4. Juli 2016, 10:16
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Schwellenländer-Anleihen liegen im Trend

Das Jahr 2016 scheint sich für Emerging Market (EM) Fixed Income positiv zu entwickeln, nachdem die Assetklasse im Vorjahr eher enttäuscht hat. Gastbeitrag von Guillermo Ossés, Man GLG.

Guillermo-Osses 0240A-Print-Kopie in Schwellenländer-Anleihen liegen im Trend

Guillermo Ossés analysiert die Anleihenmärtke in den Schwellenländern.

Hartwährungsanleihen (hard currency, „HC“) legten um bis zu 7,4 Prozent zu; Lokalwährungsanleihen (local currency, „LC“) notierten sogar um stattliche 10,8 Prozent höher. Das Marktumfeld war dabei allerdings recht volatil. Im Mai sind Hartwährungsanleihen um 0,28 Prozent gefallen, Lokalwährungsanleihen sogar um 5,48 Prozent.

Wir sind der Meinung, dass man vor allem im Hartwährungssegment wachsam sein sollte. Ob dieser Sektor wirklich die Erträge liefern kann, die das aktuelle Renditeniveau von sechs Prozent impliziert, darf unserer Meinung nach bezweifelt werden. Die Faktoren, die in diesem Jahr für viel Dynamik am Markt gesorgt haben – wie beispielswiese ein moderaterer Ton aufseiten der Zentralbanken, verstärkte Konjunkturanstrengungen in China, lebhaftere Rohstoffmärkte sowie markttechnische Faktoren an den EM – dürften in unseren Augen in den Bewertungen ausreichend berücksichtigt sein. Sie liefern somit keinen weiteren Rückenwind. Ebenso ist unserer Meinung nach die rückläufige Kreditqualität einiger Indexkomponenten noch nicht in den aktuellen Risikoprämien reflektiert. Damit ruht der Markt auf eher tönernen Füßen: Makroereignisse wie etwa ein Brexit oder weitere Zinserhöhungen durch die amerikanische Notenbank (Fed) könnten vor diesem Hintergrund für erhebliche Unruhe sorgen. Sollten Anleger sich unkoordiniert vom Markt zurückziehen, könnte es aufgrund von Konzentrationsrisiken zudem zu Engpässen kommen. Die größten Fonds im Segment haben seit Jahresbeginn ihr Beta erhöht. Das deutet auf eine Intensivierung der Renditejagd hin. Gleichzeitig haben die Nettozuflüsse in diesem Jahr annähernd die 7,7-Milliarden-Dollar-Marke erreicht.

Umfangreiche Devisenreserven sind ein Plus

Vor diesem Hintergrund haben wir uns bei Hartwährungsanleihen konservativ positioniert; sowohl was die Duration angeht, als auch was die Länderselektion betrifft. Um dem Risiko steigender Zinsen zu entgehen, haben wir eine Duration von 1,15 Jahren gegenüber einer Referenzindex-Duration von sieben Jahren. Was die Länderselektion angeht, so liegt unser Schwerpunkt bei Ländern mit flexiblen Wechselkursregimen und umfangreichen Devisenreserven, wie etwa Mexiko, Kolumbien, Indonesien, der Türkei, Südafrika und Brasilien.

Wir vermeiden Exposure zu Ländern mit rigiden Wechselkurssystemen. Das sind unserer Schätzung nach rund 20 der 65 im Index vertretenen Länder. Diese Länder haben wahrscheinlich mehr Mühe ihre Auslandschulden zu begleichen. Daher beabsichtigen wir selektiv in Länder zu investieren, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Schulden bedienen können. Was Lokalwährungsanleihen betrifft, sind wir wesentlich optimistischer. Hier bevorzugen wir eine Netto-Long-Positionierung in Lokalwährungen anstelle von einer Positionierung in liquide Zinspapiere. Wir sind der Auffassung, dass diese ein attraktiveres Risiko-/Ertragsprofil bieten, als die relativ flachen lokalen Zinsstrukturkurven. Derzeit halten wir Long-Positionen in MXN, ARS, ZAR, HUF, COP, CLP und BRL. Auf der Short-Seite halten wir Positionen in INR, ILS, KRW und SGD.

Seite zwei: Leistungsbilanzen erfordern flexible Währungen

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