Anzeige
27. Juli 2016, 09:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Bank überzeugt Investoren mit Halbjahreszahlen nicht

In den vergangenen Monaten sackte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank dramatisch ab. Die Investoren waren auch zuletzt skeptisch bei der Gewinnentwicklung. Diese Befürchtungen stellten sich mit der Vorlage der Halbjahreszahlen als nicht ungerechtfertigt heraus.

Deutsche-Bank-Filiale in Deutsche Bank überzeugt Investoren mit Halbjahreszahlen nicht

Bei der Deutschen Geschäft bleibt das Geschäft weiterhin schwierig.

 

Das Institut bezahlt ihren Radikalumbau mit einem herben Gewinneinbruch. Ein Minigewinn von gerade noch 20 Millionen Euro blieb Deutschlands größtem Geldhaus nach Angaben vom Mittwoch für das zweite Quartal 2016 unter dem Strich übrig – ein Jahr zuvor hatte der Frankfurter Dax-Konzern noch 818 Millionen Euro verdient.

Konzernchef John Cryan hatte das Jahr 2016 zum Übergangsjahr erklärt und mehrfach betont, er schließe nach dem Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro 2015 rote Zahlen für das laufende Jahr nicht aus. Für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres steht nun ein Überschuss von 256 Millionen Euro in den Büchern.

Verschärfung des Sparprogramms möglich

Bei der Vorlage des Zwischenberichts äußerte sich Cryan zufrieden mit den erzielten Fortschritten bei der Neuausrichtung. Gleichwohl kündigte der Brite an, das Sparprogramm notfalls zu verschärfen: “Ich möchte hier nichts beschönigen: Sollte es bei diesem schwachen wirtschaftlichen Umfeld bleiben, müssen wir bei unserem Umbau noch ehrgeiziger werden, als wir es ohnehin schon sind. Und wir werden schon jetzt alles daran setzen, die geplanten Schritte zu beschleunigen.”

Auf den Weg gebracht wurde bereits die Schließung von bundesweit 188 Filialen und der Abbau von knapp 3000 Vollzeitstellen in Deutschland. Über die Streichung von etwa 1000 weiteren Stellen in anderen Bereichen in Deutschland wird noch verhandelt. Weltweit will die Bank bis 2018 unter dem Strich insgesamt 9000 Arbeitsplätze abbauen. Aus zehn Auslandsmärkten zieht sich die Deutsche Bank ganz zurück.

Vielfältige Belastungen

Die Kosten für den Umbau drückten ebenso auf die Quartalsergebnisse wie die allgemeine Unsicherheiten an den Kapitalmärkten unter anderem nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union (Brexit-Votum). Auch die anhaltend niedrigen Zinsen schlagen wie bei anderen Instituten immer stärker auf die Ergebnisse durch. Zudem musste die Deutsche Bank ihre Risikovorsorge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast drei Viertel auf 259 Millionen Euro erhöhen – unter anderem wegen höherer Wertberichtigungen in der Schiffsfinanzierung.

Die Erträge – die gesamten Einnahmen der Bank – sackten im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro ab. Dabei gab es in allen Geschäftsbereichen Einbußen – mit Ausnahme der zum Verkauf stehenden Postbank.

Kapitalpolster etwas dicker

Vor Steuern verdiente die Deutsche Bank von April bis Ende Juni 408 Millionen Euro – zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor (gut 1,2 Mrd Euro). Gedrückt wurden der Vorsteuergewinn durch Aufwendungen für Konzernumbau und Abfindungen (207 Mio Euro), Rechtsstreitigkeiten (120 Mio Euro) und durch Wertberichtigungen (285 Mio Euro).

Cryan drückt beim Thema Altlasten aufs Tempo. Bei der Hauptversammlung im Mai hatte er gesagt: “Bei aller Vorsicht sehe ich uns – was unsere Rechtsstreitigkeiten angeht – allmählich auf der Zielgeraden.” Einige größere Fälle wie einen Geldwäscheverdacht in Russland und Vergleichsverhandlungen wegen krummer Hypothekengeschäfte in den USA will die Bank möglichst noch im laufenden Jahr vom Tisch haben.

Bei ihren Puffern für Krisenzeiten machte die Deutsche Bank etwas Boden gut. Die harte Kernkapitalquote kletterte zum Ende des zweiten Quartals leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent. (dpa-AFX/tr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeder zweite Versicherer Opfer von Cyber-Kriminalität

Die Fälle von Cybercrime in der Versicherungsbranche häufen sich. Mehr als jeder zweite Versicherer (53 Prozent) war in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Cybercrime.

mehr ...

Immobilien

Deutsche Euroshop bleibt dank Zukauf und Niedrigzinsen auf Wachstumskurs

Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilieninvestor Deutsche Euroshop AG bleibt dank eines Zukaufs in Tschechien und gesunkener Finanzierungskosten auf Wachstumskurs. Das Konzernergebnis ging allerdings leicht zurück.

mehr ...

Investmentfonds

Raum für eine staatliche Kryptowährung?

Schweden plant, im nächsten und übernächsten Jahr die e-krona einzuführen. Darüber, ob man eine von der Zentralbank initiierte Kryptowährung braucht, sprachen Kerstin af Jochnick von der schwedischen Zentralbank und Professor Sandner von der Frankfurt School of Finance. Die ersten Eindrücke vom Faros Institutional Investors Forum.

mehr ...

Berater

Mitarbeiterpotenzial voll ausschöpfen

Unternehmen bleiben profitabel, solange sie ein erfolgreiches Vertriebsmanagement mit engagierten Mitarbeitern besitzen. Schätzungen zufolge geben Firmen daher pro Jahr 1.000 Euro pro Arbeitnehmer im Rahmen von Schulungsmaßnahmen aus.

mehr ...

Sachwertanlagen

HTB: Investition in gut 50 Zielfonds in acht Monaten

Die HTB Gruppe aus Bremen hat innerhalb von rund acht Monaten die Zielfondsanteile für den Zweitmarktfonds HTB 8. Geschlossene Immobilieninvestment Portfolio erworben – und tritt gelegentlicher Kritik am Blind Pool Konzept entgegen.

mehr ...

Recht

Et hätt noch immer jot jejange: Wirtschaft unvorbereitet auf Brexit

Laut Theresa May ist der Gordische Knoten bei den Brexit-Verhandlungen durchschlagen. Ob der Kompromiss das britische Parlament passiert, darf bezweifelt werden, bringen sich doch Mays Gegner bereits in Position.

mehr ...