Schmackhaftes in der Zinsdürre

Auch bei den strukturierten Wertpapieren gibt es Auf- und Absteiger. Die Zinsdürre lässt Kapitalschutz-Zertifikate und Strukturierte Anleihen gegenwärtig nicht im besten Licht erscheinen. Ihr Gesamtanteil am Marktvolumen ist im März auf 45,2 Prozent gesunken. Knapp 28 Milliarden Euro waren in diesen 100-Prozent-Kapitalschutz-Zertifikaten angelegt. Im März 2015 waren es noch gut 36 Milliarden Euro. Sollte das Zinsniveau wie erwähnt auf absehbare Zeit niedrig bleiben, sind diese Produkte für renditeorientierte Anleger eher unattraktiv.

Vielmehr sollten Investoren nach Alternativen Ausschau halten. Nahezu alle Teilschutz-Produktkategorien haben seit Januar leichte Zuwächse verbucht oder sind zumindest relativ stabil. Aktienanleihen können eine mögliche Alternative für Anleger sein, die nicht in das Direktinvestment Aktien gehen möchten. Mit Aktienanleihen erhält der Anleger einen festen Zins. Art und Höhe der Rückzahlung bei Endfälligkeit hängen davon ab, ob der Basiswert am Bewertungstag auf, über oder unter dem Basispreis liegt. Im März betrug ihr Anteil am Gesamtvolumen 13,3 Prozent.

Discount-Zertifikate als Anlagealternative

Anlagealternativen, ob nun für Anhänger weiter steigender oder fallender Kurse, finden sich durchaus. So beispielsweise mit den Klassikern Discount-Zertifikate. Sie kamen zuletzt auf einen Marktanteil von 8,4 Prozent. Discountprodukte gewähren einen Abschlag (Discount) auf den aktuellen Kurs des Basiswerts. Durch diesen Rabatt werden mögliche Kursverluste des Basiswertes abgefedert. Im Gegenzug ist die Teilhabe an einem Kursanstieg durch den sogenannten Cap begrenzt.

Diejenigen, deren Pessimismus hinsichtlich des weiteren Börsengeschehens aktuell überwiegt, könnten mit dieser Produktkategorie durchaus Chancen haben. Demgegenüber sollten optimistischere Investoren mitunter auch Bonus-Zertifikate ins Visier nehmen. Sie bieten neben unbegrenzten Gewinnchancen auch die Möglichkeit einer attraktiven Rendite bei moderat fallenden Kursen.

Lars Brandau ist Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV).

Foto: DDV

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