„Iran hat eine reiche Kultur und ist überraschend modern“

Oliver Bell ist Portfolio Manager bei T. Rowe Price und Experte für Investitionen in Schwellenländer, Afrika und den Mittleren Osten. Cash. hat mit ihm über aktuelle Anlagemöglichkeiten und Investitionen in Iran gesprochen.

Oliver Bell T Rowe Price
Oliver Bell: „Schwellenländer sind risikoreich, wirtschaftliche und politische Änderungen können schnell eintreten. Man braucht jemanden, der einen durch diese Risiken lenkt.“

Cash.: Warum investieren Sie nach der Bottomup-Methode und wählen einzelne Unternehmen aus, statt zunächst nach den vielversprechendsten Regionen zu suchen?

Bell: Letzten Endes investiert man in Unternehmen. Und so lange man die richtigen Firmen ausgesucht hat, werden diese auch makroökonomische Turbulenzen überleben. Wenn man anfängt, ein Portfolio von hochwertigen Unternehmen aufzubauen, wird man feststellen, dass man abhängig davon, wie gut es gerade in unterschiedlichen Ländern läuft, auch mehr in diesen Ländern investiert ist.

Nehmen wir als Beispiel Vietnam: Zurzeit beobachten wir starkes Wirtschaftswachstum, also werden wir auch viele Unternehmen aus Vietnam finden, deren Erträge bei über 20 Prozent pro Jahr liegen.

Sie haben schon angefangen, diese Frage zu beantworten. Wo sehen Sie die größten Chancen?

Unser Fonds ist ein Global Frontier Fund, daher werde ich Ihnen ein paar Beispiele nennen, die weltweit verstreut sind: Starten wir mit Vietnam. Das Land ist so interessant, weil es so hohe Foreign-Direct-Investment-Summen anzieht. Das liegt an der Effizienz der Arbeitnehmer, die beispielsweise Handys zu einem Drittel der chinesischen Arbeitskosten herstellen können. Günstige und qualitative Arbeit also.

Dazu kommt die Immobilienkrise von vor ein paar Jahren, von der sich der Sektor gerade erholt, das bedeutet Aufschwung. Diese Kombination ist sehr stark. Ein weiteres Beispiel ist Pakistan. Trotz der ganzen Probleme, die man gerade im Fernsehen und in den Nachrichten sieht, hat das Land eine vergleichsweise lange Periode hinter sich, die von politischer und wirtschaftlicher Stabilität geprägt war. Es gibt viele Unternehmen, die davon profitieren konnten.

Schauen wir nach Europa: In Rumänien finden wir viele Unternehmen, die stark wachsen und gut gemanagt werden. Die Argentinier haben gerade einen Wechsel ihrer Regierung erlebt, der ihre Wirtschaft innerhalb der nächsten Jahre voraussichtlich stärken wird. Und das waren nur ein paar Beispiele für vielversprechende Länder.

Seite zwei: „Wir nehmen ESG-Kriterien sehr ernst“

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