3. Januar 2018, 13:15
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Das passiert 2018 an den Kapitalmärkten

Zinsen unterhalb der Inflationsrate erzeugen somit auch in 2018 über negative Realzinsen einen deutlichen Investitionsimpuls – ebenfalls ein Argument für steigende Aktiennotierungen.

In den USA unterstützt die kurz vor Jahresschluss endgültig beschlossene Reform der Unternehmensbesteuerung die Börsenentwicklung zusätzlich. Einige Firmen haben bereits angekündigt, Teile der eingesparten Steuerzahlungen für größere Investitionen zu nutzen oder sogar als Sonderbonifikationen an ihre Mitarbeiter auszuzahlen.

Steuerreformen

Voraussichtlich werden andere Nationen auf die US-Steueroffensive ebenfalls mit Erleichterungen für Unternehmen reagieren, um die Abwanderung von Kapital zu vermeiden. So kündigte beispielsweise China an, im Land angefallene Gewinne von ausländischen Unternehmen, die im Land reinvestiert werden, unter bestimmten Bedingungen von Steuerzahlungen zu befreien.

Die EU-Finanzminister äußerten sich Mitte Dezember hingegen kritisch gegenüber den US-Steuerplänen, weil sie Verstöße gegen internationale Handelsregeln befürchten. Eine konkrete Reaktion steht indes noch aus.

Aktien bleiben im Vergleich attraktiv

Die Gesamtkonstellation spricht in den kommenden Monaten für leicht steigende, im historischen Kontext aber weiterhin niedrige Zinsen. Verzinsliche Anlagen werden somit auch in 2018 nicht zu einer attraktiven Alternative im Vergleich zu Aktien.

Allein die Dividendenrendite der Dax-Unternehmen liegt derzeit noch bei 2,8 Prozent, im Euro Stoxx 50 sogar bei 3,3 Prozent. Zusammen mit der positiven Konjunktur ist damit die Voraussetzung für weiter steigende Aktienkurse gegeben.

US-Dollar/Euro-Wechselkurs

Die deutlich höheren US-Zinsen begrenzen zunächst das weitere Aufwertungspotenzial des Euro. Auf der anderen Seite sprechen ökonomische Aspekte gegen eine stärkere Aufwertung des US-Dollar. Vor allem ist der Konjunkturzyklus in den USA bereits deutlich älter als in Europa.

Die US-Ökonomie wächst seit 2010 durchgehend. Die US-Notenbank Fed hebt bereits seit 2015 sukzessive die Leitzinsen an. Beides erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das US-Wachstum ab 2019 nachlassen könnte. Für 2018 ist daher eine Seitwärtsbewegung des Euro im Vergleich zum US-Dollar innerhalb einer relativ engen Bandbreite anzunehmen.

Welt wartet nicht auf Deutschland

In Europa fokussieren sich die Marktteilnehmer Anfang 2018 auf die noch ausstehende Regierungsbildung in Deutschland. Unsere Basisannahme ist, dass eine Neuwahl vermieden werden kann, also eine (Minderheits-) Regierung in den ersten Wochen des Jahres zustande kommt.

Da sich im Vorwege nahezu alle Parteien darin einig waren, Steuern zu senken und Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Digitalisierung vorzunehmen, dürfte dies die deutsche Wirtschaft weiter anfeuern.

Seite drei: Das sind die Risiken

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