30. Mai 2016, 09:02
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Die kleinen Perlen an der Wall Street

Können Sie momentan attraktive Einzelwerte nennen?

 In den vergangenen Jahren vollzogen mehrere große amerikanische Aktiengesellschaften die Trennung von kleineren Geschäftssparten, die danach als eigenständige Unternehmen an der Börse gehandelt wurden. Die empirische Kapitalmarktforschung hat gezeigt, dass sich diese sogenannten Spin-offs häufig deutlich besser entwickeln als der Vergleichsindex – vermutlich da die neuen Aktiengesellschaften aufgrund ihrer Unbekanntheit den klassischen Präferenzen institutioneller Anleger widersprechen.

Unsere eigenen Untersuchungen bestätigen die Wissenschaftler: Seit 1990 wurden mehr als 250 Spin-offs in den USA durchgeführt. In den ersten zwei Jahren nach der Abtrennung haben sich die Titel im Schnitt deutlich besser entwickelt als der S&P 500. Im Small-Cap-Bereich halten wir Spin-offs daher für eine sinnvolle Beimischung, um das Renditepotential des Portfolios zu erhöhen. Jüngere Beispiele in welche wir investiert haben, sind der Konsumgüterhersteller Energizer sowie das Medienunternehmen Cable One.

Wie können Anleger sich vor der hohen Volatilität bei Small Caps absichern?

Viele Investoren scheuen das hohe Risiko von Small Cap Investments. Aufgrund der hohen Volatilitäten im Nebenwertebereich ist die Absicherung über Derivate leider häufig relativ teuer. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist ein Investment in defensive Unternehmen – d.h. Aktien mit einer geringen Volatilität bzw. einer geringen Marktsensitivität (Beta). Häufig sind dies Firmen aus eher „langweiligen“ Branchen wie Konsumgüterhersteller, Sachversicherungen, etc. Diese Unternehmen haben gut prognostizierbare Gewinne, wodurch ihre Aktienrenditen erheblich geringeren Schwankungen unterliegen als andere Titel. Die empirische Kapitalmarktforschung hat das Renditeverhalten dieser defensiven Aktien intensiv analysiert.

Interessant ist, dass Anleger für das deutlich geringere Risiko keinen Renditemalus in Kauf nehmen müssen. Im Gegenteil Aktien mit einem geringen Risiko haben ähnlich hohe bzw. sogar höhere Renditen, als Aktien mit einem hohen Risiko – d.h. es ist innerhalb des Aktiensegments möglich, die klassische Risiko-Rendite-Beziehung aufzubrechen. Unsere eigenen Analysen unterstützen die Untersuchungen der Wissenschaftler. Aus Investorensicht ist es nur konsequent, diese Situation auszunutzen. Anstatt klassische Small-Cap-Aktieninvestments mit vollem Kursrisiko beizumischen, sollten Anleger einen Teil ihres Portfolios in defensive Werte investieren. Dies ermöglicht ihnen eine gewisse Mindestrendite, ohne den Erhalt des Vermögens einem unnötig hohen Risiko auszusetzen.

Interview: Tim Rademacher

Foto: Source for Alpha

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