25. November 2016, 08:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Multi-Asset muss sich an Inflation ausrichten

Mit den umfangreichen Konjunkturprogrammen von Trump könnten die Zeiten niedriger Preissteigerungen bald vorbei sein.

Inflation-750 in Multi-Asset muss sich an Inflation ausrichten

Die steigende Inflation setzt Multi-Asset-Manager unter Handlungsdruck.

Inflationserwartungen steigen

Spürbare Inflation könnte schon bald wieder ein Thema sein. Während Verbraucher dann tiefer in die Tasche greifen müssen, wären Anleger von einer Geldentwertung ebenso betroffen, da sie nicht nur das Geldvermögen de facto schmälert, sondern auch die Erträge daraus verwässert. Verantwortlich dafür ist zum einen der statistische Basiseffekt, hervorgerufen durch die Ölpreisentwicklung. Denn die im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegenen Preise für Benzin und Heizöl sorgen schon rein rechnerisch für Inflation. Zum anderen verunsichert der Wahlsieg von Donald Trump in den Vereinigten Staaten. Viele Marktteilnehmer erwarten unter seiner politischen Führung wieder steigende Zinsen, die in der Regel gleichzeitig auch die Inflationserwartungen ansteigen lassen. “Im aktuellen Marktumfeld sind Anleger gut beraten, wieder mehr auf reale anstatt nominale Anlageergebnisse zu schauen”, betont Michael Broes, Manager des globalen Mischfonds Petercam L Patrimonial Fund bei Degroof Petercam Asset Management.

Cocktail politischer Unwägbarkeiten

Neben der Aussicht auf steigende Preise werden im Jahr 2017 die globalen Unsicherheiten – und damit auch die Unsicherheiten für Finanzanlagen – weiter ansteigen. Während Trump im Januar in sein Präsidentenamt startet und die Briten voraussichtlich im März in Brüssel den Antrag zum EU-Austritt stellen werden, stehen im weiteren Jahresverlauf wichtige Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden an – mit möglicherweise weiteren Erfolgen der Rechtspopulisten. “Vor allem konservative Anleger sollten in diesem Umfeld auf Mischportfolios setzen, die über Anlageklassen und Regionen breit streuen. Mit einer global diversifizierten Mischung aus Aktien und Renten lassen sich nach wie vor ausreichende Diversifikationseffekte erzielen. Gleichzeitig kommt es darauf an, in Long Only ausgerichteten Multi Asset-Ansätzen auf die Korrelationsmuster zu achten und attraktive Nischen in den weltweiten Aktien- und Rentenmärkten zu finden, deren Entwicklung möglichst unabhängig voneinander erfolgt”, sagt Carl Van Nieuwerburgh, Head of Asymmetric Asset Management bei Degroof Petercam.

Puffer gegen steigende Preise

Die Gefahren einer negativen Realverzinsung lassen sich – nicht nur in Multi Asset-Portfolios – zum Beispiel über inflationsindexierte Anleihen eindämmen. Bei diesen von staatlichen Emittenten wie dem Bund emittierten Wertpapieren sind die jährlichen Zinszahlungen sowie der Rückzahlungswert an die offizielle Preisentwicklung gebunden. Im Falle steigender Verbraucherpreise erhalten Anleger inflationsbereinigt immer gleich hohe Zinszahlungen. Die Kaufkraft der Vermögensanlage bleibt also erhalten, wenn die Inflation höher ausfällt als zum Kaufzeitpunkt am Kapitalmarkt erwartet wird.

“Aufgrund der Erwartungen an weiter steigende Rohstoffpreise haben wir den Anteil an inflationsgeschützten Anleihen in unserem Multi Asset-Portfolio sukzessive erhöht. Mittlerweile repräsentiert dieses Rentensegment 40 Prozent der Duration. Überhaupt können inflationsindexierte Anleihen in einem Umfeld steigender Preise eine höhere Stabilität bieten als Nominalanleihen”, sagt Fondsmanager Michael Broes. (tr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Defekte Produkte häufigster Schaden bei Bauprojekten

Auf großen Baustellen deutscher Unternehmen sind defekte Produkte und schlechte Qualitätskontrollen der häufigste Grund für einen Versicherungsschaden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Allianz, die die Versicherung am Dienstag in München vorstellt.

mehr ...

Immobilien

DGB fordert unbefristete Mietpreisbremse

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält die Beschlüsse der Großen Koalition zur Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2025 für unzureichend. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Zwar ist die Einigung im Koalitionsausschuss ein Schritt in die richtige Richtung. Aber wir brauchen mehr. Die Mietpreisbremse sollte unbefristet und flächendeckend gelten.”

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

Sachwertanlagen: Was wollen Sie wissen?

Zum 9. Cash.-Branchengipfel Sachwertanlagen trifft sich am 5. September wie immer um diese Jahreszeit eine hochkarätige Expertenrunde, um über die Gegenwart und Zukunft der Sachwertbranche zu diskutieren. Auch Cash.-Leser können sich wieder einmischen. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW erwirbt Wohnportfolio in Helsinki und Espoo für deutsches Individualmandat

Mit dem Erwerb von zwei modernen Apartmenthäusern in der Metropolregion Helsinki erweitert AEW seinen Wohnbestand in Richtung Finnland. Die knapp 90 vollvermieteten Einheiten verteilen sich dabei auf ein Objekt im stark wachsenden Teilmarkt von Jätkäsaari – im westlichen Teil der Innenstadt von Helsinki – sowie eine Liegenschaft im angrenzenden Espoo (Matinkyla).

mehr ...

Recht

Fliegende Dachziegel – Gebäudeeigentümer musste für Sturmschäden haften

Eigentümer einer Immobilie müssen ihr Objekt so absichern, dass es auch erhebliche Sturmstärken aushalten kann, ohne gleich die Allgemeinheit zu gefährden. Wenn sich bei einem Sturm bis zur Stärke 13 Dachziegel lösen und auf die Straße fallen, dann spricht zumindest der Anscheinsbeweis für einen mangelhaften Unterhalt des Gebäudes.

mehr ...