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4. Januar 2017, 12:01
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In Frankfurt werden die Karten neu gemischt

An der Börse findet regelmäßig eine Branchenrotation statt. Anleger, die diese Trends geschickt nutzen können, schlagen mit dem Wissen den Markt deutlich. Der Rademacher-Kommentar

Tim-Rademacher-1-1 in In Frankfurt werden die Karten neu gemischt

Tim Rademacher sieht gute Chancen für den Absatz von Aktienfonds im Jahr 2017.

Auf dem Frankfurter Parkett werden die Kurse schon seit Jahrzehnten durch einen starken Herdentrieb bewegt. Dies ist auch an anderen international bedeutenden Finanzplätzen zu beobachten. Getrieben wird die Entwicklung vor allem durch bestimmte Branchentrends, die jeweils wie eine Modewelle in Erscheinung treten und wieder verschwinden. Oftmals finden solche Wechsel immer mit Beginn eines neuen Jahres statt, weshalb sich Investoren sich aktuell besonders stark Gedanken über ihre Positionierung machen sollten.

Gold und Russland punkten

In der abgelaufenen Zwölfmonatsperiode waren die Performanceunterschiede, wie auch in den Vorjahren, recht beeindruckend. Unter den einzelnen Investmentkategorien waren laut Morningstar besonders Edelmetallfonds gefragt, die im Jahr 2016 um rund 65 Prozent zulegten. Auch Russland-Investments rentierten mit einem Kursgewinn von gut 52 Prozent besonders gut. Brasilienfonds und Rohstofffonds lagen mit einem Plus von jeweils mehr als 40 Prozent ebenfalls an der Spitze im Fondsbereich.

Für die meisten Anleger kam diese Entwicklung im Jahr 2016 durchaus überraschend. So hätten vor gut einem Jahr nur die wenigsten Investoren auf diese Sektoren gesetzt. Vielmehr wurden sie damals eher gemieden. Branchen die vor zwölf Monaten hingegen hip waren, entwickelten sich im Gegensatz dazu meist eher schlecht. Immobilienaktienfonds aus der Eurozone gaben um 11,4 Prozent nach und Biotechfonds verloren sogar 18 Prozent. Beide Branchen standen damals extrem hoch im Kurs.

Antizyklisches Investieren zahlt sich aus

Auch in diesem Jahr werden die Karten für die Investoren neu gemischt. Wie immer stehen die Chancen für diejenigen Sektoren gut, die in den Depots unterrepräsentiert sind. Somit besteht hier mittelfristig durchaus Nachhol- und Investitionsbedarf, was wiederum die Kurse treibt. Hingegen sind Sektoren, in denen die Anleger stark übergewichtet sind, eher bedroht, sich unterdurchschnittlich zu entwickeln, da hier kaum noch Kaufbedarf besteht.

Fondsmanager liegen nicht immer richtig

Zuletzt gaben viele Investmentexperten ihren Ausblick für das Jahr 2017 ab. Hierzu zählten auch Einschätzungen, welche Branchen sich besonders gut entwickeln werden. Bevorzugt wurden zuletzt eher Bankaktien, Rohstoffwerte sowie Industrietitel gekauft, da diese von der Trump-Wahl profitieren könnten. Allerdings darf wirklich bezweifelt werden, ob die breite Masse mit dieser Einschätzung richtig liegen wird. Demnach dürften bereits viele Investmentgesellschaften in diesen Sektoren investiert sein, weshalb das positive Überraschungspotenzial eher gering ist. Vielmehr ist es, bis auf wenige Ausnahmen, nie die breite Masse, die auf dem Frankfurter Parkett gewinnt, sondern eher einzelne Anleger, die der Herde einen Schritt voraus sind.

Mit absoluter Sicherheit können bestimmte Entwicklungen niemals prognostiziert werden. Dafür sind die Unsicherheiten auch im Jahr 2017 zu hoch. Allerdings sind die Chancen für die Schwellenländerfonds momentan keinesfalls schlecht. So sind in den Notierungen weitere US-Zinserhöhungen bereits berücksichtigt, weshalb diese den Sektor nicht bremsen dürften. Zudem ist hier das strukturelle Wachstum, alleine schon aufgrund der Demographie, deutlich höher als in den Industriestaaten. Ebenfalls interessant sind Technologiewerte, die nach der Wahl von Trump massiv abgestoßen wurden. Insbesondere der Biotech-Sektor bietet Chancen. Zwar gibt es hier weltweit Diskussion über die hohen Medikamentenpreise. Allerdings steht die Branche vor einem starken Innovationszyklus der die Gewinne abermals steigen lassen dürfte.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

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