12. Februar 2018, 11:34
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Schwaches Jahr für Anleiheninvestoren

Die Aktienmärkte haben im Januar noch ein positives Jahr 2018 versprochen, vergangene Woche drehte sich das Bild. Auch die Zinsen werden weiter steigen. Dennoch werden im kommenden Jahr Aktienanleger stärker als Bondanleger profitieren. Gastbeitrag von Ufuk Boydak und Dr. Christoph Bruns, beide Loys.

 in Schwaches Jahr für Anleiheninvestoren

Ufuk Boydak und Dr. Christoph Bruns: “Die Zinswende in den USA kann in Europa nicht ignoriert werden und wird über kurz oder lang ebenfalls zu steigenden Zinsen führen.”

Die gute Börsenstimmung des Jahres 2017 fand im Januar zunächst ihre Fortsetzung. Motiviert durch eine Unternehmenssteuerreform in den USA legten die Weltbörsen unter der Führung der USA zunächst eine furiose Gangart an den Tag. Starke Zuflüsse in Aktienfonds erwiesen sich als zusätzlicher Treibsatz für die Aktienmärkte.

Technologietitel wussten sich dabei besonders in Szene zu setzen. Am Monatsende kühlte die Euphorie dann aber merklich ab, als steigende Langfristzinsen Wasser in den süßen Börsenwein gossen.

Zinswende in USA vollzogen

Ausgehend von der Wall Street zogen auch die europäischen Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve an. Für Bondanleger kündigt sich damit ein weiteres schwaches Jahr an. Obendrein steigerte der fortgesetzte Dollarverfall die Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Es besteht inzwischen kein Zweifel daran, dass die Zinswende in den USA vollzogen ist. Dort wird in diesem Jahr mit drei weiteren Leitzinserhöhungen gerechnet. Die Beobachtung der Inflation wird im Jahr 2018 von besonderer Wichtigkeit sein und Höhe sowie Geschwindigkeit des Zinsanstiegs bestimmen.

Diese Zinswende kann in Europa nicht ignoriert werden und wird über kurz oder lang ebenfalls zu steigenden Zinsen führen. Allerdings beharrt die Europäische Zentralbank darauf, dass in der Eurozone keine Eile für die Anhebung der Leitzinsen besteht.

Moderater Zinsanstieg

Ungeachtet der guten Konjunktur kann nicht geleugnet werden, dass sich das Geflecht aus niedrigem Euro, billigen Rohstoffpreisen, negativen Realzinsen und akzeptabler Bewertung sich mittlerweile verschlechtert hat.

Gleichwohl sind Zinsanlagen weit entfernt davon, attraktive Alternativen für Aktienanlagen darzustellen. Dafür sind die Zinsraten viel zu niedrig. Solange die wahrscheinlichen Zinssteigerungen nicht zu rasch und sprunghaft verlaufen, dürften die Eigenkapitalmärkte tendenziell weitere Gelder anziehen.

Riskante Indexfonds

Das Fondsmanagement von Loys geht davon aus, dass die Notenbanken als größter Marktteilnehmer an den Zinsmärkten alles unternehmen werden, um einen geordneten und zugleich moderaten Zinsanstieg umzusetzen. Hierin dürfte im Jahr 2018 die wichtigste Aufgabe der Notenbanken bestehen. Der Personalwechsel in der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) wirft aber Fragen über die künftige Marschrichtung auf.

Die Indexfondsindustrie wählt im Gegensatz zu Loys nicht bewusst Aktien aus, ihr einziges Kaufkriterium ist die Indexmitmitgliedschaft. Ein solches unökonomisches Vorgehen birgt erhebliche Risiken für die Anleger, sobald Größe und Güte der Aktien stärker divergieren.

Die zuletzt angestiegene Volatilität an den Börsen bringt auch Chancen mit sich. Solange es gelingt, Fonds mit unterbewerteten Aktien zu bestücken, bleiben die Aussichten für Aktienfonds positiv.

Ufuk Boydak ist Fondsmanager und Dr. Christoph Bruns Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys AG

Foto: Loys

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