NordLB-Rettung nimmt Fahrt auf

Wie geht es weiter mit der angeschlagenen NordLB? Niedersachsens Sparkassen zeigen sich zähneknirschend solidarisch und wollen für ihre Rettung eine beträchtliche Summe auf den Tisch legen. Kommt es zur Neuaufstellung des Landesbanken-Sektors in Deutschland?

Zentrale der NordLB in Hannover

Das Rettungsmodell für die Sanierung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) geht in die Endabstimmung. Am Dienstag werden sich die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen als Anteilseigner des Geldhauses bei einer gemeinsamen Sitzung in der Hansestadt Gardelegen über das künftige Geschäftsmodell der Bank abstimmen. Das Treffen auf dem Gut Zichtau gab die Staatskanzlei in Hannover bekannt.

An der 3,5 Milliarden Euro teuren Sanierung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) beteiligen sich Niedersachsens 42 Sparkassen insgesamt mit rund 320 Millionen Euro.

Das teilte der Sparkassenverband Niedersachsen (SVN) als Großaktionär der Bank bei der Vorlage seiner Geschäftsergebnisse in Hannover mit. Die Anteilseigner hätten die Beteiligung am Dienstag einstimmig beschlossen, erklärte Verbandschef Thomas Mang. Keine Sparkasse würde dadurch in „existenzielle Schwierigkeiten“ geraten. Seit 2012 hätten die Sparkassen ihre Beteiligung an der Bank bereits von 1,2 Milliarden Euro auf einen symbolischen Euro abgeschrieben.

Forderung nach Verschlankung der NordLB

Die NordLB müsse deutlich schlanker werden, forderte Mang – er geht von einer Halbierung des Geldinstituts aus. Die heute knapp 6000 Arbeitsplätze wären in Zukunft nicht mehr haltbar. Einige davon würden durch Veräußerung von Unternehmensteilen eh künftig nicht mehr zur NordLB gehören. Als denkbar nannte er dabei etwa die Deutsche Hypothekenbank. In der kommenden Woche soll der Geschäftsplan für die neu aufgestellte Bank der Bankenaufsicht vorgelegt werden. „Wir sind in einem total engen Zeitplan“, sagte Mang. Es könne zudem noch zu kleineren Anpassungen kommen. Denkbar sei dabei auch die Übertragung von Teilfunktionen an andere Landesbanken.

Seite zwei: Wer welche Milliardenbeträge beisteuert

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