24. Februar 2017, 13:45
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Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

In den entwickelten Ländern dürften sich die Inflationstrends im Jahr 2017 unterschiedlich entwicklen. Dies sagt Arif Husain, Portfoliomanager und Head of International Fixed Income bei T. Rowe Price.

Inflation-750 in Inflationsraten driften in Industriestaaten auseinander

Bei den Inflationsraten gibt es laut T. Rowe Price keinen eindeutigen Trend.

Einige Länder wie die USA oder Großbritannien hätten einen nachhaltigeren Preisdruck zu erwarten, während der jetzige Inflationsanstieg für die Eurozone nur temporär ausfallen dürfte.

In Großbritannien treibe die starke Abwertung des Pfunds die Importkosten in die Höhe, wodurch auch der Trend einer zunehmenden Inflation fortgeführt werden könnte. “Es ist wahrscheinlich, dass die Bank of England das Inflationsziel von zwei Prozent in diesem Jahr übertreffen wird. Dies könnte Rückwirkungen auf die geldpolitische Haltung der Zentralbank haben – gerade in einer Zeit, die ohnehin stark durch Unsicherheit geprägt ist. Das gilt insbesondere auch angesichts der anstehenden Brexit-Verhandlungen”, erklärt Husain.

Britische Staatsanleihen sehr anfällig

“Ich bin weiterhin besorgt, dass die Bank of England im Moment keine stichhaltige Begründung für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen hat. Denn die Inflation steigt und die Arbeitslosigkeit ist niedrig, also gibt es keinen Grund für die Zentralbank, ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern. Das macht britische Gilts sehr anfällig gegenüber dem drohenden Ende der quantitativen Lockerungen”, ergänzt Portfoliomanager Quentin Fitzsimmons. Dem Experten zufolge werden auch die USA im neuen Jahr mit steigendem Preisdruck konfrontiert werden. Denn in der US-amerikanischen Ökonomie herrsche beinahe Vollbeschäftigung und auch die von der Trump-Regierung geplanten steuerlichen Anreize würden ein Umfeld schaffen, in dem Lohnanstiege sehr wahrscheinlich seien.

In der Eurozone würde die Entwicklung hingegen voraussichtlich anders verlaufen als in den USA oder in Großbritannien. Insbesondere die Arbeitslosenquote von beinahe zehn Prozent illustriere die Problematik in Europa. Der reale Preisdruck bleibe deshalb wohl weiterhin niedrig. Der momentane Anstieg der Gesamtinflation sei hauptsächlich auf den erhöhten Ölpreis zurückzuführen. Portfoliomanager Kenneth Orchard schätzt die Chancen für einen nachhaltigen Anstieg des Inflationsniveaus daher niedrig ein: “Auch die Europäische Zentralbank wird sich bewusst sein, dass die momentane Gesamtinflation dem Einfluss der gestiegenen Energiepreise geschuldet ist und in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich wegfallen dürfte”. Die Kerninflation liege seit fast vier Jahren unter einem Prozent und die Möglichkeit, einen anhaltenden Aufwärtstrend innerhalb der nächsten zwölf Monate zu erleben, ist sehr gering.“

Bundesanleihen haben noch Potenzial

Vor diesem Hintergrund böte sich für globale Anleiheportfolios eher eine Untergewichtung von Gilts an. “Stattdessen haben wir unser globales Bonds-Portfolio um amerikanische inflationsgebundene Anleihen erweitert”, sagt Orchard. Derweil sieht sich das Fixed-Income-Team darin bestätigt, dass deutsche Bundesanleihen in der gegenwärtigen Situation noch Value bieten. Angesichts der erhöhten politischen Unsicherheit in den USA und der erwarteten restriktiveren Gelpolitik der amerikanischen Federal Reserve könnten Bundesanleihen zum sicheren Hafen für Anleger werden, die Alternative zu amerikanischen Treasuries suchen. (tr)

Foto: Shutterstock

 

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