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31. Oktober 2016, 14:41
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Klimaschutz: Nach der Feier müssen Taten folgen

In der Welt mehren sich die Krisen und Konflikte. Dabei geraten andere drängende Dauerprobleme in den Hintergrund. Gastkommentar von Sebastian Leins, Ökoworld

Sebastian-Leins-Kopie in Klimaschutz: Nach der Feier müssen Taten folgen

Sebastian Leins ist davon überzeugt, dass der Klimawandel noch mehr Beachtung in der Gesellschaft finden muss.

Paris im Rückspiegel und der Vorausschau

Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – ist das Pariser Klimaschutzabkommen wieder unserer Aufmerksamkeit wert. Wir erinnern uns: Im Dezember 2015 hat sich die Staatengemeinschaft dazu verpflichtet, den globalen Temperaturanstieg bis 2050 auf 2 Grad Celsius möglichst sogar 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die gemeinsamen Zusagen waren der erste wichtige Schritt und dürfen als historisch gelten.

Aber wie nach jeder feierlichen Verkündung mussten nun Taten folgen. Die erste Tat ist die Ratifizierung des Abkommens durch die einzelnen Staaten. Was sich nach einem Verwaltungsakt anhört, hätte auf der Ebene der einzelnen Länder für gewaltige politische Verstimmungen sorgen können, wenn sich die Gegner eines solchen Abkommens mit demokratischen Mitteln zur Wehr gesetzt hätten.

Historischer Beschluss – kleine Randnotiz

In Deutschland haben Bundestag und Bundesrat im September 2016 die Ratifizierung beschlossen. Doch in den Medien ist dies nur eine Randnotiz wert. Bemerkenswerter war die Ratifizierung des Klimaabkommens durch die USA am 3. September – und die der Volksrepublik China. Die beiden größten Volkswirtschaften – auf die Berechnungen zufolge fast 2/5 der gesamten CO2-Belastungen weltweit entfallen – legitimieren ein Klimaabkommen, gegen das sie sich Jahre zuvor noch vehement gewehrt hatten. Und auch Indien hat das Klimaabkommen Anfang Oktober 2016 ratifiziert. Insgesamt sind es nun 77 Länder. Das Klimaabkommen wird damit am 4. November 2016 verbindlich werden. Alles nur noch Randnotizen?

Dekarbonisierung konkret

Gewiss, es liegt nun die schwierige Aufgabe der konkreten Ausgestaltung des Dekarbonisierungsprozesses vor uns – also des Prozesses, der den Ausstieg aus der CO2-intensiven Wirtschaftsweise beschreiben soll. Für diesen Prozess liegen verschiedene Vorschläge vor, wenige sind bisher in Gesetze gebracht.

Nervosität beginnt

Und dennoch scheint sich bei verschiedenen Unternehmen eine gewisse Nervosität breit zu machen. Besonders bei den Unternehmen, die ihr Geld bisher damit verdienen konnten, dass ungeniert große Mengen an CO2 in die Luft gestoßen werden konnten. In den USA hat im April der weltgrößte Kohleproduzent Peabody Energy Insolvenz angemeldet. In Deutschland spalten RWE und E.ON den Betrieb der Kohlekraftwerke (und den Betrieb der Atomkraftwerke) vom restlichen Geschäft ab. Vattenfall hat im September die Genehmigung der EU für den Verkauf des Braunkohlegeschäfts in der Lausitz erhalten. Auch die deutsche Automobilindustrie musste sich in den letzten Tagen sammeln, als eine Initiative aus dem Bundesrat bis 2030 ein EU-weites Verbot der Verbrennungsmotoren forderte.

Teil der Lösung – nicht des Problems

Es ist an der Zeit, auf die Unternehmen zu setzen, die Teil der Lösung sind. Unternehmen, die uns dabei helfen, weniger Energie zu verbrauchen und diese Energie dann aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Dazu gehören auch Unternehmen, die die Baubranche energieeffizienter gestalten, ein nachhaltig gestalteter öffentlicher Transport, ein umfangreiches Recycling und Wiederverwerten der Ressourcen oder auch Unternehmen, die uns eine intelligente und bedarfsorientierte Steuerung der Systeme ermöglichen – wie z. B. im Bereich der Heizung und Klimatisierung, bei der Steuerung der Stromnetze, im Transportbereich oder überall da, wo sichtbare und unsichtbare Elektromotoren eingesetzt werden. Ökoworld bewertet genau diese Unternehmen positiv, die Teil der Lösung sind.

Fazit

Das Thema Klimawandel und die Dekarbonisierung sind zu wichtig, als dass sie nur als Randnotizen verkümmern sollten! Sebastian Leins ist Deputy Head of Sustainability Research und Senior Sustainability Analyst bei Ökoworld, Hilden

Foto: Ökoworld

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