14. Juni 2017, 09:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Gold wird in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver”

Das klassische Investment im Rohstoffsektor ist für viele Anleger immer noch Gold. Allerdings sind sich die Marktexperten uneins, ob sich eine Anlage in das Edelmetall auszahlt. Cash. hat bei drei Fondsmanagern nachgefragt.

Gold-investment in Gold wird in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver

Die Zinswende in den USA könnte die Opportunitätskosten der Goldhaltung steigen lassen.

Jon Andersson, Head of Commodities bei Vontobel, sieht über einen gewissen Zeithorizont durchaus Potenzial: “Auf kurze Sicht raten wir hier zur Vorsicht, da die Fed in Kürze ihre Zinsstraffungen wieder aufnehmen dürfte. Mittelfristig sehen wir jedoch durchaus Potenzial, da Gold tendenziell vom Realzins bestimmt wird, der mit anziehender Inflation eher niedrig bleiben dürfte. Auch die zunehmenden geopolitischen Unwägbarkeiten (Wahlen in Europa, Trump) könnten den Goldpreis in die Höhe treiben. Grundsätzlich glauben wir, dass Gold hinter der Entwicklung anderer Edelmetalle und breiter gefasster Rohstoffindizes zurückbleiben wird.”

Besitz von Gold keinesfalls falsch

Yanjun Gast, Fondsmanagerin bei der LBBW Asset Management, ist aus charttechnischer Sicht zurückhaltend – allerdings sei der Besitz von Gold keinesfalls falsch: “Insgesamt ist es vielleicht jetzt noch zu früh für einen übergeordneten Hauptaufwärtstrend beim Goldpreis. Aber bereits jetzt entfaltet Gold seine Wirkung als sinnvolle Depotbeimischung, sowohl absolut als auch relativ gesehen.”

Alexander Scholl, Fondsmanager des Deka-GlobalResources, drückt hingegen seine Skepsis aus: “Zum einen wird die Zinswende in den USA dazu führen, dass auch im Rest der Welt die Zinsen allmählich wieder zu steigen beginnen. Die Renditen werden zwar nur langsam nach oben gehen, denn das Tempo der Zinsanhebungen in den USA ist sehr zögerlich. Außerdem werden die anderen großen Notenbanken (EZB, Bank of England, Bank of Japan) der Fed vorerst nicht mit Leitzinserhöhungen folgen. Doch mit höheren Zinsen steigen die Opportunitätskosten der Goldhaltung, Gold wird also in Relation zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Zum anderen haben die Industrieländer das Thema Deflationssorgen nun hinter sich gelassen, und die Märkte und Analysten beschäftigen sich zunehmend wieder mit dem Thema Inflation.“

Politische Risiken als preistreibender Faktor

Auch die politischen Risiken würden die Anleger weiter beschäftigen. Dies wiederum dürfte für Gold eher preistreibend wirken. “Am Ende wird man am Goldmarkt diese Effekte gegeneinander abwägen. Aus unserer Sicht erscheint es am wahrscheinlichsten, dass der Goldpreis in US-Dollar notiert moderat fallen wird. Auf lange Sicht trauen wir dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu”, untermauert Scholl. (tr)

Foto: Shutterstock


Weitere aktuelle Beiträge:

“Gold kann zum Werterhalt eines Portfolios beitragen”

Gold als Altersvorsorge

Warren Buffett: Zehntausende pilgerten zum “Orakel von Omaha”

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Assekuranz: Dunkle Wolken am Stimmungshimmel

Die Versicherungsbranche muss sich in den kommenden Jahren mit einer Vielzahl neuer und alter Herausforderungen auseinandersetzen. Welche das sind, und wie sich die aktuelle Stimmungslage der Branche gestaltet, hat eine aktuelle Befragung des Insight-Panels untersucht.

mehr ...

Immobilien

Umweltbewusste Hausbesitzer vertrauen auf Smart Home

Solarplatten auf dem Dach gehören mittlerweile für viele Hauseigentümer zum A und O – die Anzahl der Solaranlagen in Deutschland ist seit 2015 um satte 15 Prozent gestiegen. Warum die Nutzung einer Photovoltaikanlage immer beliebter wird und was sie in Sachen Energiekosten bringt.

mehr ...

Investmentfonds

ETFs: Die Fallen der Anlageklasse

Die Nachfrage nach den Exchange Traded Funds, kurz ETF, auf dem Aktienmarkt ist enorm. Sie werden als besonders flexibel, ständig handelbar und mit niedrigen Kosten beworben. Doch trügt hier der Schein? Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG hat sich eingehend mit der Thematik befasst und vier Fallen zusammengetragen, in die ETF- Anleger besser nicht tappen sollten.

mehr ...

Berater

Deutsche Finance bündelt Haftungsdach und 34f-Vertrieb

Der Asset Manager Deutsche Finance Group führt die bestehenden Vertriebs-Tochtergesellschaften Deutsche Finance Consulting und Deutsche Finance Advisors unter der Deutsche Finance Solution als Kompetenzplattform zusammen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Negativzins-Kredite purzeln: Rekordzahl erreicht

Das Kreditportal Smava war seit 2017 der erste Anbieter Deutschlands, der einen negativen Zinssatz für Ratenkredite anbot, mittlerweile führen sie Negativzins- Kredite mit Zinssätzen mit bis zu minus fünf Prozent an. Doch jetzt weiteten sie diesen erneut um das Doppelte aus. Erstmalig in Deutschland können Kreditnehmer nun einen Jahreszinssatz von minus zehn Prozent einfordern.

mehr ...

Recht

Was den Deutschen Recht ist – und was nicht

Gerichtsverfahren in Deutschland dauern viel zu lange – zu diesem Urteil kommen 88 Prozent der Bundesbürger sowie 75 Prozent der Richter und Staatsanwälte. Das geht aus dem “Roland Rechtsreport 2019” hervor, für den das Institut für Demoskopie Allensbach über 1.200 Bürger und 1.000 Richter und Staatsanwälte befragt hat. 

mehr ...