2. Januar 2018, 07:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Sind US-Value-Aktien wieder im Kommen?

Durch die Kombination von Wirtschaftswachstum, Steuerreform und geldpolitischer Straffung könnte es in den USA zu einer Verschiebung von Momentum- hin zu Value-Aktien kommen, meint Kasia Kiladis von Fidelity.

Trump-handel-usa-shutterstock 512913943 in Sind US-Value-Aktien wieder im Kommen?

Trumps Steuerreform könnte zu einem Stimmungsumschwung in den USA beitragen.

Die Anlagestile Momentum und Value stehen häufig in Konkurrenz zueinander. Während sich nach der Finanzkrise beide Stile weitgehend im Gleichschritt mit dem Index  bewegten, beschleunigte sich Ende 2014 mit dem Kapitalzufluss in den Technologiesektor der Trend bei Momentum-Titeln, während Value-Aktien zurückblieben. Die Kurskorrektur 2016 bei Value-Aktien – beflügelt von Trumps Wahlsieg – war nur von kurzer Dauer. Schon Anfang 2017 knüpften Momentum-Aktien wieder an ihre Outperformance an, während Value-Titel nicht Schritt hielten. Die potenziellen Treiber für Value-Aktien:

US-Steuerreform

Trumps Steuerreform, die eine Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent vorsieht, könnte Investitionen und Gewinnen kräftigen Auftrieb geben. Von den Steuersenkungen werden US-Unternehmen mit einem höheren effektiven Steuersatz überproportional profitieren. Bei ihnen handelt es sich meist um stärker auf den heimischen Markt fokussierte Akteure, während globale Konzerne aufgrund ihrer internationalen Aktivitäten mehr Gestaltungsspielraum in Steuerangelegenheiten haben. Diese weltweit tätigen Firmen finden sich verstärkt in den Branchen Technologie und Gesundheit, in denen Momentum- und Wachstumsaktien dominieren. Die größten Steuereinsparungen winken den auf den Binnenmarkt ausgerichteten Unternehmen, deren Aktien allgemein zu den niedriger bewerten Value-Titeln gehören.

Weltwirtschaft auf Wachstumskurs

Ein stabiles Wachstum rund um den Globus und positive Gewinnaussichten sind gute Voraussetzungen auch für den Value-Anlagestil: In den USA markierte das Verbrauchervertrauen unlängst den höchsten Stand seit 17 Jahren, in der Eurozone beschleunigte sich das BIP-Wachstum das vierte Quartal in Folge, und in Japan wurden die Gewinne im letzten Monat 1,7 Mal häufiger nach oben als nach unten korrigiert. Besonders günstig bewertete Unternehmen dürften am meisten von der guten Konjunktur, dem starken Verbrauchervertrauen und den positiven Gewinnkorrekturen profitieren.

Im letzten Jahr sind weltweit die Bewertungen in sämtlichen Branchen gestiegen. Auffällig ist jedoch, dass bei einigen das Anlegerinteresse sehr deutlich zurückging. Die Energie- und die Telekommunikationsbranche sind beispielsweise im Vergleich zu IT und Gesundheit inzwischen – relativ gesehen – günstiger als vor einem Jahr. Die Differenz zwischen dem zyklisch bereinigten KGV (CAPE) der teuersten bzw. günstigsten Branchen liegt momentan bei 28 statt 19 wie vor einem Jahr. Auch wenn global alle Branchen höher bewertet sind, gibt es relativ gesehen, noch immer Branchen, die ein Investment fundamental rechtfertigen.

Straffere Geldpolitik signalisiert Reflation

Eine Straffung der Geldpolitik signalisiert Reflation. Und die könnte sich langsam zu einem globalen Trend entwickeln. In den USA ist die Zinsstraffung in vollem Gange: Allein 2017 hat die US-Notenbank Fed die Zinszügel dreimal angezogen. Darüber hinaus hat sie die Wiederanlage von Geldern aus fälligen Anleihen seit Oktober 2017 um 50 Milliarden US-Dollar pro Monat verringert.

Reflation verheißt Gutes für Aktien, profitieren sie doch von Erwartungen auf langfristig steigende Gewinne. Im Zusammenspiel mit den niedrigen Bewertungen im Value-Sektor könnte das erheblichen Spielraum für ein Comeback von Value-Aktien andeuten. Solche Werte mit hoher operativer und finanzieller Verschuldung könnten kräftig zulegen, die Kurse von Unternehmen mit hohen Bewertungen jedoch zurückfallen.

Kasia Kiladis ist Investmentspezialistin für US-Aktien bei Fidelity International.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

TÜV Rheinland: E-Kennzeichen auch für Hybridfahrzeuge

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch: Wurden 2017 in Deutschland 25.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, waren es allein im ersten Quartal 2019 immerhin schon 16.000. Besitzer von reinen E-Autos sowie Brennstoffzellen- und Hybridfahrzeugen können ein sogenanntes E-Kennzeichen beantragen – und künftig davon profitieren.

mehr ...

Immobilien

Das Runde muss ins Eckige: DFB-Pokal-Finalisten Leipzig und München im Immobilien-Match

Osten gegen Süden, so will es das diesjährige DFB-Pokal-Finale. Am 25. Mai 2019 treffen der RB Leipzig und der FC Bayern München im Berliner Olympiastadion aufeinander. Während schon die ersten Wetten auf Hochtouren laufen, wer die begehrte Trophäe nach Hause holen wird, hat der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler die beiden Finalisten bereits vorab im Immobilien-Städte-Ranking gegeneinander antreten lassen.

mehr ...

Berater

Zusatzangebote im Internet sichern das Überleben der Vermittler

“Nur wer Drittanbieter ins Boot holt, kann gegen innovative InsurTechs und die großen Player wie Google und Amazon bestehen”, sagt Matthias Höhne, globaler Leiter Insurance bei BearingPoint. Ein aktuelles Paper der Management- und Technologieberatung zeigt, wie Versicherer ein solches hybrides Geschäftsmodell in die Praxis umsetzen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Primus Valor schließt Portfollio-Transaktion mit Swiss Life ab

Swiss Life AssetManagers hat mit Unterstützung von CORPUS SIREO Real Estate 93Liegenschaften des so genannten «AGORA» Immobilienportfolios veräußert. Die rund 1.800 Mieteinheiten, zu denen 1.500 W ohnun- gen mit einer Gesamtmietfläche von insgesamt zirka 123.000 Quadratmetern und 300 Gewerbeeinheiten zählen, wurden von zwei Fondsgesellschaften der Primus Valor Gruppe aus Mannheim erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...