15. Dezember 2016, 16:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fed-Zinsentscheidung: So denkt der Markt

Die Fed hat wie erwartet geliefert und den Leitzins um 25 Basispunkte heraufgesetzt. Bei den Experten stößt die Maßnahme dennoch auf ein geteiltes Echo.

Yellen in Fed-Zinsentscheidung: So denkt der Markt

Fed-Chefin Janet Yellen hat für 2017 bis zu drei weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt.

Exakt ein Jahr nach der ersten Zinsanhebung hat die Federal Reserve Bank erneut an der Zinsschraube gedreht und die Leitzinsen in einen Korridor von 0,5 bis 0,75 Prozent gehievt und für 2017 weitere Zinsschritte angekündigt. Wie der Markt die Heraufsetzung bewertet.

Thanos Bardas, Head of Global Rates und Portfolio-Manager, Neuberger Berman:

Seit dem Sommer gab es Zeichen der Zentralbanken, dass sie wieder auf Stimuli setzen. Die EZB sprach von Tapering und die Bank of Japan hat im September die aggressive Negativzinspolitik zugunsten eines bescheidenen Bond-Rate-Targeting-Programms aufgegeben. Gleichzeitig scheinen die Regierungen sich in Richtung auf mehr steuerliche Anreize zur Unterstützung der Wirtschaft zu bewegen. Beide Trends verdeutlichen, dass die “exotische” Geld-und Kreditpolitik – bis zu einem gewissen Grad wirkungsvoll – auch einige Mängel aufweist. Glücklicherweise hat die entwickelte Welt Zeichen der Reflation gezeigt. Großbritannien erlebte dies schon früh, als nach dem Brexit inflationsgebundene Anleihen binnen einer Woche um 40 Basispunkte in die Höhe schossen, getrieben weitgehend durch Geldentwertung aber auch durch die geldpolitische Lockerung der Zentralbank in Zusammenhang mit einer starken Wirtschaft. In jüngerer Zeit wirken die Kräfte der Reflation auch in den USA, wo die Wirtschaftsdaten sich verbessert haben und Trumps Sieg die Aktienmärkte stützt.

Edwin Gutierrez, Head of Emerging Market Sovereign Debt, Aberdeen Asset Management:

Während diese Erhöhung keine Überraschung war, ist es viel entscheidender, ob sich die Fed tatsächlich für ein höheres Tempo bei den Zinserhöhungen im kommenden Jahr entscheidet. Es gibt einige Hinweise, dass die erwartete Fiskalpolitik Trumps die Fed dazu veranlassen wird, die Zinsen zügiger zu erhöhen, als sie dies geplant hatte. Eine schnelle Anhebung würde den Emerging Markets schaden. Aber Maßnahmen wie die von Trump beabsichtigte Änderung bei der Steuer werden Zeit benötigen und es ist daher unwahrscheinlich, dass die Fed hierauf schon bald reagieren wird.

Die zwei wichtigsten Faktoren, welche das Schicksal der Emerging Markets bestimmen, sind die Rohstoffe und die amerikanischen Staatsanleihen. Die Rohstoffpreise steigen aufgrund der zunehmenden Nachfrage aus China, des OPEC-Deals und der Erwartung einer anziehenden Inflation in den USA sobald Trump sein Amt angetreten hat. Dies hilft Rohstoffexporteuren wie Russland und Brasilien, wird den importierenden Staaten aber schaden. Die Rally bei den US Treasuries trifft alle Emerging Markets. Einige von ihnen, wie die Türkei, leiden mehr als andere, da sie stark von Auslandsfinanzen abhängig sind und die Rally der US Anleihen schlechte politische Entscheidungen bloßstellt. Insgesamt sind viele Emerging Markets aber weniger verwundbar als in der Vergangenheit, denn sie haben ihre Leistungsbilanzdefizite reduziert und sind heute nicht mehr so stark von Kapitalzuflüssen abhängig wie früher.

Seite zwei: Tröstliches für die EZB

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

LV 1871 erweitert fondsgebundenes Angebot

Moderne Vorsorgelösungen für die ganze Familie: Pünktlich zur DKM 2019 erweitert die Lebensversicherung von 1871 die Produktpalette der fondsgebundenen Rentenversicherungen. „StartKlar“ und „MeinPlan“ werden mit „MeinPlan Kids“ und der „MeinPlan Basisrente“ zur „MeinPlan“ Produktfamilie. Zudem bietet die LV 1871 ab sofort ein neues Nachhaltigkeitsportfolio für alle fondsbasierten Versicherungen an.

mehr ...

Immobilien

Erstes Hotelprojekt von Novum Hospitality bei Barcelona gesichert

Mit der Unterzeichnung des Franchise- und Mietvertrags mit der InterContinental Hotels Group und dem Hamburger Projektentwickler Europa-Center sichert sich Novum Hospitality das erste Hotelprojekt in Spanien.

mehr ...

Investmentfonds

BlackRock Managed Index Portfolios von WWK IntelliProtect

Die WWK Lebensversicherung bietet bei ihren Fondsrenten mit Garantie in allen Schichten ab sofort auch vier ETF-basierte BlackRock Managed Index Portfolios an.

mehr ...

Berater

Nur wenige Banken erhöhen die Gebühren

Trotz schwächelnder Gewinne setzt im Augenblick nur eine Minderheit der Kreditinstitute in Deutschland auf Gebührenerhöhungen. Bei einer Umfrage unter 120 Geldhäusern gaben 16 Prozent an, in diesem Jahr an der Gebührenschraube zu drehen. Das geht aus einer Untersuchung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

PIM-Insolvenzverwalter auf Goldsuche

Der vorläufige Insolvenzverwalter der PIM Gold GmbH, Rechtsanwalt Dr. Renald Metoja, hat mit der Auswertung der Buchhaltung des Unternehmens begonnen. Daneben geht er einer eigenen Mitteilung zufolge Hinweisen auf den Verbleib weiterer Vermögenswerte nach.

mehr ...

Recht

Financial Modeling für Start-ups: Erfolg bei Finanzierungsrunden

Zu den kritischen Erfolgstreibern bei Start-ups zählen nicht nur bahnbrechende Ideen und innovative Produkte, sondern auch ein solides umfassendes Konzept – der Business Plan. Er wird regelmäßig in einem Finanzmodell in Excel zusammengefasst und insbesondere bei Finanzierungsrunden von den potenziellen Investoren unter die Lupe genommen. Für ein zielführendes Pitch Deck oder für eine erfolgreiche Finanzierungsrunde sollte das Finanzmodell entsprechend der „goldenen Regeln” des Financial Modeling aufgebaut werden.

mehr ...