28. Oktober 2016, 08:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Schwellenländer haben das Comeback geschafft

Nach einem sehr volatilen Börsenjahr 2015 verlief die aktuelle Zwölfmonatsperiode an den Kapitalmärkten der Schwellenländer eher gemischt. Gastkommentar von Didier Saint-Georges, Carmignac

Carmignac Didier Saint-Georges-Kopie in Die Schwellenländer haben das Comeback geschafft

Didier Saint Georges untersucht die aktuelle Entwicklung bei den Schwellenländern.

Nach einem starken Einbruch im Januar profitierten Schwellenländer von einem günstigeren Wirtschaftsklima und verzeichneten nach dem Rekordtief im Januar eine deutliche Erholung. Grund hierfür waren gestiegene Rohstoffpreise, ein schwächerer US-Dollar, ein expansiverer Kurs der Fed und ein allgemein verbessertes wirtschaftliches Umfeld in China.

Lichtblick Lateinamerika

In Brasilien deuten die Wirtschaftsindikatoren insgesamt auf eine Verbesserung hin. Hinzu kommt, dass sich aufgrund eines schwächeren Reals der aktuelle Leistungsbilanzsaldo weniger dramatisch darstellt: Das Defizit konnte auf weniger als drei Prozent des BIP gesenkt werden. Dieser willkommene Rückgang ging Hand in Hand mit mehr Direktinvestitionen aus dem Ausland – Ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen der Anleger wiederhergestellt wird. Gleichzeitig konnten in Argentinien Präsident Macri und sein Team einige Fortschritte erzielen. Außerdem haben sich die Fundamentaldaten des Landes sichtbar verbessert. Insofern stellt sich das Investitionsklima in beiden südamerikanischen Staaten deutlich verbessert dar.

Die Zahlungsbilanz Mexikos hat sich aufgrund anhaltend niedriger Rohölpreise und einer geringeren Fördermenge hingegen weiter verschlechtert. Darüber hinaus haben die anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA, insbesondere die jüngsten Aussagen von Donald Trump, zu einem Wertverlust des Peso geführt. Dadurch erscheint allerdings das Risiko-Rendite-Profil für Mexiko und den mexikanischen Peso attraktiver, da mittlerweile eine übermäßig hohe Wahrscheinlichkeit eines Wahlerfolgs von Trump eingepreist ist – wenngleich dieser Wert mittlerweile leicht zurückgegangen ist. In jedem Fall ist es zentral, sich auf Unternehmen mit einer hohen Ertragsvisibilität, einer soliden Bilanz und attraktiven, freien Cashflow-Renditen zu konzentrieren, die ihr Wachstum selbst und somit unabhängig von Wachstumsaussichten finanzieren können.

Hoffnungsträger Indien

Allgemein werden die Schwellenländermärkte nach wie vor stark von China geprägt. Noch vor wenigen Monaten herrschte unter den Anlegern große Sorge hinsichtlich Chinas Zahlungsbilanz und der makroökomischen Indikatoren im Land der Mitte. Bei beiden Aspekten haben sich die Bedenken aber mittlerweile gelegt, was die aktuelle Rallye erklärt. Die Regierung in Peking hat eine Vielzahl an – mitunter drakonischen – Maßnahmen eingeleitet, um dem Risiko der Kapitalflucht zu begegnen. Außerdem hat die Zentralbank ein breit angelegtes Anreizprogramm gestartet, das einen schwindelerregenden Anstieg des Kreditvolumens ausgelöst hat.

Von Indien sind wir weiterhin mit am stärksten überzeugt. Reformen im Inland wurden klar priorisiert und die Zahlungsbilanz sowie die Wirtschaftsindikatoren bleiben robust. Möglicherweise wird ein neuer geldpolitischer Kurs eingeschlagen, da der Vertrag des indischen Zentralbankchefs Rajan nicht verlängert wurde. Eine möglicherweise auf die Förderung eines kräftigeren Wachstums ausgerichtete Politik könnte sich positiv auf die Ergebnisse indischer Unternehmen auswirken. Dies gilt insbesondere für Unternehmen in schwach abgedeckten Sektoren mit Wachstumsmöglichkeiten unabhängig vom allgemeinen Wirtschaftszyklus. Didier Saint-Georges ist Managing Director und Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac, Frankreich

Foto: Carmignac

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kompositversicherung: Neue Konkurrenz durch digitale “Ökosysteme”

Digitale ‘Ökosysteme‘ der großen Technologie- und Internetkonzerne werden das Komposit-Privatkundengeschäft in Deutschland in den nächsten Jahren entscheidend prägen und bald einen Großteil der Gewinne beanspruchen. Der Wettbewerb wird sich dadurch deutlich verschärfen.

mehr ...

Immobilien

Baugenehmigungen: Verfehlte Wohnungspolitik lässt Zahlen sinken

Einmal mehr sind nach Erhebung des Statistischen Bundesamts die Zahlen für Baugenehmigungen in Deutschland erneut gesunken. Eine dramatische Entwicklung meint der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.

mehr ...

Investmentfonds

Verschärfter Handelskonflikt wird globale Wachstumserholung verzögern, aber nicht verhindern

Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China führt zu einer länger anhaltenden Handelsunsicherheit und wird das Vertrauen der Unternehmen und die Investitionen belasten. Beide Staaten dürften aber weiter an einem Abkommen interessiert sein, die von NN IP erwartete globale Erholung könnte sich jedoch etwas verzögern.  Ein Gastbeitrag von NN Investment Partners.

mehr ...

Berater

P&R: Vertriebshaftung wegen Anschreiben

Das Landgericht Berlin hat einen Finanzdienstleister zur Rückabwicklung der Investition eines Anlegers bei dem inzwischen insolventen Container-Anbieter P&R verurteilt. Zum Verhängnis wurde dem Vertrieb ein unbedachter Satz in einem Anschreiben.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A-“ für ProReal Deutschland 7

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet die von der One Group aus Hamburg konzipierte Vermögensanlage ProReal Deutschland 7 mit insgesamt 77 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A-).

mehr ...

Recht

Bundesrat sagt ja zu E-Scootern 
- Das müssen Sie beachten

E-Scooter liegen voll im Trend. Neben den USA haben viele europäische Länder die elektrischen Tretroller bereits zugelassen. Nun zieht Deutschland nach. Am 3. April dieses Jahres hatte das Bundeskabinett die Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor beschlossen. Heute folgte der Bundesrat. Arag Rechtsexperte und Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt, worauf man als Fahrer zu achten hat.

mehr ...