Jenseits von BRIC investieren

Auf der Suche nach Rendite richtet sich der Blick von Investoren immer mehr in Schwellenländer abseits des Mainstreams. Während die BRIC-Staaten bekannt sind, halten bisher für den Anleger nicht erschlossene Regionen attraktiven Renditechancen bereit. Ein Kommentar von Thomas Lenerz, I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH

Die Capital Group bringt Emerging-Markets-Strategien nach Europa.
Es gibt mehr aussichtsreiche Emerging-Markets als Brasilien, Russland, Indien oder China

Aktuell gibt es eine ganze Reihe an Ländern, denen Experten einiges zutrauen. Vietnam beispielsweise gilt bereits seit Längerem als einer der spannendsten Emerging Markets. Das Land ist im vergangenen Jahr mit 6,8 Prozent schneller gewachsen als erwartet. Ein Freihandelsabkommen mit Südkorea kann dafür sorgen, dass Vietnam als Produktionsstandort noch attraktiver wird. Gleichzeitig liegt die Inflation mit unter zwei Prozent auf einem Rekordtief.

An der Börse ist es noch sonniger: Der Index FTSE Vietnam, auf den es einen ETF gibt, hat nach einer Korrektur zu Jahresbeginn mehr als 15 Prozent gewonnen.

Chancen in Korea

Der südkoreanische Kospi-Index zeigt einen ähnlichen Verlauf. Auch hier hat es Anfang Januar einen Rücksetzer gegeben, bevor der Index um mehr als zehn Prozent gestiegen ist. Das Land setzt mit einem Konjunkturpaket Impulse, um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Zuletzt hatte es massive Probleme in der Schifffahrtsindustrie gegeben, die die Entwicklung dämpften. Elektronikgiganten wie Samsung und LG sorgen dafür, dass das Land in der technologischen Entwicklung ganz vorne mitspielt. Das vorübergehende Problem beim Samsung Galaxy S7 sollte dabei dem Wachstum nicht im Wege stehen.

Auch Afrika bietet Chancen, selbst wenn der Motor in Nigeria, einem der Musterschüler, gerade etwas stottert. Terror lähmt Teile des Staates südlich der Sahara, die niedrigen Rohstoffpreise machen der Wirtschaft zu schaffen. Wenn sich diese erholen, wird das Wachstum in Afrika wieder anspringen.

Frischer Blick auf Schwellenländer

Für Privatanleger kann sich der Blick auf frische Emerging Markets also lohnen. Die Frage ist nur, wie? Bei aktiven Fonds steht die spezifische Länderkompetenz und strategische Weitsicht des Assetmanagers bei der Auswahl der Werte im Fokus. Sind diese vorhanden, lohnen sich die Gebühren des Fonds. Kostengünstiger geht es mit passiven börsennotierten Indexfonds (ETFs), welche die jeweiligen Länderindizes abbilden. Auch dabei muss man aber die Zusammensetzung der Aktienkörbe immer im Blick behalten und gegebenenfalls regelmäßig in neue ETFs umschichten.

Thomas Lenerz ist Direktor bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH, Neuss

Foto: I.C.M.

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