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19. Dezember 2016, 08:31
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EZB drosselt Anleihenkäufe zu früh

Mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung folgt die EZB der Fed und reduziert in einem ersten Schritt ihre Anleihenaufkäufe.

Banken-EZB-Aufsicht-Frankfurt in EZB drosselt Anleihenkäufe zu früh

Die Zentralbanken werden auch im Jahr 2017 eine entscheidende Rolle spielen.

Oobwohl Präsident Draghi nach der letzten Sitzung des EZB-Rats jeden Anschein von Tapering zu vermeiden suchte, sehen die Volkswirte von Standard Life Investments (SLI) mit dem Zurückfahren des Volumens der monatlichen Anleihekäufe und der angekündigten Zinserhöhungen durch die Fed weltweit den Zenith der monetären Stimuli überschritten.

Kein Anlass zur Verwässerung

Stephanie Kelly, bei SLI für die politische Analyse zuständig, gibt jedoch zu bedenken, dass für eine solche Verwässerung der Geldpolitik – zumindest in Europa – noch kein Anlaß bestehe. Nur durch den Wegfall des Basiseffekts beim Ölpreis würde die Inflation in 2017 auf 1,2 Prozent steigen, und auch für 2018 erwartet sie gerade einmal eine (Headline-)Inflationsrate von 1,4 Prozent.

Anders als vielleicht in den USA sei in Europa auch nicht zu erkennen, dass eine lockere Fiskalpolitik aller Staaten die Last von der EZB nehmen würde. Und durch ihr Bremsmanöver könnte die Zuversicht, dass die EZB auf jeden Fall ihr Inflationsziel erreichen wolle, abnehmen – was im Falle von Extremrisiken die Schutzdecke über den Anleiherenditen, vor allem der Peripheriestaaten, wegziehen könnte.

Politik aktuell unkalkulierbar

“Dabei könnten in 2017 politische Ereignisse durchaus solche Extremrisiken darstellen”, schreibt Kelly. Die in der Eurozone immer noch schwache wirtschaftliche Erholung habe nicht alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen erreicht, was den europakritischen Populismus unterstütze. Auch wenn dank der Wahlsysteme in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden populistische Parteien wohl kaum an die Macht kämen, so würde doch die von den Wahlen ausgehende Unsicherheit für Nervosität an den Märkten sorgen und das Wachstum drücken können. (tr)

Foto: Shutterstock

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