Kann Amazon Vorbild der Finanzindustrie sein?

Die Finanzindustrie muss sich neu erfinden: Firmen wie Amazon prägen die Erwartung der Kunden durch Nutzerführung und Wahlfreiheit. Die Finanzindustrie muss einen ähnlichen Pfad einschlagen, um stärker auf den individuellen Bedarf eingehen zu können. Ein Kommentar von Sabine Said, Executive Vice President bei Moventum S.C.A..

 

Amazon macht der Finanzindustrie vor, wie es gehen soll.

 

Es ist mit Sicherheit aufwendiger, Finanzprodukte für eine Lebensplanung auszuwählen als Bücher, Schuhe oder Waschmaschinen zu verkaufen – nicht nur wegen der Regulierung und den entsprechenden gesetzlichen Anforderungen.

Sondern vor allem, weil Finanzprodukte Wechselwirkungen haben, ihre Wirkung über lange Zeiträume entfalten und erst dann auch eine wirkliche Bewertung ihrer Qualität möglich ist. Deshalb bedarf es einer Beratung, die tatsächlich auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingeht.

Das müssen jetzt und in Zukunft Berater leisten, die nah am Kunden sind und mit ihrer Expertise die richtigen Module für ihre Kunden zu einer optimalen Planung zusammenstellen. Und zwar so, dass die Ansprüche des Kunden an Qualität übertroffen werden und gleichzeitig seine von Amazon & Co. geprägte Erwartung an das Serviceerlebnis befriedigt wird.

Bislang wurde der Amazon-Weg in der Finanzindustrie vor allem mit einem immer größeren Produktangebot, vielleicht auch mit Rabatten oder Sonderangeboten verglichen. Dabei aber bleibt der Kunde allein und müsste sich selbst das bestmögliche Paket schnüren – eine gerade durch das extrem breite Angebot und die unterschiedlichsten Lebensplanungen zunehmend schwieriger werdende Aufgabe.

Seite 2: Auf die Reaktionszeit kommt es an

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