24. August 2016, 08:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Der Devisenmarkt ist in Bewegung

Wer auf das richtige Pferd setzte, konnte mit Währungen in diesem Jahr bislang viel Geld verdienen. Aktuell gibt es noch weitere zahlreiche Chancen. Gastkommentar von Ursina Kubli, Bank J. Safra Sarasin AG

Kubli-Ursina-Sarasin-750 in Der Devisenmarkt ist in Bewegung

Ursina Kubli spekuliert über die künftige Entwicklungen an den Devisenmärkten.

Anleger in die japanische Valuta konnten sich in diesem Jahr besonders freuen, da der Yen seit Jahresbeginn nahezu 20% zugelegt hat. Gefolgt wird die Rangliste der stärksten G10-Währungen von den Rohstoffwährungen norwegische Krone, kanadischer Dollar sowie den Antipodenwährungen australischer und neuseeländischer Dollar. Auf den ersten Blick scheint bei dieser Kombination der stärksten G10-Währungen etwas nicht zu stimmen. Normalerweise fungiert der japanische Yen als sicherer Hafen, während die Rohstoffwährungen hingegen sehr zyklische Währungen sind. Demnach schließen sich Währungsgewinne in dieser Kombination aus. Der Yen ist bei hoher Risikoaversion an den Finanzmärkten besonders gefragt, während die Rohstoffwährungen in einem risikoaversen Umfeld in der Regel hohe Kursrückschläge erleiden.

Die Stimmung an den Finanzmärkten war entscheidend

Das einfache Raster von sogenannten «risk on» und «risk off»-Währungen hat in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert. Neben den Rohstoffwährungen gehörten auch das britische Pfund und die schwedische Krone in die Kategorie der «risk on»-Währungen, während der Schweizer Franken und der US-Dollar neben dem Yen zu den «risk off»-Währungen gehörten. Die richtige Einschätzung der Stimmung an den Finanzmärkten hatte meist zu einer guten Einordnung der zukünftigen Währungsbewegungen geführt.

Realzinsen sind entscheidend

Die Schwankungen im Risikoappetit sind im Jahr 2016 als Währungstreiber offenbar in den Hintergrund getreten. Erklärt werden die Bewegungen an den Devisenmärkten vielmehr durch die Entwicklung der Realzinsen. Anfang Jahr waren die Realzinsen mit der Ausnahme von Norwegen und Kanada noch in den meisten Währungsräumen positiv. Inzwischen liegen die Realzinsen einzig in Australien, den USA und in Japan im positiven Bereich. Die langfristigen Realzinsen betragen in Australien noch immer mehr als 1,0 Prozent und erklären, weshalb der australische Dollar in diesem Jahr trotz Zinssenkungen der australischen Zentralbank (RBA) von je 25 Basispunkten im Mai und August zulegen konnte. Auch die Realzinsdifferenzen zwischen den USA und Japan haben sich in diesem Jahr zu Gunsten des Yen entwickelt. Innerhalb eines Jahres hat sich die langfristige Realzinsdifferenz zwischen den USA und Japan von 1,75 Prozent auf knapp 0,5 Prozent verringert und zum stärkeren Yen beigetragen. Auch beim EUR-USD können die Realzinsdifferenzen den höheren Wechselkurs erklären.

In einem anhaltenden Tiefzinsumfeld wird die Suche nach Rendite bei den Währungen das überragende Thema bleiben. Im G10-Währungsuniversum dürften die Währungen australischer Dollar, US-Dollar und japanischer Yen unterstützt bleiben. Die positiven Realzinsen in Japan werden der BoJ praktisch verunmöglichen, den positiven Trend des Yen nachhaltig zu kehren. Bei Währungen mit negativen Realzinsen, in welchen die Geldpolitik sogar noch weiter gelockert werden könnte, namentlich in der Eurozone und in der Schweiz, bleiben wir entsprechend vorsichtig. Ursina Kubli ist Ökonomin, Bank J. Safra Sarasin AG, Basel

Foto: Bank J. Safra Sarasin

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BRSG: Wie der Vertrieb seine Rolle stärker nutzen kann

Seit über einem Jahr setzt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) Anreize für den Vertrieb, das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu forcieren. Doch wie ist es um die Ausrichtung des Vertriebs bestellt? Ein Kommentar von Dr. Matthias Wald, Leiter Vertrieb bei Swiss Life Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...