IWF erhöht Prognose für globales Wachstum

Mit der Weltwirtschaft geht es noch etwas stärker bergauf, sagt der Internationale Währungsfonds voraus. Doch die Experten warnen: Die Risiken durch Protektionisten wie Donald Trump werden eher größer.

Christine Lagarde
IWF-Direktorin Christine Lagarde sieht weltweit konstant gute Wirtschaftsdaten.

Ungeachtet zahlreicher politischer Risiken in aller Welt hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für die Weltwirtschaft leicht erhöht. Die globale Wirtschaftsleistung werde im laufenden Jahr um 3,5 Prozent zulegen. „Konstant gute wirtschaftliche Nachrichten summieren sich zu einer heller werdenden weltweiten Prognose“, sagte der Chefvolkswirt des IWF, Maurice Obstfeld, am Dienstag in Washington. Im zurückliegenden Ausblick im Januar hatte der IWF noch mit einem Plus von 3,4 Prozent gerechnet. Im vergangenen Jahr war die Weltwirtschaft um 3,1 Prozent gewachsen. 2018 werden unverändert 3,6 Prozent vorhergesagt.

Erhöhte Wachstumsperspektive für Deutschland

Für Deutschland sehen die Konjunkturexperten des IWF ebenfalls eine leicht erhöhte Wachstumsperspektive und gehen von einem Plus von 1,6 Prozent im laufenden Jahr aus. 2018 werde die deutsche Wirtschaftsleistung noch um 1,5 Prozent wachsen, hieß es. Damit bewegt sich Deutschland in etwa im Schnitt der Länder der Eurozone. Obstfeld warnte jedoch speziell vor der Lage in den USA, wo sich der unter Barack Obama begonnene Aufschwung zwar auch unter seinem Nachfolger Donald Trump fortsetzt, dessen protektionistische Ansätze aber weltweiten Schaden anrichten könnten. „Ob das gegenwärtige Momentum beibehalten werden kann, bleibt eine offene Frage.“

Zu der expansiven, auf staatliche Anreize setzenden Wirtschaftspolitik Trumps komme die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Eine weitere rasche Erhöhung der Leitzinsen würden den Dollar weiter stärken und vor allem Länder und Unternehmen treffen, die in US-Dollar verschuldet sind. Hinzu komme, dass die Fed bald beginnen wolle, sich von dem Ballast massenhaft aufgekaufter Anleihen zu trennen. Die Folge dieser Mixtur könnte eine inflationäre Tendenz sein, die den Dollar noch mehr nach oben treibe.

Seite zwei: Chinas Politik kann Stabilität gefährden 

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