Gefährden steigende Zinsen die Renditen?

Die Renditen sinken und die Volatilität steigt. Das liegt auch an der Geldpolitik. Steigende Zinsen haben aber nicht nur negative Konsequenzen. Lohnt es sich für Investoren, investiert zu bleiben? Gastbeitrag von Colin Moore, Columbia Threadneedle

Colin Moore ist Global Chief Investment Officer bei Columbia Threadneedle
Colin Moore: „Wir neigen dazu zu glauben, dass heute die geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Probleme ernster denn je sind. Dabei hat es früher schon Ereignisse gegeben, die genauso bedeutsam waren.“

Nach gut zehn Jahren scheinen die Märkte langsam wieder zu Vor-Krisen-Verhältnissen zurückzukehren. Das kann zu Anlagerenditen führen, die deutlich moderater ausfallen als in den Jahren nach der Finanzkrise, als eine außergewöhnlich expansive Geldpolitik die Vermögenspreise befeuert hat.

Bei Aktien hängen die Renditen vom Konjunkturzyklus sowie den Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen ab. Wenn der Zyklus noch ein paar Jahre anhält und die Unternehmensgewinne steigen, dann dürften Aktien leicht positive Realrenditen liefern.

Heutige Probleme sind nicht größer als früher

Voraussichtlich werden weder Anleihen noch Aktien Renditen generieren, die so hoch sind wie in den Jahren seit der Finanzkrise. Die Renditen dürften positiv bleiben, aber volatiler sein. Anleger müssen sich entscheiden, welche Volatilität sie akzeptieren.

Wir neigen dazu zu glauben, dass heute die geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Probleme ernster denn je sind. Dabei hat es früher schon Ereignisse gegeben, die genauso bedeutsam waren.

Zum Beispiel das Ende des Apartheid-Regimes in Südafrika oder den Zerfall der Sowjetunion. Ferner war Europa besorgt, als der Euro geschaffen wurde, während nun der Brexit Sorgen bereitet, und dass auch andere Länder die EU verlassen könnten.

Volatilität ist wichtig

An allen Finanzmärkten herrscht ein gewisses Maß an Volatilität. Es ist ein Abbild der Diskussion über wirtschaftliche und politische Themen sowie die Gewinnentwicklung. Zu wenig Volatilität ist ebenso gefährlich wie zu viel, da es die Marktteilnehmer in falscher Sicherheit wiegt.

Keine Volatilität bedeutet, dass der Markt Risiken nicht oder falsch eingepreist hat. Von unternehmensspezifischen Problemen bis hin zu handelspolitischen Spannungen, beeinflussen so viele Ereignisse die Märkte, dass man Unsicherheit erwartet. Und genau das repräsentiert die Volatilität.

Seite zwei: Schadet die Geldpolitik der Wirtschaft?

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