8. August 2016, 11:45
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Was Investoren aus dem Pokémon Go-Hype lernen können

Der Wert einer Aktie bemisst sich an zwei fundamentalen Kriterien. Anleger die erfolgreich an der Börse agieren wollen, sollte hierfür ein gutes Verständnis entwicklen. Gastkommentar von Björn Siegismund, LARANSA PWM GmbH

BjoernSiegismund-Kopie in Was Investoren aus dem Pokémon Go-Hype lernen können

Björn Siegismund erklärt, was Anleger aus dem Nintendo-Hype lernen können.

Gründe für Preisentwicklung von Vermögenswerten

Vermögensgegenstände können nach ihrer Rendite-Risiko-Effizienz (Werkzeug) oder nach ihrer Seltenheit gepreist werden. Als Werkzeug dienen sie vorrangig dazu, nachhaltig Erträge zu erzielen. Assets mit dem Prädikat Seltenheit sollen vor allem durch weitere Nachfrage und damit durch steigende Preise einen positiven Beitrag liefern. Die Präferenz der Investoren für das eine oder das andere wechselt im Zeitablauf. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Seltenheit nicht dauerhaft zu ökonomischem Wachstum führen kann.

Phänomen Pokémon GO und die Börsen

Mit Pokémon GO ist dem Hersteller Nintendo ein Coup im digitalen Spielemarkt gelungen. Seit dem Erscheinen Anfang Juli dieses Jahres kam es zu einem weltweiten Hype, bereits zwei Wochen nach dem Start in den USA wurde das Spiel von ungefähr 10,5 Millionen Amerikanern heruntergeladen. Gleichzeitig setzte ein Kaufrausch bei den Aktien des Herstellers Nintendo ein. Vor Veröffentlichung des Spiels notierten deren Aktien bei umgerechnet rund 125 Euro, keine zwei Wochen später waren sie mehr als doppelt so viel wert. Das Spiel hat damit in kürzester Zeit seinem Eigentümer einen größeren Zuwachs an Marktkapitalisierung beschert, als beispielsweise die Deutsche Bank mit seinen knapp 100.000 Vollbeschäftigten in 71 Ländern wert ist. Nintendo Aktien wurden zur Seltenheit, was zu dem enormen Kurssprung führte.

Was für Nintendo gilt, kann auch auf den ganzen Aktienmarkt zutreffen

Derzeit versuchen die weltweiten Notenbanken das aktuelle Wirtschaftssystem mit immer gigantischerem Gelddrucken am Leben zu erhalten. Diese Gelder fließen in die Kapitalmärkte und verursachen dort bei ganzen Anlageklassen einen Seltenheitseffekt. Besonders deutlich ist das bei Anleihen zu beobachten, wo heute ein Drittel aller globalen Staatsanleihen mit einer negativen Rendite handeln.

In der Schweiz notieren sogar sämtliche Anleihen mit Minuszins, sogar diejenige mit 50-jähriger Laufzeit. Ein Werkzeug zur Einkommensgenerierung sind diese Anlagen schon lange nicht mehr. Aber auch in die weltweiten Aktienmärkte ist das billige Geld der Notenbanken geflossen. Inzwischen haben sich die Aktienkurse von dem nominalen Wirtschaftswachstum deutlich entfernt.

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