16. Mai 2018, 15:13
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Rohöl: Langfristiger Preisverfall wahrscheinlich

Driscoll erwartet, dass sich die Preise für US-amerikanisches Rohöl wie der Sorte West Texas Intermediate langfristig bei durchschnittlich 40 bis 50 US-Dollar pro Barrel einpendeln werden.

Verhaltener Ausblick auf 2018

Für 2018 ist Driscolls Ausblick daher verhalten. Die Schätzungen für die US-Produktion seien zu niedrig. “Bei einer pauschalen Gewinnschwelle im Bereich von 50 US-Dollar je Barrel und weniger wird die für eine nachhaltige Erholung des Ölpreises notwendige Angebotsreduktion nicht einfach zu erreichen sein.”

“Sobald die Ölpreise oberhalb des für die Produktion notwendigen Anreizpreises liegen, ist es sehr einfach, den Markt zu sättigen. Das Angebot nimmt zu, die Nachfrage geht zurück, und im nächsten Moment stehen wir bei einem Preis von 30 US-Dollar pro Barrel”, so Driscoll.

Für dieses oder das kommende Jahr sei das eine greifbare Möglichkeit. Da sich die Technologien tiefgreifend geändert haben und Produzenten schnell preisgünstigen Nachschub herbeibringen, sei das die Zukunft des Öls.

Ähnlichkeiten mit 20-jährigem Bärenzyklu

Zudem ähnele das aktuelle Szenario stark dem  zwanzigjährigen Bärenzyklus der 1980er bis 1990er-Jahre. “Wie damals hängt die Entwicklung am Auftauchen kurzzyklischer, risikoarmer und nicht-OPEC-Produktion von nordamerikanischem Schieferöl. Und bislang wurden erst weniger als zehn Prozent des vorhandenen Öls gewonnen. Auch die Kostenkurve fällt auf globaler Ebene.”

Der zu erwartende Preisverfall könnte daher zu mehr Insolvenzen führen. Laut Driscoll stehen wir noch am Anfang eines säkularen Abschwungs, der von dem langfristigen Ungleichgewicht zwischen globalem Angebot und Nachfrage getrieben werde. Die Rohstoffmärkte realisierten nun die langfristigen, disruptiven Auswirkungen des US-amerikanischen Schieferölproduktionsvolumens.

“Zudem werden die enormen Produktivitätszuwächse die Kostenkurve für die Ölproduktion weiter reduzieren. Folglich antizipieren wir langfristig ein Niedrigpreisumfeld, unterbrochen von kurzen Zeiträumen mit überdurchschnittlicher Preisentwicklung”, schließt Driscoll.

Foto: Shutterstock

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