Anzeige
Anzeige
26. Mai 2016, 08:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Kehrseite der Zentralbankunabhängigkeit

Zentralbankunabhängigkeit findet weitgehende Akzeptanz als notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldpolitik. Gastkommentar von Jochen Fels, Pimco.

PIMCO-Fels-Joachim-Main-Kopie in Die Kehrseite der Zentralbankunabhängigkeit

Joachim Fels von Pmico untersucht die Rolle der Zentralbanken,

Doch angesichts der politischen Stimmung in diesen Tagen und des Rückgangs der Inflation über die vergangenen Jahrzehnte könnte es durchaus sein, dass diese Unabhängigkeit infrage gestellt wird. Aber auch wenn das so sein sollte, ist dieses Szenario nicht so unheimlich, wie man meinen möchte.

Hohe Inflation erfordert Unabhängigkeit

Unabhängigkeit von der Regierung und vom politischen Geschehen ist offensichtlich hilfreich, wenn der Hauptfeind eine hohe Inflation ist, da sie die Glaubwürdigkeit einer Zentralbank stärkt und den Währungshütern dabei hilft, ohne politische Einmischung harte Maßnahmen zu ergreifen. Ein Beispiel ist die „Paul Volcker Rezession“ der frühen 1980er-Jahre, die notwendig war, um der „großen Inflation“ ein Ende zu machen.

Doch was geschieht, wenn der Hauptfeind nicht die Inflation ist, sondern Deflation, Schuldenüberhänge und Finanzkrisen – mit anderen Worten die Welt seit 2008? Kritiker weisen darauf hin, dass die Notwendigkeit oder der Wunsch, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen, Zentralbanken oft daran hindert, diese Probleme zügig und möglichst direkt und effizient anzugehen – etwa mit Helikoptergeld oder Maßnahmen eines Kreditgebers der letzten Instanz, um in Not geratene Finanzinstitute oder Staaten zu sponsern. Stattdessen mussten unabhängige Zentralbanken zweitbeste Maßnahmen umsetzen wie die Quantitative Lockerung oder eine Negativzinspolitik, die Finanzmärkte verzerren und schwerwiegende Verteilungskonsequenzen haben können. Hierdurch wurden Zentralbanken letztendlich harter Kritik an zwei Fronten ausgesetzt – Kritik an der zweitbesten Politik mit ihren unvorhergesehenen Nebenwirkungen und schwindenden Renditen und Kritik an Entscheidungen, die laut Beobachtern gewählten Amtsträgern zukommen.

Seite zwei: Die jüngere Vergangenheit

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Versicherungsmakler erzielen 2018 mehr Gewinn

Eines der Ergebnisse des aktuellen AfW-Vermittlerbarometer ergab einen in diesem Jahr gestiegenen Gewinn der Versicherungsmakler.

mehr ...

Immobilien

Berlin: Temporäres Wohnen ist “Everybody’s darling”

Der Markt für temporäres Wohnen in der Bundeshauptstadt verändert sich. Immer mehr internationale Investoren und Betreiber sowie neuentwickelte Konzepte bilden aktuell die relevantesten Trends.

mehr ...

Investmentfonds

Hans-Werner Sinn: Merkel könnte Brexit verhindern

Angela Merkel könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn sie den Brexit verhindert. Davon ist Hans-Werner Sinn im Interview mit “Börse Online” überzeugt. Sie habe die Chance, mit einem historischen Erfolg in die Geschichtsbücher einzugehen.

mehr ...

Berater

Top Zehn der Neujahrsvorsätze

An sich selbst arbeiten, das wollen im kommenden Jahr über 70 Prozent der Deutschen. Dazu gehört neben gesünder leben und abnehmen auch fürs Alter vorzusorgen. Das sind die zehn wichtigsten Neujahrsvorsätze der Deutschen:

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Recht

Betriebliche Hinterbliebenenrente darf gekürzt werden

Sieht eine Versorgungsregelung vor, dass die Hinterbliebenenversorgung eines jüngeren hinterbliebenen Ehepartners für jedes volle über zehn Jahre hinausgehende Jahr des Altersunterschieds der Ehegatten um fünf Prozent gekürzt wird, liegt darin keine gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßende Diskriminierung wegen des Alters. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) jetzt entschieden (3 AZR 400/17).

mehr ...