9. Juni 2017, 10:46
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Performance steckt in der Pipeline

Von 2012 bis Ende des dritten Quartals 2015 waren Biotechnologieunternehmen äußerst erfolgreich. Dann fielen ihre Aktien – bis Anfang Juli 2016 um 35 Prozent. Am besten spiegelt der Nasdaq Biotechnology Index die Entwicklung, denn er besteht vorwiegend aus US-Unternehmen. Er ist seit Mitte 2016 unter Schwankungen gestiegen. In den letzten Monaten gab er allerdings nach.  Ein Kommentar von Rudi Van den Eynde, Candriam

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Rudi Van den Eynde, Candriam

Ursache für den Rückgang war die Befürchtung von Anlegern, dass die Trump-Administration die von Obama eingeführte Rückerstattung von Gesundheitskosten aufhebt und in die Arzneimittelpreisgestaltung eingreift. hätte dies tatsächlich erhebliche Folgen für die Finanzlage des Biotechnologiesektors? Es gibt gute Gründe, dies zu bezweifeln. In den USA machen Arzneimittel nur zehn Prozent der Gesundheitskosten aus, und nur 45 Prozent davon trägt der Staat. Für den Rest kommen private Krankenversicherungen auf. Deshalb dürften Regierungsentscheidungen nur marginale Auswirkungen auf die Arzneimittelpreise haben. Die Preisfestlegung wird sich im Prinzip nicht ändern. Mit Produkten, die erhebliche medizinische Vorteile bieten, lassen sich somit weiter attraktive Margen erzielen.

Komplexe Biotechnologie-Medikamente

Auch wenn sogenannte “biotechnologieähnliche” Medikamente, vor allem Generika, die Gesundheitsbudgets langfristig entlasten können, haben sie nicht die gleiche Bedeutung wie konventionelle Arzneimittel-Generika. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind Biotechnologie-Medikamente komplexer als konventionelle und deshalb schwerer zu kopieren. Zum anderen fordern die Arzneimittelkontrollbehörden in den USA und Europa für die Zulassung von Generika umfassende klinische Tests, weshalb sich die Konkurrenz für Biotechnologieunternehmen in Grenzen hält.

Innovation ist wichtigster Faktor zur Beurteilung von Biotech-Firmen

Hinzu kommt, dass Innovation ein wichtiger Faktor für die Beurteilung von Biotechnologieunternehmen ist. Von der einfachen Pille bis zu Proteinarzneimitteln hat der Sektor einen weiten Weg zurückgelegt. Gentherapien und genetische modifizierte Zellen sind schon heute Realität. Beispielsweise wird Krebs heute kaum noch mit einfachen Chemotherapien, sondern mit sehr gezielten Maßnahmen behandelt. Loxo Oncology hat die Ursachen bestimmter Tumore erkannt und entwickelt spezielle Inhibitoren. Auch Clovis hat dank seines Inhibitors zur Behandlung von Zellschäden hervorragende Ergebnisse bei der Behandlung von Eierstockkrebs vorgelegt. In beiden Fällen haben die Erfolge zur starken Kursanstiegen geführt.

Seite zwei: Fusionen und Übernahmen treiben den Sektor

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