Bundestagswahl: „Positive Schlüsse sind voreilig“

‚Die kleinen Parteien sind die großen Gewinner‘, so sehen Vermögensverwalter und Investmentmanager das Wahlergebnis der Bundestagswahl. Cash. hat die Statements einiger Gesellschaften stellvertretend zusammengefasst. Was erwarten sie für die Wirtschaftspolitik und welche Ratschläge geben sie Anlegern?

CDU-Generalsekretär Peter Tauber (l) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)) kommen am 25.09.2017 zu der CDU-Vorstandssitzung in der CDU-Zentrale im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. In Berlin beraten am Montag die Spitzengremien der Parteien das Ergebnis der Bundestagswahl. Foto: Michael Kappeler/dpa | Verwendung weltweit
CDU-Generalsekretär Peter Tauber und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen am 25.09.2017 zu der CDU-Vorstandssitzung in der CDU-Zentrale im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.

Die Bestätigung von Angela Merkel im Amt kam nicht überraschend, auch für die Finanzmärkte nicht, die kaum reagierten. Auch Fondsmanager haben das Ergebnis erwartet und sich überwiegend positiv gestimmt. Sorge bereiten allerdings der Mangel an Reformen und anhaltender Populismus.

Das Investment Institute des Vermögensverwalters Blackrock erwartet kaum Auswirkungen der Wahl auf die Finanzmärkte. In seinem Kommentar zur Wahl rät es Anlegern zu Aktien: „Wir bevorzugen europäische Aktien gegenüber Staatsanleihen.“ Das Wirtschaftswachstum liege über dem langfristigen Trend und die Gewinnaussichten seien Stabil. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank bleibe locker.

Reformarme Politik mit wenig Wachstumsimpulsen

Auch Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund erwartet keine großen Schwankungen: „Die Deutschlandwahl ist zwar ein Denkzettel für die beiden großen Volksparteien. Aber sie wird langfristig keine negativen Marktreaktionen auslösen. Kurzfristige Schwankungen sind eher Kaufgelegenheiten.“

Die Union sei ein sehr starker Koalitionspartner, daher würden FDP und Grüne im Falle einer Jamaika-Koalition wahrscheinlich wenig Reformen umsetzen können.“Ich gehe davon aus, dass die stabile und solide, aber eher reformarme Politik mit wenigen Wachstumsimpulsen zugunsten eines ausgeglichenen Staatshaushalts fortgesetzt wird“, sagt von Engelbrechten.

Anlegern rät er: „Die deutschen Unternehmen werden sich damit wie bisher gut arrangieren. Anleger sollten aber Unternehmen meiden, die ein besonders positives Wirtschaftsumfeld brauchen, um sich gut zu entwickeln.“

Robustes Wachstum des Bruttoinlandproduktes

Auch Matthias Hoppe, Senior Vice President und Portfolio Manager, Franklin Templeton Multi-Asset Solutions, erwartet wenig Veränderung: „Die neue Regierung könnte sich zwar für eine leichte Steuersenkung für die Mittelschicht aussprechen oder sogar – wie während des Wahlkampfes versprochen – einer Anhebung der Infrastrukturausgaben zustimmen, wir bezweifeln jedoch, dass dies bedeutende Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben würde.“

Seite zwei: AfD bremst europäische Aktienmärkte

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