18. Juli 2016, 10:58
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Sal. Oppenheim: Trump wäre Gift für die US-Wirtschaft

Kurz vor den Nominierungsparteitagen analysiert Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt des Bankhauses Sal. Oppenheim, die wirtschaftspolitischen Positionen der beiden (voraussichtlichen) Präsidentschaftskandidaten in den USA.

Foto-Moryson-Dr -Martin-Kopie in Sal. Oppenheim: Trump wäre Gift für die US-Wirtschaft

Dr. Martin Moryson sieht in Donald Trump eine Gefahr für die US-Konjunktur.

Er kommt zu der Schlußfolgerung, dass Trumps Wirtschaftspolitik  schwere Belastungen für die US-Wirtschaft mit sich bringen kann. Selbst wenn er nur einen geringen Teil seiner teilweise kruden Ideen umsetzen könnte. Seine Pläne, rund 4 Millionen Zuwanderer abzuschieben, hätten empfindliche Wohlfahrtsverluste zur Folge: Auch die USA sehen sich einer steigenden Anzahl von Alten gegenüber, wenn die Babyboomer in Rente gehen.

Trumps Steuerpolitik würde zu jährlichen Mindereinnahmen von rund vier Prozent des BIP führen. Stehen dem keine Ausgabenkürzungen gegenüber, würden sich während der ersten Amtszeit die Staatsschulden um rund 15 Prozent erhöhen. Nach zwei Amtszeiten verlören die USA ihren Ruf als erstklassiger Schuldner – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zinsen. Als Globalisierungsgegner stellt Trump wichtige Handelsabkommen in Frage und würde einiges an Schaden anrichten – nicht nur in den USA, sondern auch in Mexiko, Kanada oder China. Zudem könnten viele Länder dem Beispiel folgen und selbst protektionistische Maßnahmen ergreifen.

Trumps Vorstellungen sind Gift für die Wirtschaft: höhere Staatsverschuldung, Zweifel an der Zahlungswilligkeit des amerikanischen Staates, schlechtere Demografie und Abkehr vom Welthandel. Man sollte nicht darauf bauen, dass Trump – erst einmal an der Macht gekommen – vernünftig agieren werde.

Mit Hillary Clinton würden protektionistische Züge der US-Handelspolitik ebenfalls zunehmen. In den meisten anderen Bereichen würde sie aber die Politik Obamas fortführen und so für deutlich größere Verlässlichkeit sorgen. Auch wenn ihre Ideen vielfach nicht überzeugen können – das bei Weitem kleinere Übel ist Hillary Clinton allemal. (tr)

Foto: Shutterstock

 

 

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