Mifid II: Sechs Nachteile für Bankkunden

3. Kostenausweis gelingt nicht immer

Der Gesetzgeber verlangt künftig eine bessere Kostentransparenz. Die Banken sind verpflichtet, bereits vor dem Geschäftsabschluss alle anfallenden Kosten auszuweisen.

Das Dilemma der Banken dabei: Zu diesem Zeitpunkt stehen die Kosten je nach Produktart noch gar nicht konkret fest. Die Institute müssen also auf die Vorjahreswerte zurückgreifen, um eine angenäherte Schätzung abzugeben.

In den neuen jährlichen Kostenreports werden die Kunden beispielsweise dann auch nicht die tatsächlich angefallenen Produktkosten ihres Fonds sehen, sondern gegebenenfalls die Zahlen aus dem Jahresabschluss des Vorjahres.

4. Kein Durchbruch der Honorarberatung

Auch unter Mifid II wird kein Durchbruch der Honorarberatung erfolgen, da der organisatorische Aufwand für die Institute zu hoch ist. „Die Banken werden sich also nicht von ihrem traditionellen Modell der abhängigen Beratung abwenden“, zeigen die Erfahrungen von Melanie Purgar.

Doch sie müssen explizit auf diese Art der Vergütung hinweisen und gleichzeitig an der Qualität ihrer Dienstleistungen arbeiten. Sonst dürfen sie die Provisionen für die Vermittlung von Finanzprodukten nicht mehr behalten. Zur Qualitätssteigerung zählt beispielsweise ein verbesserter Zugang zu Beratungsdienstleistungen – auch in Form eines engmaschigen Filialnetzes.

Damit könnte sogar dem „Filialsterben“ in der Fläche entgegengewirkt werden. Im Katalog der potenziellen Qualitätsverbesserungen ist außerdem von Online-Tools die Rede, die den Kunden bei der Überwachung und Beurteilung des Portfolios unterstützen sollen. Solche Maßnahmen sind bestenfalls ohnehin bei vielen Banken geplant, die ihr Online-Angebot ausbauen wollen.

Seite drei: Mehr Bürokratie

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