3. Januar 2018, 13:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Das passiert 2018 an den Kapitalmärkten

“Die Welt wartet nicht auf uns”, sagte Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Die schnelle Bildung einer neuen deutschen Regierung ist wichtig, um in der laufenden Diskussion über den Umbau der Eurozone mitreden zu können. Bisher haben sich vor allem Frankreichs Staatspräsident Macron und die Europäische Kommission geäußert.

Es ist wahrscheinlich, dass es in 2018 weitere Schritte geben wird, beispielsweise zu den Plänen einer Europäischen Verteidigungsunion. Insgesamt sollten diese Entwicklungen die Eurozone stabilisieren.

Risiken für Kapitalmärkte

Anfang März kann jedoch die Parlamentswahl in Italien zu einer Herausforderung für die Eurozone werden. Derzeit liegt ein Bündnis aus Forza Italia und Lega Nord in den Umfragen vorn. Auf dem zweiten Platz folgt die Fünf-Sterne-Partei Beppe Grillos. Allen gemein ist eine Euro- beziehungsweise europakritische Einstellung. Zwar ist ein Austritt Italiens aus der Eurozone unwahrscheinlich, Turbulenzen an den Börsen können aber trotzdem entstehen.

Zudem können geopolitische Aspekte jederzeit für einen zwischenzeitlichen erheblichen Verlust sorgen. Potenzial dafür haben beispielsweise der Nordkorea- und der Nahost-Konflikt. Auch die derzeitigen Unruhen im Iran könnten über eine Destabilisierung des Landes, möglichen Auswirkungen auf die Golfregion und daraus resultierenden Ölpreissteigerungen für Belastungen an den internationalen Börsen sorgen.

Inflation

Das aus heutiger Sicht größte Risiko liegt jedoch in der Unterschätzung der zu erwartenden Preissteigerungsraten. Die Inflation könnte bis Ende 2019 das Zünglein an der Waage sein. Sollte sie wie erwartet getrieben durch steigende Löhne und Rohstoffpreise sowie steigende Kapazitätsauslastungen nur langsam weiter anziehen, wären keine negativen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte zu erwarten.

Angesichts der überaus positiven konjunkturellen Entwicklung ist jedoch auch ein – eventuell sogar deutliches – Überschießen über die von der EZB und Fed avisierte Zwei-Prozent-Marke nicht auszuschließen. Das würde über stärker steigende Zinsen, teurere Refinanzierungen und höhere Bewertungen nachhaltige negative Auswirkungen auf Aktien, Immobilien und alle anderen im Zuge der Nullzinsphase im Kurs stark angestiegenen Anlageklassen haben.

Aktienmärkte 2018

Aus heutiger Sicht wiegen die Vorteile der Aktienmärkte gegenüber anderen Anlageklassen jedoch noch sehr schwer. Für einen länger anhaltenden negativen Trend fehlen bisher die Argumente. Doch kann es 2018 zu einer allgemeinen Euphorie unter den Marktteilnehmern kommen.

Dafür müssten allerdings zunächst die Kurse in kurzer Zeit stark steigen. Noch nicht ausreichend investierte beziehungsweise bisher skeptische Anleger würden den Eindruck gewinnen, von den stetig steigenden Notierungen nicht ausreichend zu profitieren, was zu Panikkäufen führen würde.

In der Berichterstattung würden die positiven Nachrichten überwiegen. Die Börse könnte heiß laufen, eine Korrektur wäre das Ergebnis. In 2017 haben die Kryptowährungen Bitcoin & Co. einen vergleichbaren Verlauf gezeigt. Die gute Nachricht: bis dahin gäbe es noch einige Kursgewinne zu erzielen.

Carsten Mumm ist Chefsvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel

Foto: Donner & Reuschel

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dr. Grabmaier als “Head of the Year” ausgezeichnet

Dr. Sebastian Grabmaier, CEO der JDC Group, ist auf der Cash.Gala 2019 zum “Head of the Year” ausgezeichnet worden und damit Teil einer Premiere.

mehr ...

Immobilien

Abwarten und Geld parken

Wirtschaftspolitische Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, ein immer wahrscheinlicher werdender No-Deal-Brexit und Rezessionsängste schüren bei Anlegern Unsicherheit. Was tun mit dem Geld? Ein Kommentar von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei der Crowdinvestment-Plattform zinsbaustein.de.

mehr ...

Investmentfonds

Financial Advisors Awards 2019: And the winners are…

…hieß es am 20. September für acht der Financial Advisors Awards 2019. Zum 17. Mal in Folge wurden die Branchenauszeichnungen im Rahmen der Cash.Gala verliehen. Die Bilder der Sieger

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...