China-Aktien bieten Renditechancen

Nach der Trump-Wahl ist auch am chinesischen Aktien mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen. Dennoch bietet das Reich der Mitte gute Chancen. Gastkommentar von Laura Luo, Barings

Chinesische Aktien bieten zahlreiche Investmentchancen.
Chinesische Aktien bieten zahlreiche Investmentchancen.

Abwarten

Menschen, die im Jahr des Hahns geboren wurden, sind für die Leichtigkeit bekannt, mit der sie Kontakt zu anderen aufnehmen und Anleger in chinesischen Aktien werden in den kommenden Monaten für eine Kontaktaufnahme ihren Blick auf die neue US-Regierung richten, um Anhaltspunkte für die zukünftige Richtung zu bekommen. Die derzeitige Haltung von Präsident Donald Trump legt mögliche Handelsdifferenzen mit China nahe. Fakt ist jedoch, dass es darüber bisher keine Gewissheit gibt und wir nehmen im Hinblick auf seine Präsidentschaft vorerst eine abwartende Haltung ein. Unsere übergeordnete Einschätzung ändert sich dadurch nicht – wir behalten unsere optimistische Einschätzung für den chinesischen Aktienmarkt bei. Allerdings distanzieren wir uns von Exportunternehmen, bis wir Klarheit von der neuen US-Regierung erhalten.

Die Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten sorgte am chinesischen Aktienmarkt für Unruhe und das Jahr 2016 ging demzufolge etwas holprig zu Ende. Der MSCI China Index fiel im vierten Quartal um 8% und trat in den ersten Wochen des Jahres 2017 auf der Stelle. Umsichtigen Stockpickern ist bewusst, dass ein Großteil dieser Entwicklung auf die Marktstimmung sowie auf die Einsicht zurückzuführen ist, dass jegliche Prognosen für 2017 aufgrund der geopolitischen Schocks des Jahres 2016 kaum mehr als Rätselraten sind. Was wir jedoch wissen ist, dass Währungsbewegungen, Handelsbeziehungen und geopolitische Spannungen allesamt Bereiche sind, die im Jahr des Hahns von Unsicherheit geprägt sind.

Das Schicksal von Reformen

Unsicherheit geht nicht nur von externen, sondern auch von internen Quellen aus. Der 19. Parteikongress im vierten Quartal könnte mit einer neuen Führungsriege enden und möglicherweise Veränderungen an Xi Jinpings Wirtschaftsreformen einläuten. Die jüngsten dieser Reformen befassen sich mit der Angebotsseite und den Staatsbetrieben. Sie nahmen 2016 ihren Anfang mit dem Ende der Ein-Kind-Politik und wurden seitdem kontinuierlich umgesetzt. Auch wenn der unmittelbare und eher vordergründige Einfluss solcher Initiativen auf das Kredit- und Beschäftigungswachstum wahrscheinlich eher kurzlebig ist, dürften sie dennoch auf lange Sicht das Wirtschaftswachstum stabilisieren und fördern. Darüber hinaus führte das Senken von Unternehmenskosten und des Verschuldungsgrads sowie das Reduzieren von übermäßigen Kapazitäten Ende 2016 für viele Unternehmen zu einer Ertragswende. Wie nachhaltig diese ist oder die längerfristigen Vorteile für die einzelnen Unternehmen sind, weiß man noch nicht.

Die geldpolitische Lockerung für das Ankurbeln der Wirtschaft dürfte dieses Jahr weiter reduziert werden. Allerdings dürften aggressivere Staatsausgaben und spezielle Anleiheemissionen ebenso wie PPP-Projekte weiter durchgeführt werden, um insbesondere im ersten Halbjahr neues Kapital in die Wirtschaft zu schleusen. Wir können beobachten, dass nach wie vor viele Branchen von den anlaufenden Infrastrukturprojekten profitieren, da diese die Nachfrage im Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffsektor sowie in der Bauindustrie ankurbeln.

Geopolitik belastet

Nichtsdestotrotz ist uns bewusst, dass die Bemühungen von Präsident Jinping für eine bessere Umsetzung von Reformen und zur Einführung neuer Initiativen von geopolitischen Spannungen belastet werden könnten. Wir werden all diese Themen genau verfolgen und das Auftreten von Volatilität dafür nutzen, Aktien mit positiven Wachstumsaussichten auf einem attraktiven Preisniveau zu selektieren. Schließlich kann Unsicherheit auch Chancen hervorbringen.

Seite zwei: Das Alte bleibt, das Neue kommt

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