12. Juli 2017, 06:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Trumponomics und Teuerung zunächst auf Eis gelegt

Die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten weckte die Erwartung, dass er die Wirtschaft grundlegend erneuern würde. Doch die ersten 100 Tage seiner Amtszeit waren überwiegend von Aktivismus geprägt. Eine ähnliche Hektik legen auch die Notenbanken an den Tag. 
Ein Kommentar von Christophe Bernard, Chefstratege von Vontobel Asset Management

Liquiditaet-bernard in Trumponomics und Teuerung zunächst auf Eis gelegt

Christophe Bernard, Vontobel, erwartet bis Jahresende weiterhin solide Unternehmensgewinne.

Beide Gemengelagen lassen eigentlich ein Reflationsszenario erwarten, also ein Umfeld mit steigenden Preisen und günstigen Konjunkturaussichten. Inzwischen hat jedoch die neue US-Regierung viel von ihrem ursprünglichen Schwung verloren und der Ölpreis hat sich unerwartet verbilligt. Damit sind sowohl “Trumponomics” als auch Inflation vorerst auf Eis gelegt.

Deregulierung kommt voran

Noch vor sechs Monaten stimmten uns Donald Trumps Ideen eines ehrgeizigen Konjunkturprogramms für die US-Wirtschaft zuversichtlich. Die neue US-Regierung hat jedoch in dieser Hinsicht wenig erreicht. So sind weder bei den Steuersenkungen noch bei dem geplanten Infrastrukturprogramm Fortschritte zu erkennen. Fairerweise muss man jedoch zugeben, dass die US-Regierung bei der Deregulierung deutlich vorangekommen ist. So kann sich neben den Bereichen Energie, Bauwesen und Versorgung demnächst auch der Bankensektor umfangreicher Deregulierungen erfreuen. Diese Maßnahmen und die Tatsache, dass Trump seinen handelsfeindlichen Äußerungen keine Taten folgen lässt, haben zwar zu einer anhaltend guten Stimmung unter den kleineren Unternehmen geführt. Trotzdem haben wir unsere Prognose für das Wachstum des BIP in den USA für 2017 von 2,5 auf 2,2 Prozent gesenkt.

Geringer Inflationsdruck hält an

Was die Inflationserwartung betrifft gehen wir davon aus, dass das derzeitige Umfeld einer synchronen globalen Erholung mit geringem Inflationsdruck bis zum Jahresende anhalten dürfte und dass die soliden Unternehmensgewinne sowie die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Finanzmärkte weiter stützen werden. Zudem ist es beruhigend zu sehen, dass sich die Lage nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens entspannt hat und die gegen die Europäische Union gerichtete Welle des Populismus abgeebt ist. In diesem Zusammenhang haben wir infolge der anhaltenden globalen Erholung und des gesunkenen systemischen Risikos unsere BIP-Prognose 2017 für die Eurozone von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

Unerwartet schneller Anstieg des Leitzinses in den USA möglich

Eine unerwartete Konjunkturabkühlung könnte zweifellos die Unternehmensgewinne in einer Zeit belasten, in der sich die Aktienbewertungen auf einem historisch hohen Niveau befinden. Als mögliche Auslöser kommen Fehler der chinesischen Führung oder verschärfte Spannungen auf der koreanischen Halbinsel in Frage. Zudem könnte ein möglicher Ölpreisverfall auf unter 40 US-Dollar die Aussichten für die Emittenten aus dem Energiesektor verdüstern, was wiederum die breiten Anleihenmärkte in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Aber auch eine Beschleunigung des Lohnwachstums in den Vereinigten Staaten könnte zu einem unerwartet schnellen Anstieg des US-Leitzinses und somit einer Marktkorrektur führen. Beide Szenarien sind jedoch bis zum Jahresende höchst unwahrscheinlich.

Foto: Vontobel AM

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Welt-Alzheimertag: Welcher Versicherungsschutz ist für Demenzkranke wichtig?

Am kommenden Samstag ist Welt-Alzheimertag. An diesem Tag wird jährlich auf das Thema Demenz und die Situation Demenzkranker aufmerksam gemacht. 1,7 Millionen Menschen sind laut Deutscher Alzheimer Gesellschaft in Deutschland von dieser Krankheit betroffen. 2060 sollen es nach dem Statistikportal Statista bereits 2,88 Millionen sein.

mehr ...

Immobilien

Weshalb der Staat das denkbar schlechteste Wohnungsunternehmen ist

Ob BMW, Lufthansa oder Deutsche Wohnen – niemand ist mehr sicher vor einer Verstaatlichung oder euphemistisch: „Rekommunalisierung“. Gemeinsam propagieren sie den falschen Glauben daran, dass der Staat der bessere Unternehmer sei. Wenn Wohnungen in der Hand des Staates sind, so die Annahme der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen Enteignen“, wird alles besser. Ein Kommentar von Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der FDP Bayern.

mehr ...

Investmentfonds

Wir gehen auf die Straße!

Am 20. September findet der dritte globale Klimastreik statt – weltweit werden Menschen auf die Straße gehen und für die Einhaltung des Parisabkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung laut werden. Seit 1995 tritt ÖKOWORLD für den Klimaschutz und für die Ökologisierung der Wirtschaft ein.

mehr ...

Berater

Allianz Global Wealth Report: Es gibt keine Gewinner

Der zehnte „Global Wealth Reports“ der Allianz zeigt, dass 2018 erstmals die Geldvermögen in Industrie- und Schwellenländern gleichzeitig zurückgegangen sind. Selbst 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, war dies nicht der Fall. Ein Kommentar von Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...