Deutsche AM: EU verliert marktfreundlichstes großes Mitglied

Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management, sieht lange Liste potenzieller Auswirkungen durch den Brexit.

Stefan Kreuzkamp, DeAWM
Stefan Kreuzkamp, DeAWM

Innerhalb weniger Tage ist aus dem Brexit-Risiko ein Fakt geworden. Die Auswirkungen werden nicht schön sein, weder auf den Finanzmärkten noch in der Politik. Das Votum ist ein Schock und straft alle Marktteilnehmer, die bereits im Lauf der Woche auf einen Verbleib der Briten gesetzt hatten. Wir erwarten kurzfristig weiter volatile Märkte, was wir aber  selektiv auch als Einstiegsgelegenheiten nutzen werden.

Ganze Reihe potenzieller negativer Auswirkungen

Die Liste potenzieller negativer Auswirkungen dieser Entscheidung ist lang. Umso wichtiger ist es, auch die positiven, oder zumindest stabilisierenden Faktoren zu nennen. Kurzfristig entscheidend ist, dass sich Notenbanken und Regierungen intensiv auf dieses Ergebnis vorbereitet haben und alles tun werden, um unmittelbare Schocks abzufangen. Längerfristig besteht auf europäischer Seite zumindest die Hoffnung, dass nun einige Entscheidungen, ohne Rücksicht auf britische Sonderwünsche, schneller gefällt werden könnten. Auf britischer Seite dürften Unternehmen mit hohem Exportanteil wiederum das schwächere Pfund begrüßen.

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Wie in Zukunft die Beziehung zwischen Großbritannien und seinen wichtigsten Handelspartnern aussieht, ist nun vollkommen in der Schwebe. Diese Unsicherheit wird so schnell nicht verschwinden und große Auswirkungen auf Finanzmärkte und Realwirtschaft haben.

Selbst wenn der Rest der EU diese Krise halbwegs unbeschadet übersteht, sind die langfristigen Auswirkungen des Brexit eher erschreckend. Die EU verliert mit Großbritannien sein marktfreundlichstes großes Mitglied. Die Länder, die wie Großbritannien der Idee des freien Marktes anhängen, machen sich nun wohl zu Recht große Sorgen.

Foto: Deutsche AM

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