16. Juni 2016, 10:48
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Zentral- und Osteuropa steht bereit zum Comeback

Die rekordtiefen Zinsen im Euro-Raum und der damit verbundene Druck auf die Investoren eine annehmbare Rendite zu erzielen, rückt die Länder Zentral- und Osteuropas wieder in den Mittelpunkt der Anlage-Entscheidungen.

Russland-Moskau-750 in Zentral- und Osteuropa steht bereit zum Comeback

Osteuropa könnte bald ein Comeback gelingen.

„Zentral- und Osteuropa steht in vielen Punkten positiver da, als man annehmen könnte. Es gibt treibende Faktoren, die die Aufmerksamkeit der Investoren schon bald in Richtung Osteuropa lenken könnten“, sagt Robert Senz, Leiter des Anleihen-Fondsmanagements der Erste Asset Management. Die Risiken sind vor allem politischer Natur, wie man an den Spannungen mit Westeuropa in der Migrationsfrage, dem möglichen Austritt Großbritanniens aus der Eurozone (Brexit), dem Ukraine-Konflikt und der Hinwendung zu einer nationalistischen Wirtschaftspolitik erkennen könne.

„In den nächsten Jahren wird das Bruttoinlandsprodukt in der CEE-Region stark wachsen und klar über den Wachstumsperspektiven der Kern-EU Staaten liegen“. Für 2016 rechnen Analysten mit einem Wachstum von 3 Prozent und mehr für Länder wie Polen, Rumänien und die Türkei. Ungarn und Tschechien werden in diesem und im nächsten Jahr über 2 Prozent wachsen können (Quelle: Bloomberg Konsensus-Schätzungen). Sogar Griechenland beginnt sich nach Jahren der Krise zu erholen und könnte im nächsten Jahr mit +1,6 Prozent ein deutliches Lebenszeichen von sich geben.

Satte Anleihenrendite in Osteuropa möglich

An den Anleihenmärkten dürfen Investoren bei stabilen politischen Rahmenbedingungen mit einer Rendite zwischen 3,5 und 4,5 Prozent rechnen. Die EZB trägt mit ihrem Ankaufsprogramm zu einem Run in die Euro-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen bei. Aber was den ESPA BOND DANUBIA anbelangt, kann sie nur 4 Prozent des Anleihen-Universums kaufen. Das Risiko sei dabei „überschaubar“ und liege vor allem auf der geopolitischen Ebene. Die günstigen Währungen fördern die Exporttätigkeit. „Der Kaufkraftanstieg wirkt als Treiber für den Inlandskonsum“, sagt Anton Hauser, Senior Fondsmanager des Osteuropa-Anleihenfonds-Flaggschiffs ESPA BOND DANUBIA. Auch die Verschuldung der osteuropäischen Länder und Unternehmen spreche für die Anlage-Region. Zum Unterschied zu früheren Krisen, etwa 1998 und 2008, halten sich die Verschuldungsgrade in Grenzen. Leistungsbilanz- und Budgetdefizite in der Region befinden sich auf niedrigen Niveaus. Die Wettbewerbsfähigkeit ist gestiegen. Im letzten Standort-Ranking der Weltbank konnten sich 10 von 20 osteuropäischen Ländern verbessern – u.a. Polen, Russland, Slowenien.

Nachdem die Aktienmärkte Zentral und Osteuropas in der „Post-Lehman-Welt“ der globalen Kapitalmärkte in den letzten fünf Jahren mehr als 40Prozent an Wert verloren (auf Euro-Basis), mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende. Die Börsen profitieren von der Erholung der Rohstoffpreise, insbesondere vom Rohölpreis, der sich seit seinem Februar-Tief nahezu verdoppelt hat.

Seite zwei: Russland: Potenzial trotz Öl und Sanktionen

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