Anzeige
13. Juli 2017, 06:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“In Japan haben die Neuigkeiten wenig Eindruck gemacht”

Im Vorfeld des G20-Gipfels haben die EU und Japan das Freihandelsabkommen JEFTA beschlossen. Das Abkommen soll Wachstum und neue Jobs bringen – in Europa wie auch in Japan. Aber wie steht es derzeit wirklich um die japanische Wirtschaft? Eine Einschätzung von Kei Okamura, Investment Manager bei Aberdeen Asset Management

Kei-Okamura-querformat-Kopie in In Japan haben die Neuigkeiten wenig Eindruck gemacht

Kei Okamura, Aberdeen Asset Management: “Abe könnte versucht sein, noch mehr für die Wirtschaft zu tun.”

Während der schwächere Yen und eine globale Erholung bei den Investitionen die Exporte beflügelten, gibt die Binnenwirtschaft ein gemischtes Bild ab. Niedrige Preise unterminieren die Anzeichen eines sich erholenden Konsums. Die Maßnahmen zur Liberalisierung der Märkte und zur Förderung des Wettbewerbs waren zu zaghaft. Nach wie vor sind alte Gewohnheiten tief verwurzelt – und die Zahl der Arbeitskräfte nimmt insgesamt weiter ab.

Anzeichen für steigende Konsumausgaben

Die annualisierten Kennziffern zum realen Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März wurden im Vergleich zum Vorquartal auf minus ein Prozent nach unten korrigiert, um das reale BIP den schwankenden Lagerbeständen anzupassen. Vernachlässigt man jedoch diese Kennzahl, zeigt sich, dass Japans Wirtschaft weiterhin robust ist – trotz abnehmender Bevölkerung. Japans Wachstum wurde von steigenden Exporterlösen unterstützt, die einer globalen Erholung bei Investitionen geschuldet sind. Zudem gibt es Anzeichen für steigende Konsumausgaben. Dennoch bleiben die Verbraucherpreise aller Voraussicht nach auch zukünftig eine Herausforderung. Damit bleibt der Bank of Japan keine andere Möglichkeit, als ihre außergewöhnlichen geldpolitischen Stimulus-Maßnahmen mittelfristig weiterzuführen.

Richtungsweisendes Handelsabkommen

Vor diesem Hintergrund und dem noch frischen Scheitern des pazifischen Handelsabkommens TPP, nutzte Abe das Vorfeld des G20-Gipfels, um ein richtungsweisendes Handelsabkommen zwischen der EU und Japan bekanntzugeben. Dies soll Europa den Weg zu einem höheren Export von Agrarerzeugnissen nach Japan und – genauso umstritten – Japan den zu einem höheren Absatz von Fahrzeugen nach Europa ebnen. Während das auf dem Papier gute Nachrichten sind, bleiben wichtige Aspekte des Abkommens ungeklärt – nicht zuletzt wie mögliche Konflikte beigelegt werden sollen. In Japan haben die Neuigkeiten wenig Eindruck gemacht.

Kabinettsumbildung erwartet

Und dies in einer Zeit, in der sich Ministerpräsident Abe ohnehin mit den niedrigsten Zustimmungswerten seit fünf Jahren konfrontiert sieht. Vor diesem Hintergrund wird Abe voraussichtlich im nächsten Monat sein Kabinett umbilden. Zudem könnte er vor dem Hintergrund der jüngsten deutlichen Wahlniederlage seiner LDP-Partei bei den Wahlen in Tokyo auch versucht sein, noch etwas mehr für die Wirtschaft zu tun, um Wählerstimmen zu gewinnen.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Multi-Asset – Kfz-Policen – Immobilieninvestments – Ruhestandsplanung

Ab dem 13. September im Handel.

Jubiläumsheft

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Zukunft der Versicherungsbranche + Unangenehme Wahrheiten: Vermittlerzahlen täuschen

Versicherungen

Grünen-Finanzexperte: Lebensversicherungen sterben langsam

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick befürchtet, dass mehrere Lebensversicherer wegen der langen Niedrigzinsphase den privaten Sicherungsfonds der Branche, Protektor, in Anspruch nehmen müssen.

mehr ...

Immobilien

Kaufen, wenn andere verkaufen

Der Zweitmarkt-Publikumsfonds der BVT nutzt die Investitionsvorteile am Zweitmarkt für geschlossene Immobilienbeteiligungen und investiert breit gestreut über verschiedene Initiatoren, Objektstandorte, Nutzungsarten, Mieter und Laufzeiten.

mehr ...

Investmentfonds

Sieben Anlagestrategien für den Spätzyklus

Die USA erleben ihre zweitlängste wirtschaftliche Expansion, die bereits zehn Jahre andauert. Und auch wenn derzeit kein Ende in Sicht ist, stellt sich die Frage, wie lange dieser noch anhalten wird. Laut Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, spricht vieles dafür, dass sich die US-Konjunktur im Spätzyklus befindet. Er nennt sieben Strategien, mit denen Anleger ihre Portfolios defensiver Ausrichten können.

mehr ...

Berater

Bafin hat Fragen an N26

Mögliche Sicherheitsmängel bei der Identifizierung von Neukunden bei der Online-Bank N26 haben die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. “Wir haben Erkenntnisse, dass das Foto-Ident-Verfahren angewandt wird, dem gehen wir nach”, sagte ein Sprecher der Bafin. “Dieses Verfahren entspricht nicht den hiesigen Ansprüchen an die Identifizierung von Neukunden.”

mehr ...

Sachwertanlagen

Erste Gläubigerversammlungen in Sachen P&R: Die Zeit drängt

Am 17. und 18. Oktober 2018 finden in der Münchner Olympiahalle die Gläubigerversammlungen in den Insolvenzverfahren für die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs GmbH, die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH sowie die P&R Transport-Container GmbH statt. Aufgrund der hohen Zahl von betroffenen Anlegern (insgesamt rund 54.000) dürfte es sich dabei um eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Deutschland überhaupt handeln. Warum eine rasche Umsetzung der Pläne des Insolvenzverwalters wichtig wäre

mehr ...

Recht

Mietwohnung: Muss ich renovieren oder nicht?

In deutschen Großstädten ist preiswerter Wohnraum knapp. Und gerade Studenten sind nicht allzu wählerisch. Früher oder später steht aber die Frage an: Muss ich renovieren? Und wer zahlt eigentlich für Reparaturen?
 Der Bundesgerichtshof hat kürzlich ein Grundsatzurteil gefällt, das die Rechte von Mietern weiter stärkt. Was dahinter steckt, verrät Rechtsanwalt und Arag-Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer.

mehr ...