2. März 2018, 15:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Trump macht Ernst: Das sagen Ökonomen zu den US-Schutzzöllen

US-Präsident Donald Trump macht seine Drohungen aus dem Wahlkampf wahr und beginnt, die USA im Außenhandel abzuschotten. 25 Prozent auf Stahl, zehn Prozent auf Aluminium – so viel teurer sind künftig Einfuhren in die USA. Nach Trumps ökonomischer Logik können die USA dieses “Spiel” nur gewinnen, weil sie mit praktisch jedem Land Handelsverluste erlitten. Was sagen Ökonomen zu dem ersten größeren Schritt in Richtung Trumps Ziel, Amerika auch im Außenhandel wieder “groß” zu machen?

Trump-handel-usa-shutterstock 512913943 in Trump macht Ernst: Das sagen Ökonomen zu den US-Schutzzöllen

US-Präsident Donald Trump sorgt mit den Strafzöllen auf importierte Stahl- und Aluminiumprodukte nicht nur für herbe Kritik bei Europas Politikern, sonder auch für Kopfschütteln bei Ökonomen.

Jürgen Matthes, Institut der Deutschen Wirtschaft
“Die USA drohen mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte. Die EU will mit eigenen Zöllen auf US-Produkte reagieren. Damit steigt die Gefahr eines Handelskriegs, denn auch andere Staaten dürften nicht tatenlos zuschauen. Schlimmstenfalls droht ein Zusammenbruch der Welthandelsordnung – mit fatalen Folgen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.”

John Stopford, Investec Asset Management
“Einzelne Maßnahmen von US-Präsident Trump erinnern Anleger daran, dass nicht alle seine Maßnahmen für globales Wachstum und Inflation hilfreich sind. Die Entscheidung, Zölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen, sieht nach einem Schuss vor den Bug aus. Das eigentliche Ziel des Schusses ist zwar China, aber mit größeren negativen Auswirkungen für US-Handelspartner wie Kanada und Brasilien.”

Craig Erlam, Oanda
“Dieser Schritt ist nicht nur schlecht für Stahl- und Aluminiumproduzenten. Protektionistische Maßnahmen wie Zölle sind schlecht für alle, deren Kosten nun steigen, also auch Unternehmen und Verbraucher. Und die Maßnahmen werden wahrscheinlich kein Einzelfall bleiben. Andere Länder werden jetzt Gegenmaßnahmen gegen die USA erwägen.”

NordLB, Research
“Sicherlich droht mit den von anderen Ländern zu erwartenden Antworten auf die Maßnahmen der USA schon eine Art Handelskrieg, der die derzeit sehr gut laufende Weltwirtschaft nachhaltiger belasten könnte. Insofern bleibt zu hoffen, dass es zumindest zu keiner bedrohlichen Eskalation des Streits kommt.”

Seth Carpenter, US-Chefökonom UBS
“Wir sehen sehr geringe gesamtwirtschaftliche Effekte für die USA. Obwohl Stahl und Aluminium häufig als Vorleistungsgüter für die Produktion verwendet werden, sind die Gesamtmengen der Importe im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft gering. Stahl und Aluminium machen zusammen etwa 1,6 Prozent der Einfuhren oder 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Wenn aber andere Länder Vergeltung üben oder wenn wir die Abhängigkeit der US-Wirtschaft von Stahl unterschätzen, könnten die Auswirkungen viel größer sein.”

Andrew Hunter, Analyst Capital Economics
“Der Versuch, 25 Prozent beziehungsweise zehn Prozent Zoll auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben, ist Trumps erster großer Schritt auf dem Weg zur Erfüllung der protektionistischen Agenda, die er im Wahlkampf 2016 gefordert hatte.” (fm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...