12. April 2019, 10:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Invertierte Zinskurve: Warnung oder Fehlalarm?

Die inverse US-Zinskurve beunruhigt Investoren. Sie gilt als Warnung vor der nächsten Rezession. Doch ist die Sorge überhaupt berechtigt? Welche Bedingungen die invertierte Zinskurve zu einem Rezessionsvorboten machen und ob diese erfüllt sind:

Warnung-warndreieck-verkehr-auto-rezessionsindikator-Zinskurve-shutterstock 410488807 in Invertierte Zinskurve: Warnung oder Fehlalarm?

Ob die inverse Zinsstrukturkurve vor der nächsten Rezession warnt, hängt von mehreren Bedingungen ab.

Erstmals seit 2007 invertierte die US-Zinsstrukturkurve bei einem Vergleich der Laufzeiten von drei Monaten und zehn Jahren. Die erschrockene Reaktion der Investoren ist verständlich, denn jeder US-Rezession der letzten Jahrzehnte eine Inversion der Zinskurve vorausgegangen war.

“Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass nicht auf jede Inversion notwendigerweise eine Rezession folgte”, gibt Seema Shah, Global Investment Strategist bei Principal Global Investors, zu bedenken. Ist die inverse Zinskurve ein falscher Positivbefund?

Drei Bedingungen

Shah nennt drei Bedingungen, die eine inverse Zinskurve als Positivbefund erfüllen müsste. Bedingung Nummer eins sei der Faktor Zeit. “Ob es sich um einen echten Rezessionsindikator handelt, kann erst nach mehreren Monaten beurteilt werden”, so Shah.

Zweitens müsse eine Inversion breiter ausfallen. “Bei früheren Rezessionen war vorher eine Inversion der ganzen Zinskurve zu beobachten“, sagt Shah. Bislang umfasse sie nur den Dreijahrespunkt. Dagegen sei die Zinskurve für drei- bis fünfjährige US-Staatsanleihen flach, während die Kurve der fünf- bis dreißigjährigen Anleihen auf das steilste Niveau seit 2017 gestiegen sei.

Drittens müsse die Inversion tiefer sein: “Ein Erbe der quantitativen Lockerung ist, dass die Zentralbanken noch immer enorme Mengen von Staatsanleihen besitzen und so die langfristigen Renditen niedrig halten. Da es auf diese Weise einfacher ist, die Zinskurve zu invertieren, verblasst das Rezessionssignal”, so Shah.

Warum invertierte die Kurve?

Auch wenn diese drei Bedingungen erfüllt wären: In der Vergangenheit habe die Vorlaufzeit zwischen Inversion und Rezession einen langen, wechselhaften Zeitraum umfasst, unter Umständen bis zu drei Jahre.

“Wichtiger als historische Vergleiche ist ein Verständnis dafür, warum die Kurve invertierte”, sagt Shah. Unmittelbarer Auslöser sei die Andeutung der Fed gewesen, den Zinserhöhungszyklus fast abgeschlossen zu haben.

Seite zwei: Warum die Kurve invertierte + Was bedeutet das für Investoren?

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grundfähigkeiten-Tarife im Check

AssekuranZoom veröffentlicht eine zweite Tarifstudie zur Grundfähigkeitenversicherung. Die Studie nimmt erneut die Grundfähigkeitenversicherungstarife führender Maklerversicherer unter die Lupe.

mehr ...

Immobilien

Die neuen Trends der Immobilienbranche

500 Immobilienexperten aus dem In- und Ausland haben bei der Expertenumfrage „Trendbarometer“ der Berlin Hyp ihre Einschätzung zu den Trends der deutschen Immobilienbranche abgegeben.

mehr ...

Investmentfonds

Junge Berufstätige wollen bAV-Automatik

Altersvorsorge ja, darum kümmern, nein danke – so denken junge Leute über den späteren Ruhestand: 57 Prozent der 20- bis 34-Jährigen wünschen sich, dass ihr Arbeitgeber automatisch einen Teil ihres Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) investiert. 16 Prozent der Altersgruppe haben sich noch keine Gedanken über die eigene Altersvorsorge gemacht. Weitere 23 Prozent haben zwar schon einmal darüber nachgedacht, haben aber keinen konkret dokumentierten Plan. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Fidelity International, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Kantar Emnid.

mehr ...

Berater

Comdirect: Keine klare Empfehlung für Aktionäre

Vorstand und Aufsichtsrat der Online-Bank Comdirect können sich mit Blick auf das Übernahmeangebot der Commerzbank nicht zu einer klaren Empfehlung für ihre Aktionäre durchringen. Die von der Commerzbank gebotene Summe von 11,44 Euro je Aktie sei jedenfalls angemessen, teilte die Comdirect am Mittwoch mit. Kurzfristig orientierten Aktionären rät das Institut daher, die Offerte der Mehrheitseignerin aus Frankfurt anzunehmen.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Bestes Platzierungsergebnis der Unternehmensgeschichte”

Der Fonds Nr. 42 des Asset Managers ILG ist vollständig platziert. In elf Wochen wurden demnach rund 42,4 Millionen Euro Eigenkapital von privaten und semiprofessionellen Anlegern für den alternativen Investmentfonds (AIF) eingeworben.

mehr ...

Recht

Blitzer-Urteil: Messungen von privaten Dienstleistern sind rechtswidrig

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass Verkehrsüberwachungen durch private Dienstleister gesetzeswidrig sind und auf einer solchen Grundlage keine Bußgeldbescheide erlassen werden dürfen (Beschluss vom 6.11.2019, Az. 2 Ss-OWi 942/19).

mehr ...