16. Juni 2016, 08:54
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Millennials neigen zu unrealistischem Anlageverhalten

Weltweit haben Investoren unrealistische Erwartungen bei der Kapitalanlage. Unter Millennials ist dieses Phänomen besonders stark ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kommt die Schroders Global Investor Study 2016.

Achim-Kussner Schroders-Kopie in Millennials neigen zu unrealistischem Anlageverhalten

Achim Küssnervon Schroders Investment Management hat die Anlageziele der Millennial-Generation untersucht.

Übertriebene Ertragserwartungen

Die Studie belegt, dass Anleger deutlich zu hohe Erwartungen an Einkommen und langfristige Erträge haben. Im globalen Durchschnitt wünschen sie sich eine Rendite von 9,1 Prozent per annum. In Anbetracht der historisch niedrigen Zinsen dürften somit viele von ihnen enttäuscht werden. Besonders unrealistisch sind die Ansprüche der Millennials, die einen Jahresertrag von mindestens 10,2 Prozent erwarten. Erfahrenere Anleger im Alter von über 36 Jahren geben sich hingegen mit 8,4 Prozent zufrieden.

Deutsche Investoren sind in Bezug auf ihre Ertragserwartungen zurückhaltender. Sie geben sich bereits mit einer Rendite von 7,0 Prozent zufrieden. Annähernd drei Viertel (73 Prozent) der insgesamt 1.000 deutschen Befragten bauen dabei auf einen Wertzuwachs von weniger als zehn Prozent pro Jahr. Damit beweisen sie einen ausgeprägteren Realitätssinn als der globale Durchschnitt.

Neigung zu kurzfristigen Anlagehorizonten

Die Untersuchung ergab zudem, dass weltweite Anleger zu kurzlaufenden Investment-Entscheidungen neigen. Im Schnitt gehen sie von einem Anlagehorizont von etwas über drei Jahren (3,2) aus. Für Barmittel und bestimmte Anleihen mag dies angebracht sein. Dagegen erweist sich dieser Zeitrahmen jedoch häufig als zu kurz, um die natürlichen Wertschwankungen von Aktien ausgleichen zu können. Weniger als ein Fünftel (18 Prozent) der Anleger gaben an, an ihren Engagements für mindestens fünf Jahre – der realistischen Mindesthaltedauer von Aktien – festhalten zu wollen. Knapp ein Drittel (31 Prozent) denken sehr kurzfristig und wollen ihre Anlagen bereits innerhalb eines Jahres wieder abstoßen. Auch hier traten wiederum die Millennials hervor, deren Anlagehorizont um eineinhalb Jahre unter dem der über 36-Jährigen liegt (2,3 bzw. 3,9 Jahre).

Bezogen auf deutsche Investoren ergab sich bei der durchschnittlichen Haltedauer der Anlagen kein signifikanter Unterschied zu den global ermittelten Daten. Genau wie im weltweiten Mittel liegt der Anlagehorizont auch hierzulande bei 3,2 Jahren. Jedoch gaben mit 26 Prozent weniger Befragte einen sehr kurzfristigen Ansatz von unter einem Jahr an. Auch dies deutet auf einen konservativen Investment-Stil deutscher Anleger hin.

Seite zwei: Deckung des unmittelbaren Finanzbedarfs

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