13. September 2018, 15:12
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Türkische Zentralbank stellt sich gegen Willen Erdogans

Die türkische Notenbank hat den Leitzins deutlich angehoben, um die Inflation der Lira einzudämmen. Damit stellt sie sich gegen Erdogan, der kurz zuvor gefordert hatte, die Leitzinsen zu senken. Er gibt der Notenbank die Schuld an der Krise.

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Die türkische Notenbank stellt sich gegen Recep Tayyip Erdogan und erhöht die Zinsen, obwohl dieser die Bank schon zuvor gedrängt hat, diese zu senken.

Im Kampf gegen die Lira-Krise hat die türkische Notenbank den Leitzins überraschend stark angehoben und sich damit gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan gestellt.

Die Notenbank erhöhte den Leitzins am Donnerstag von 17,75 auf 24 Prozent. Die türkische Lira legte nach der Entscheidung deutlich zu. Experten hatten zwar mit einer starken Anhebung gerechnet, die Erwartungen der meisten Analysten wurden aber nun übertroffen.

Erdogan drängt auf Zinssenkungen

Erdogan hatte kurz zuvor bei einer Rede auf eine weitere Zinssenkung gedrängt und die Zentralbank kritisiert. Entgegen der gängigen Wirtschaftslehre sieht er Zinserhöhungen nicht als Instrument gegen Inflation, sondern als einen Treiber. Investoren hatten sich um die Unabhängigkeit der türkischen Notenbank gesorgt, die sich aber nun deutlich gegen die Forderung Erdogans stellte.

Die Notenbanker teilten weiter mit, man werde den strafferen geldpolitischen Kurs durchziehen, bis es Verbesserungen bei der Inflation gebe. Falls nötig, würden weitere Zinserhöhungen folgen. Die Teuerung in der Türkei lag zuletzt bei rund 18 Prozent.

Erdogan schiebt Schuld auf Zentralbank

Erdogan betonte vor der Sitzung der Notenbank, diese sei zwar unabhängig. Er warf den Währungshütern aber auch vor, für die hohe Inflation verantwortlich zu sein. An deren Adresse gerichtet sagte er vor Kleinunternehmern in Ankara: “Die Inflation ist das Ergebnis Deines falschen Handelns. Und wer zahlt den Preis dafür? Eben. Das Volk und Ihr Kleinunternehmer.” Zudem forderte er: “Ich sage, lasst uns diese hohe Zinsen senken.”

Seite zwei: Weitere Maßnahmen

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