27. April 2018, 08:07
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sind chinesische Firmen zu sorglos?

Die chinesischen Unternehmen gehen überwiegend davon aus, dass es mit ihrer Volkswirtschaft weiter steil aufwärts geht. In einer Untersuchung des internationalen Kreditversicherers Coface rechnen 67 Prozent der 1000 befragten Unternehmen mit einem deutlichen Wachstum auch 2018. Nach Meinung des Kreditversicherers Coface ist der Optimismus allerdings nur zum Teil berechtigt.

Sind chinesische Firmen zu sorglos?

Hinter der tatsächlichen Entwicklung chinesischer Firmen steht ein großes Fragezeichen.

Die positive Erwartung beeinflusst offensichtlich auch die Haltung der Risikomanager. 59 Prozent berichteten, dass der Absatz ihrer Unternehmen 2017 gestiegen sei, 67 Prozent erwarten das auch für 2018. Bei den Prognosen für den eigenen Cashflow sind sie etwas vorsichtiger als bei der allgemeinen Einschätzung. 53 Prozent erlebten 2017 eine Verbesserung zum Vorjahr, 61 Prozent gehen davon aus, dass sich der Cashflow im laufenden Jahr besser darstellen wird.

Für Coface-Economist Carlos Casanova ist dieser Optimismus nur zum Teil berechtigt: “Ein großer Teil des Wachstums basiert auf einer hohen Verschuldung. Im internationalen Vergleich und in Relation zum Entwicklungslevel Chinas sind Schulden in Höhe von 250 Prozent des BIP extrem hoch.”

Zahl der Firmen mit finanziellen Schwierigkeiten dürfte steigen

Coface erwartet, dass in diesem Jahr noch mehr Unternehmen finanzielle Schwierigkeiten bekommen werden. Die vorsichtigere staatliche Geld- und Finanzpolitik werde insbesondere auf Unternehmen durchschlagen, die schon jetzt hoch verschuldet sind und lange Zahlungsverzögerungen verkraften müssen. Andererseits werde der Staat verhindern, dass mehrere gleichzeitige Stressfaktoren den Aufschwung gefährden. Eine Reihe von Reformen ist bereits eingeleitet, darunter ein Insolvenzgesetz, das auf die so genannten Zombie-Firmen ziele.

Regierung will riskante Kreditvergabe eindämmen

“Weitere Maßnahmen lassen erkennen, dass die Regierung riskante Kreditvergaben und die hohe Verschuldung von Unternehmen eindämmen will”, erklärt Carlos Casanova. Allerdings erfolge dies nicht nur nach rein wirtschaftlichen, sondern auch nach politischen Aspekten. So könnten Firmen, die zwar nicht sonderlich profitabel seien, aber viele Menschen beschäftigten, mit staatlicher Unterstützung rechnen. Sie bekämen weiterhin Subventionen und Garantien sowie günstige Kreditkonditionen. Das gelte auch für die staatlichen Unternehmen. Solche gestützten Zombi-Firmen gibt es hauptsächlich in Regionen mit Schwerindustrie. Sie gelten wirtschaftlich gesehen als “das alte China”, im Unterscheid zum “neuen China“, dessen Unternehmen sich höherwertigen Produkten und Dienstleistungen widmen. (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

myLife mit leichtem Gewinn

Die myLife Lebensversicherung AG, Göttingen, hat mit ihrem Fokus auf provisionsfreie Netto-Produkte weiter Erfolg. Im Geschäftsjahr 2017 wuchs das Neugeschäft im strategischen Kerngeschäft deutlich um 82,1 Prozent – von 60,8 Millionen Euro (2016) auf 110,7 Millionen Euro.

mehr ...

Immobilien

Immobiliendarlehen: DKB wegen Rückabwicklung verurteilt

Wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg aktuell feststellte, war ein Kunde der Deutsche Kreditbank AG (DKB) aufgrund seines erklärten Widerrufs nicht mehr verpflichtet, die in einem Darlehensvertrag vereinbarten Zins- und Tilgungsraten zu leisten.

mehr ...

Investmentfonds

20 Jahre EZB: Das Urteil der Ökonomen

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt es seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass haben deutsche Volkswirte die Arbeit des Instituts bewertet. Grundsätzlich fällt ihr Urteil positiv aus, doch nicht alle Ökonomen sind zufrieden.

mehr ...

Berater

Viele Kunden wollen auf Briefe nicht verzichten

Nur sechs Prozent der Versicherten lehnen digitale Angebote ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Kubus Privatkunden” von MSR Insights. Die Studie zeigt allerdings auch, dass nach wie vor Kundensegmente existieren, die auf klassische Kommunikation via Briefpost nicht verzichten wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vorstandswechsel bei der Immac-KVG

Mit Wirkung zum 1. Mai 2018 wurde Elisabeth Janssen zum Vorstandsmitglied der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung AG bestellt. Frank Iggesen verlässt das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Erbrecht: Demenz und Testierfähigkeit bei notariellem Testament

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Alzheimerdemenz. In einem aktuellen Urteil musste das Oberlandesgericht (OLG) Hamm nun darüber entscheiden, ob eine derartige Erkrankung ein notarielles Testament wegen Testierunfähigkeit unwirksam macht.

mehr ...