16. August 2018, 12:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID II: Neue Verordnung für freie Vermittler rückt näher

Eine weitere Änderung der Gewerbeordnung soll die Umsetzung der MiFID II im freien Vertrieb vorbereiten und die Ermächtigung zur Neufassung der FinVermV erweitern. Unter anderem müssen die Vermittler künftig die Zielmarktbestimmung womöglich selbst vornehmen und können sich nicht auf den Anbieter verlassen.

Shutterstock 797143681 in MiFID II: Neue Verordnung für freie Vermittler rückt näher

Das Ministerium von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist federführend bei der Änderung der Gewerbeordnung und der Neufassung der FinVermV.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte weist in einem aktuellen Info-Newsletter auf den „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Akkreditierungsstellengesetzes und der Gewerbeordnung“ hin, der schon Ende Mai von der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurde.

Darin wird unter anderem die Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II für freie Vermittler durch eine Neufassung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung (FinVermV) weiter vorbereitet und die Ermächtigung zum Erlass einer solchen Verordnung nochmals erweitert.

Zwei neue Ermächtigungen

Demnach sollen der Ermächtigung zum Erlass der FinVermV zwei Punkte hinzugefügt werden. Zum einen kann sie künftig Regelungen enthalten, „die Struktur der Vergütungen der in dem Gewerbebetrieb beschäftigten Personen sowie die Verpflichtung, Interessenkonflikte zu vermeiden und bestehende offenzulegen“. Dabei geht es in erster Linie um das bekannte Thema Provisionen.

Zum anderen kann die neue FinVermV die Pflicht vorschreiben, „einen Zielmarkt im Sinne des (…) Wertpapierhandelsgesetzes für die Vermittlung von Finanzanlagen an Anleger zu bestimmen und diesen bei der Anlageberatung und Anlagevermittlung zu berücksichtigen.“

Das geht über die Vorschriften der MiFID II hinaus. „Freie Vermittler hätten demzufolge künftig nicht nur die Pflicht, einen bestimmten Zielmarkt zu berücksichtigen (wie dies in der MiFID-II-Richtlinie für von MiFID II ausgenommene freie Vermittler vorgesehen ist), sondern müssten diesen auch selbst bestimmen“, heißt es in dem Deloitte-Newsletter.

„Best execution“

Zudem sieht der Gesetzentwurf vor, dass Vorschriften zur bestmöglichen Ausführung von Kundenaufträgen erlassen werden können. Der Begründung zufolge sollen die Regelungen der MiFID II zu dieser „best execution“ in die neue FinVermV übernommen werden, „soweit dies sinnvoll und erforderlich ist.“

Ob die Neufassung der FinVermV von allen Punkten der Ermächtigung letztlich Gebrauch machen wird, bleibt abzuwarten. Allerdings obliegt die Federführung sowohl für die Änderung der Gewerbeordnung als auch für die neue FinVermV dem Ministerium für Wirtschaft und Energie von Minister Peter Altmaier (CDU). Insofern wäre es verwunderlich, wenn er sich selbst Rechte einräumt, die er am Ende nicht umsetzen will. (sl)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

MLP: Gesamterlöse steigen deutlich

Trotz der erwarteten negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Geschäftsfelder konnte die MLP Gruppe ihren Wachstumstrend der vergangenen Quartale fortsetzen und hat die Gesamterlöse im ersten Halbjahr 2020 um 9 Prozent auf den Höchstwert von 359,0 Mio. Euro gesteigert.

mehr ...

Immobilien

ZIA begrüßt e-Wertpapiere, will aber mehr

Der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, bewertet den kürzlich vorgelegten Gesetzentwurf zur Ein­füh­rung von elek­tro­ni­schen Wert­pa­pie­ren als einen “Meilenstein auf dem Weg hin zum digitalen Kapitalmarkt”. Doch der Verband hofft auf einen weiteren Schritt.

mehr ...

Investmentfonds

ifo Institut: Firmen erwarten normale Geschäftslage erst in 11 Monaten

Die deutschen Unternehmen erwarten erst in durchschnittlich 11,0 Monaten eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage. Das ist das Ergebnis der aktuellen ifo Konjunkturumfrage vom Juli.

mehr ...

Berater

Insolvenzen: Das dicke Ende kommt mit Sicherheit

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Wachstumseinbrüche im 2.Quartal waren ohne Zweifel dramatisch. Allerdings zeigt sich in den Konjunkturdaten sowie in den nunmehr akribisch verfolgten täglichen und wöchentlichen Echtzeitindikatoren, dass die meisten Länder den Weg aus der Talsohle bereits im Mai wieder eingeschlagen haben. Also alles wieder gut? Ein Kommentar von Stefan Schneider vom Deutsche Bank Research Management.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse sieht Zweitmarkt “zwischen Corona-Sorgen und Optimismus”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnete im Juli-Handel im Vergleich zu den Vorjahren eine leicht unterdurchschnittliche Handelstätigkeit bei etwas ermäßigten Kursen. Jedoch zeichne sich im Vergleich zu den Corona-geprägten Vormonaten eine leichte Erholung ab.

mehr ...

Recht

Banken profitieren von steigender Zinsmarge bei Wohnimmobilienkrediten

Wo sich noch ein freies Grundstück (in Ballungszentren) findet, wird gebaut und die eigenen vier Wände gelten als sicherer Rückzugsort – insbesondere für das eigene Geld. Von dieser Entwicklung profitieren insbesondere Banken bzw. Baufinanzierer.

mehr ...