Emerging-Markets-Anleihen sind eine Alternative zum Zinstief

Aktuell rentieren die Anleihen vieler Industrieländer im negativen Bereich. Cash. hat mit Dan Sauer (Nordea Head of Sales Germany) und Matt Duda (Fondsmanager, Nordea 1 – Emerging Market Bond Fund) über attraktive Investitionsmöglichkeiten in Emerging-Markets-Anleihen gesprochen, die immer noch ordentliche Gewinne ermöglichen.

Matt Duda sieht für einige Schwellenländer-Anleihen großes Kurssteigerungsporzential.
Matt Duda sieht für einige Schwellenländer-Anleihen großes Kurssteigerungspotenzial.

Aktuell haben Sie zwei Nordea Fonds im Bereich von Emerging Markets-Anleihen auf dem deutschen Markt. Bitte erläutern Sie die Strategie Ihrer Fonds.

Sauer: Der Nordea 1 – Emerging Market Bond Fund verfolgt einen eher klassischen „Emerging Market Debt“-Ansatz (EMD). Er investiert in auf Hartwährungen denominierte Staats- und Quasi-Staatsanleihen mit opportunistischer Allokation gegenüber Hartwährungs-Unternehmensanleihen. Der Nordea 1 – Emerging Market Blend Bond Fund hingegen vermischt auf Hart- und Lokalwährungen lautende Schwellenländeranleihen. Diese Strategie bietet Anlegern langfristig ein breiter diversifiziertes Ertragsprofil.

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Anleihen-Investments aus? Wie analysieren Sie die unterschiedlichen Märkte und wie ist Ihr Team zusammengesetzt, welches diese Arbeiten durchführt?

Duda: Bei Schwellenländer-Investments kommt es vor allem auf die Länderallokation an. Daher untersuchen wir auf Länderebene Fundamentaldaten, Relativwert und technische Daten. Unser Team vereint diese drei Betrachtungswinkel zu einer „Sovereign Matrix“. Diese wird durch die größten Risikofaktoren – also potenzielle Szenarien – ergänzt, die nach unserer Ansicht zu einer Out- oder Underperformance im Vergleich zur Benchmark führen könnten. In dieser Analyse bedienen wir uns qualitativer Faktoren wie dem politischen Risiko, Konsistenz in der Politik und dem Grad der strukturellen Ungleichgewichte im Land. Diese Risikodeterminanten helfen uns dabei, potenzielle Verlagerungen im Marktsentiment zu identifizieren, die die Performance und Volatilität beeinflussen könnten.

Unser Team besteht aus 27 Experten, die ein globales Top-Down Makroresearch mit einem Bottom-Up-Research verbinden, um mögliche Alpha-Quellen im EMD-Universum zu identifizieren. Darüber hinaus setzt das Team auch auf Hintergrundwissen von externen Research-Unternehmen und politischen Beratern in verschiedenen Ländern.

Welche Länder haben Sie derzeit im Fokus und warum? Welche Länder haben Sie eher untergewichtet?

Duda: In unserem Hartwährungs-Portfolio sind wir derzeit unter anderem in Brasilien, Russland und Indonesien übergewichtet. Nach einer schweren und andauernden Phase wirtschaftlicher und politischer Reformen sind wir der Überzeugung, dass ausgewählte brasilianische Staats- und Quasistaatsanleihen Erträge versprechen. Auch Russland bekommt seine strukturellen Probleme immer besser in den Griff. Und in Indonesien erwarten wir langfristig ein verbessertes Kreditrating.

Untergewichtet sind wir beispielsweise in den Philippinen und in Polen. Zwar sind die Philippinen ein relativ stabiler Emittent, allerdings sind die Staatsanleihen vergleichsweise teuer bewertet. Zudem sind sie anfällig gegenüber politischen Schwankungen. Auch Polen ist zwar grundsätzlich stabil, aber nicht attraktiv bewertet, so dass wir ganz einfach die Alternativen bevorzugen.

Die Schwellenländer bieten weiteres Kurspotenzial bei den Anleihen

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