Anzeige
6. September 2017, 13:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Geringe Volatilität erinnert an Scheintod

Schaut man auf die Volatilität der Aktienmärkte, so erinnern die flachen Kurven an ein EKG, das kurz vor dem Herzstillstand des Patienten aufgezeichnet wurde. Allerdings befinden sich die Märkte auf einem hohen Niveau, was dafür spricht, dass sie doch lebendig sind. Gastbeitrag von Michael Beck, Ellwanger und Geiger.

Merkel-schulz-tv-duell-AP-94289132 in Geringe Volatilität erinnert an Scheintod

Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) nach dem TV-Duell.

Wenn man die Agilität eines Menschen beurteilen möchte, bietet sich ein Blick auf die kardiologische Verlaufskurve des Herzschlages an. In der Regel weist diese bei höherer Aktivität auch höhere Ausschläge aus. Und in Film und Fernsehen hat man schon oft gesehen, wie die Linie zu einem seitwärts gerichteten Strich mutiert, wenn ein Patient verstirbt.

Um die Aktienmärkte in dieser Hinsicht beurteilen zu können, sollte man sich die Volatilitätskurve anschauen, welche die “Agilität”, also die Sprunghaftigkeit der Kursbewegungen, misst. Hierbei ist nicht nur wichtig, wie hoch die Ausschläge sind, auch das Höhenniveau ist entscheidend. Zumindest beim ersten Kriterium ist zu konstatieren, dass sich die Aktienmärkte seit geraumer Zeit dem Zustand des Scheintodes nähern.

Globale Wirtschaft wächst ohne Schwankungen

Und das ist weniger an den fehlenden Ausschlägen zu sehen, sondern an den dauerhaften historischen Tiefs, auf denen sich die Volatilitätsindizes bewegen. Immerhin befinden sich die Aktienmärkte auf hohem Niveau, was wiederum deren innere Lebendigkeit beweist.

Auch die Wirtschaftsentwicklung zeigt weltweit, dass sie dabei ist, relativ schwankungsfrei zu wachsen, ohne dabei Überhitzungsmerkmale zu zeigen. Die Unternehmen weisen gute bis sehr gute Gewinnentwicklungen aus und neben dem starken Konsum wachsen dadurch auch die Ausrüstungsinvestitionen.

Deutschland bleibt politisch stabil

Im Gegensatz zu den Wahlen, die im Frühjahr in den Niederlanden und Frankreich stattgefunden haben, beeinträchtigt der mit extrem niedrigem Ruhepuls daherkommende deutsche Wahlkampf die Märkte kaum. Aufgrund der eindeutig verteilten Erfolgschancen erwartet kaum jemand überraschende Wahlausgänge, die die Märkte zu Korrekturen verleiten könnten.

Im internationalen Vergleich beruhigen der wohltuende Anstand, mit dem die Kanzlerkandidaten miteinander umgehen und die bisherige weitgehende Abstinenz populistischer Tendenzen im Wahlkampf eher, als dass sie die Marktteilnehmer verunsichern. Die politische Stabilität in Deutschland scheint gesichert.

Anders in den USA, wo der US-Präsident im Streit mit seinem Kongress ein Reißen der Obergrenze der Staatsverschuldung in Kauf nimmt, um seine Ziele durchzusetzen. Der September ist in der Börsenstatistik als schwierigster Monat des Jahres bekannt. Insofern könnte die Ruhe an den Märkten etwas gestört werden. Wenn sich die positiven und negativen Faktoren wie so oft die Waage halten, dürften die Märkte allerdings in der stabilen Seitenlage verharren.

Michael Beck ist Leiter des Asset Managements bei 

Foto: WDR/Herby Sachs via AP

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Morgen & Morgen analysiert Krankentageldtarife: Nur drei “Ausgezeichnet”

Das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen hat sich erstmals die Bedingungswerke der Krankentagegeldtarife vorgenommen. Untersucht wurden 90 Tarife von 32 Anbietern. Ernüchterndes Ergebnis: Lediglich die sechs Tarife der drei Anbieter Barmenia, Concordia und Deutsche Familienversicherung erhielten eine Fünf-Sterne-Bewertung. Dagegen kamen 57 Tarife nicht über drei Sterne hinaus.

mehr ...

Immobilien

LEG Immobilien erwirbt 3.750 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen

Der Immobilienkonzern LEG kauft weiter zu. Wie das im M-Dax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte, wird es 3.750 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen vom Konkurrenten Vivawest übernehmen.

mehr ...

Investmentfonds

Factor Investing: Value ist immer auch Growth

Zum Stichwort Value fällt wohl als erstes der Name Warren Buffett. Factor-Investing-Strategien gehen jedoch anders vor. Was ist Value-Investing eigentlich und wo lauern die Fallen? Teil drei der Cash.-Online Reihe zum Thema Factor Investing. Gastbeitrag von Alexandra Morris, Skagen Funds.

mehr ...

Berater

Bankberater genießen hohes Vertrauen

Junge Bundesbürger zeigen beim Thema Geldanlage trotz Online-Affinität und großem Informationsangebot im Internet ein starkes Bedürfnis nach persönlicher Beratung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Postbank-Studie, für die 3.100 Personen befragt wurden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity kauft in Schwaben zu

Die Leipziger Publity AG hat eine vollvermietete Büroimmobilie in Sindelfingen bei Stuttgart erworben. Das Multi-Tenant-Objekt wurde im Jahr 1992 erbaut und verfügt über insgesamt knapp 6.500 Quadratmeter Mietfläche.

mehr ...

Recht

Bauern müssen bei Rentenbeginn Hof nicht abgeben

Landwirte dürfen vom Staat nicht dazu verpflichtet werden, bei Renteneintritt ihren Hof abzugeben. Dies sei verfassungswidrig, entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss vom 23. Mai über zwei Verfassungsbeschwerden.

mehr ...