1. Dezember 2017, 06:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mifid II: Wie entwickeln sich die Recherchekosten?

“Die neuen Regeln sind jedoch kein Allheilmittel. Einige unserer Studienteilnehmer sind besorgt über ungewollte Nebeneffekte. Sie befürchten unter anderem eine schlechtere Verfügbarkeit sowie eine Reduzierung des Research-Angebots.”

Uneinig sind seien sich die Befragten über die Höhe der jährlich zu erwartenden Kosten für Research. Das deute zum einen auf die vielfältigen Investmentstrategien hin, zum anderen aber auch auf die große Unsicherheit bezüglich der Preisbildung, die noch immer Verhandlungen unterliegt.

Der Medianwert der jährlich zu erwartenden Kosten für Aktien-Research betrage zehn Basispunkte. Dies entspricht einem Betrag von einer Million Euro pro Jahr für ein fiktives Volumen von einer Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Die Kosten für Research im Bereich Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) seien mit rund 350.000 Euro pro Jahr bei einem Nominalvolumen von einer Milliarde Euro verwaltetem Vermögen etwa halb so hoch wie für Aktien-Research.

21 Prozent der Befragten seien noch unsicher darüber, wie ihr Unternehmen den Großteil der Aufwendungen decken wird. Jeder zweite Marktteilnehmer (53 Prozent) gehe davon aus, dass die Kosten von den Investmentunternehmen übernommen werden. 15 Prozent erwarten laut der Studie, dass Analyseleistungen dem Kunden in Rechnung gestellt werden, während zwölf Prozent der Befragten von einer gemischten Verteilung ausgehen.

Möglicher Wettbewerbsnachteil für kleinere Unternehmen

Die Übernahme der Analysekosten durch die Unternehmen korreliere direkt mit der Höhe der verwalteten Vermögen. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten aus Investmentfirmen mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 250 Milliarden Euro würden erwarten, dass ihr Unternehmen die Kosten tragen wird.

Recherechekostenneu in Mifid II: Wie entwickeln sich die Recherchekosten?

Quelle: CFA Institute 2017, eigene Darstellung

Dagegen liege der Anteil bei Marktteilnehmern mit weniger als einer Milliarde Euro verwaltetem Vermögen bei lediglich 42 Prozent. Darüber hinaus äußerten sich die Investmentexperten besorgt über einen möglichen Wettbewerbsnachteil für kleinere Unternehmen. Dies spiegele die Befürchtungen der Industrie wider, dass die Veränderungen zum Marktaustritt einiger kleinerer Unternehmen führen und den Konsolidierungsprozess zugunsten großer, globaler Organisationen weiter vorantreiben werden.

Mifid II werde sich auch auf die Anbieterseite von Research auswirken. 78 Prozent der befragten Investmentexperten gehen nach Angaben des CFA Institutes davon aus, dass sie künftig weniger Research von Investmentbanken beziehen werden. 44 Prozent würden erwarten, dass Research künftig vermehrt im eigenen Haus stattfindet. (kl)

Foto: Shutterstock

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Wenn sich Langfinger mit dem GPS-System vom Acker machen

Die LVM-Kraftfahrtversicherung hat ihr Leistungsportfolio in der Kaskoversicherung weiter ausgebaut. Zu den Leistungsverbesserungen gehört eine wesentliche Neuerung für die Landwirtschaft: Der Versicherer übernimmt ab sofort die Kosten für den Diebstahl mobiler GPS-Geräte aus landwirtschaftlichen Zug- und Arbeitsmaschinen.

mehr ...

Immobilien

Reform des Mietspiegels: BFW warnt vor Schönfärberei

Die schwarz-rote Bundesregierung plant den Mietspiegel anders als bislang berechnen zu lassen. Heute findet zu den geplanten neuen Regelungen eine Anhörung im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags statt. Der BFW bemängelt unter anderem fehlende Realitätsnähe.

mehr ...

Investmentfonds

Das Versprechen der Künstlichen Intelligenz einlösen

Es scheint nicht so lange her zu sein, dass Künstliche Intelligenz und Machine Learning als Science Fiction angesehen wurden. Jetzt beschäftigen seine Auswirkungen die Gedanken der Menschen in allen Branchen – und Asset Management ist da keine Ausnahme, meint Charles Ellis von Mediolanum International Funds.

mehr ...

Berater

Digitalisierung in der bAV: Abwarten ist der schlechteste Ausweg

Die Verwaltung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wird aktuell auf breiter Fläche modernisiert. So verwendet ein Drittel der Unternehmen bis zu 30 Prozent seiner Administrationsbudgets für Digitalisierungsprojekte. Im Vorjahr investierte erst ein Fünftel eine vergleichbare Summe. Dies ergab eine Befragung von 54 Unternehmen durch den bAV-Dienstleister Willis Towers Watson.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Bestes Platzierungsergebnis der Unternehmensgeschichte”

Der Fonds Nr. 42 des Asset Managers ILG ist vollständig platziert. In elf Wochen wurden demnach rund 42,4 Millionen Euro Eigenkapital von privaten und semiprofessionellen Anlegern für den alternativen Investmentfonds (AIF) eingeworben.

mehr ...

Recht

GroKo verpasst echte Chance auf “Meilenstein”

Als „sozialpolitischen Meilenstein“ hatten die Spitzen der Großen Koalition am Sonntag die Ergebnisse des Koalitionsausschusses bezeichnet und ihre Einigung, etwa zur Grundrente und einem weitergehenden Sozial-und Leistungspaket vorgestellt. Für den DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte eine vertane Chance.

mehr ...