5. September 2017, 11:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hans-Werner Sinn: Macrons Pläne teilen Europa

“Sämtliche Euroländer in die Eurozone integrieren zu können, ist ein frommer Wunsch Brüssels”, so Hans-Werner Sinn. Die Pläne Emmanuel Macrons würden die Integration von Nicht-Euro-Ländern noch stärker behindern, sagte der ehemalige Ifo-Präsident in einem Interview Ende August.

Hans-werner-sinn in Hans-Werner Sinn: Macrons Pläne teilen Europa

Hans-Werner Sinn, ehemaliger Präsident des Ifo Instituts in München, kritisierte Emmanuel Macron wiederholt für die Idee einer Fiskalunion.

Hans-Werner Sinn bezweifelt, dass sich die Wirtschaft der Eurozone erholt hat. Die Konjunktur sei durch Staatsschulden belebt worden, aber die Industrieproduktion in den südlichen Euroländern und Frankreich sei deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Das sagte der Volkswirt Ende August in einem Interview mit der Schweizer Zeitung “Finanz und Wirtschaft”.

“Nicht der Euro ist das große Einigungswerk der Nachkriegszeit”

Sinn fordert die Rückkehr zu marktwirtschaftlichen Prinzipien, beispielsweise dass Investoren die Last eines Schuldenschnitts tragen und dass Staaten die Option bekommen, aus dem Euro auszutreten. So könnten sie ihre Währung abwerten, um wettbewerbsfähiger zu werden. Diese Länder sollten den Euro später wieder einführen dürfen.

Gegenüber Finanz und Wirtschaft unterstützte Sinn diese Idee Dr. Wolfgang Schäubles. Es ist eine der Forderungen, die Sinn regelmäßig wiederholt. So schloss er schon Ende Mai eine Kolumne in der Wirtschaftswoche mit den Worten: “Nicht der Euro ist das große Einigungswerk der Nachkriegszeit, dem wir Frieden und Prosperität verdanken, sondern die Europäische Union.”

Sinn kritisiert Idee einer Fiskalunion

Auch Sinns Kritik an der Idee Emmanuel Macrons einer europäischen Fiskalunion gehört zu den Warnungen, die er regelmäßig ausspricht. Juristisch sei sie unmöglich, da das Budgetrecht ein in der Verfassung verankertes unveräußerliches Recht des deutschen Bundestages sei.

“Es bedürfte eines Volksentscheids, der in der Verfassung aber nicht vorgesehen ist und letztlich nur über eine Neugründung der Bundesrepublik zu erreichen wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesregierung dies wagen wird”, sagte Sinn gegenüber Finanz und Wirtschaft.

Seite zwei: Ökonomische Argumente gegen Fiskalunion + Wahlkampf ohne Europa-Themen

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Das ist korrekt. Das Staaten sich solidarisch verhalten, ist wohl nur was für Träumer. Kann man ja schon gut an der aktuellen Politik erkennen. Flüchtlinge-nein, Waffen -ja, Griechenland Entschuldung (am Beginn der Probleme) nein- lieber jetzt die wesentlich höheren Kosten tragen u.v.m.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 27. September 2017 @ 08:12

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Deutlicher Rückgang der Fallzahlen beim Kfz-Diebstahl

Das Bundeslagebild “Kfz-Kriminalität 2018” zeigt einen deutlichen Rückgang der Zahl dauerhaft gestohlener Kraftfahrzeuge (Kfz) in Deutschland. Insgesamt 16.613 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im Berichtsjahr 2018 entwendet. Wie sich der Trend entwickelt.

mehr ...

Immobilien

Abwarten und Geld parken

Wirtschaftspolitische Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, ein immer wahrscheinlicher werdender No-Deal-Brexit und Rezessionsängste schüren bei Anlegern Unsicherheit. Was tun mit dem Geld? Ein Kommentar von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei der Crowdinvestment-Plattform zinsbaustein.de.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...