. Ähnliche Töne schlug Investoren-Legende George Soros an, der eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft “unausweichlich” nannte.

Das Kalkül der Spekulanten: Weil Chinas Wirtschaft so langsam wächst wie seit 25 Jahren nicht mehr und der Außenhandel zunehmend schwächelt, bleibt Peking mittelfristig keine andere Wahl, als den Yuan stark abzuwerten, um gegenüber anderen Ländern wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies birgt jedoch auch Risiken, weil solche Maßnahmen zu “Abwertungswettläufen” zwischen verschiedenen Staaten führen können.

Händler erklärten die erneuten Kursverluste am Mittwoch auch mit der Entscheidung des US-amerikanischen Finanzdienstleisters MSCI, chinesische Aktien nicht in einen am Markt stark beachteten Index aufzunehmen. Chinas Zentralbank hatte wiederholt versprochen, keine Abwertung herbeiführen zu wollen. Gleichzeitig versucht Peking seit Monaten, seine gewaltigen Devisenreserven einzusetzen, um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Das neue Tief zum Dollar zeigt nun jedoch, dass diese Bemühungen bisher erfolglos blieben. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Fusion der Provinzial-Versicherungen rückt näher

Die Fusion der Versicherer Provinzial Rheinland und Nordwest steht kurz vor dem Abschluss. Die Anteilseigner hätten sich auf eine Bewertung der Unternehmen und ein Fusionskonzept geeinigt, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Schritt soll rückwirkend zum 1. Januar 2020 umgesetzt werden.

mehr ...

Immobilien

Aareal Bank übertrifft trotz Gewinnrückgang die Prognosen

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat 2019 auch wegen der Trennung von faulen Krediten in Italien wie erwartet einen Gewinnrückgang verbucht. Das Betriebsergebnis sank um 22 Prozent auf 248 Millionen Euro, wie das im MDax gelistete Geldhaus am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen allerdings seine bereits gedämpfte Prognose und die Erwartungen von Analysten.

mehr ...

Berater

DSGVO – weitere Bußgelder in Millionenhöhe?

Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 werden Datenschutzverstöße immer häufiger geahndet. Auch von der Verhängung von Bußgeldern berichten die Medien in den letzten Monaten immer wieder. Häufig handelt es sich dabei um Forderungen gegen große Konzerne wie Facebook und Google. Gilt das auch für weniger bekannte und weniger große Firmen?

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB: Erneuter Exit-Rekord mit Cloud-Software

Der Private-Equity-Dachfonds RWB International II hat mit der Veräußerung der Anteile an dem US-Software-Unternehmen Anaplan durch einen Zielfonds einen Rückfluss von über 13 Millionen US-Dollar erzielt. Das eingesetzte Kapital wurde dabei mindestens verzehnfacht.

mehr ...

Recht

Berlins Bürgermeister für 75-Prozent-Steuer auf Gewinn bei Bodenspekulation

Bodenspekulanten in Deutschland sollen nach Meinung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) drei Viertel ihres Gewinns an den Staat abführen müssen. Müller schloss sich am Montag der Forderung von SPD-Chef Norbert Walter-Borjans nach einer sogenannten Bodenwertzuwachssteuer an.

mehr ...