26. Februar 2018, 07:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fünf Mythen über Anleihen

Die Assetklasse der Anleihen ist nicht leicht zu verstehen. Ihr Wert wird nicht nur die regelmäßigen Auszahlungen und den Nennwert bestimmt, er hängt von mehreren Faktoren ab. Anleihemärkte werden oft falsch verstanden. Es ist Zeit, die fünf größten Mythen über Anleihen aufzuklären: Gastbeitrag von Nicholas Gartside, J.P. Morgan

Bonds-anleihen-renten-income-shutterstock 409365679 in Fünf Mythen über Anleihen

Anleihen sind nicht nur aufgrund der geringen Renditen bei Anlegern unbeliebt.

Die Marktbewegung Anfang Februar war eine gesunde Korrektur, die eine gute Gelegenheit zur selektiven Erhöhung des Risikoengagements bot. Das fundamentale Umfeld ist weiterhin sehr robust und rechtfertigt daher den behutsamen Abbau der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken.

Andererseits signalisiert die anhaltende Nachfrage nach bonitätsstarken Anleihen in Kombination mit einer allmählich steigenden, aber nicht außer Kontrolle geratenen Inflation, dass ein drastischer Anstieg der Rendite zehn-jähriger US-Staatsanleihen auf über drei Prozent nicht zu erwarten sei. Rund um die Anleihenmärkte kursieren fünf Mythen, die auch in 2018 auf die Probe gestellt werden können:

1. Mythos: Die Inflation ist tot

Anleiheninvestoren haben sich in einer Welt der verhaltenen Inflation sehr wohl gefühlt und werden möglicherweise in diesem Jahr eine Überraschung erleben. Kurzfristige Inflationskennziffern haben bereits begonnen anzusteigen, insbesondere in den USA. Unternehmensinvestitionen schnellten 2017 in die Höhe – diese gehen normalerweise mit einer höheren Produktivität einher, die in der Vergangenheit das Lohnwachstum förderte.

Die geldpolitischen Erwartungen haben sich allerdings noch nicht an das veränderte Umfeld angepasst. In Europa befinden sich die Leitzinsen weiterhin auf Krisenniveau und der Markt preist die erste Leitzinserhöhung nicht vor Ende 2019 ein. Doch befindet sich Europa unserer Überzeugung nach nicht mehr in der Krise – im Gegenteil: Europa ist eine große wirtschaftliche Erfolgsgeschichte.

Da aber per Ende des letzten Jahres laut Bank of America Merrill Lynch immer noch ein Drittel der Renditen auf dem europäischen Anleihenmarkt im negativen Bereich notierten, dürfte wohl eine schmerzhafte Zeit bevorstehen.

2. Mythos: Politische Ereignisse sorgen in diesem Jahr für Störfeuer an den Märkten

Investoren mögen in Sachen Inflation zu optimistisch sein, andererseits zeigen sie sich über politische Risiken etwas zu besorgt. Weltweit stehen in diesem Jahr 84 Wahlen an – das ist etwa alle vier Tage eine Entscheidung. Im Gegensatz zu den eher dramatischen Wahlergebnissen der vergangenen zwei Jahre dürften diese politischen Ereignisse allerdings alles andere als aufsehenerregend ausfallen.

Seite zwei: Warum wir uns nicht in einer Kreditblase befinden

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Frauen arbeiten vor der Rente immer länger

Die Dauer der gesetzlichen Rentenabsicherung vor dem Ruhestand ist bei Frauen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, wie neue Rentendaten zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

mehr ...

Immobilien

Das sollten private Vermieter beachten

Die meisten Wohnungen gehören in Deutschland Privatleuten. Sie vermieten meistens nur ein oder zwei Einheiten. Kleinvermieter nutzen die Immobilie häufig als Kapitalanlage oder als Finanzierungsbeitrag zum Bau des Eigenheims. Worauf es für private Vermieter ankommt.

mehr ...

Investmentfonds

Britische Staatsanleihen: Sorgen Brexit und Corona für negative Renditen?

Die anhaltende Covid-19-Pandemie und der zäh verlaufende Brexit-Prozess könnten die Renditen britischer Staatsanleihen unter die Nullgrenze bringen, kommentiert Colin Finlayson, Co-Manager des Aegon Strategic Global Bond Fund bei Aegon Asset Management.

mehr ...

Berater

Recruiting: Warum die Story stimmen muss

Vielen jungen Absolventen und Berufseinsteigern gilt die Finanzdienstleistungsbranche zu sehr als “old men network”, sie zieht es zu den vermeintlich jungen und hippen Fintechs. Bei ihren Rekrutierungsbemühungen steht sich die Branche aber auch selbst im Weg.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin nimmt Deutsche Edelfisch DEG II ins Visier

Die Finanzaufsicht BaFin hat den hinreichend begründeten Verdacht, dass die Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG in Deutschland Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen ohne das erforderliche Wertpapier-Informationsblatt öffentlich anbietet. Im Markt der Vermögensanlagen ist das Unternehmen nicht unbekannt.

mehr ...

Recht

Berliner Verfassungsgerichtshof setzt Mietendeckel-Verfahren aus

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat die Prüfung des umstrittenen Mietendeckels ausgesetzt. Man wolle zunächst den Ausgang der anhängigen Verfahren dazu beim Bundesverfassungsgericht abwarten, teilte das höchste Berliner Gericht am Donnerstag mit.

mehr ...