4. Dezember 2019, 07:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum an Gold aktuell kein Anleger vorbeikommt

Der Edelmetallsektor startete schwach in den November und konnte seine Verluste im Monatsverlauf nur teilweise wieder gutmachen. Damit tendiert der Sektor leicht abwärts weiterhin seitwärts. Gold verlor zwischenzeitlich 3,6 Prozent, beendete den Monat dann bei 1.463 US-Dollar pro Feinunze, was einem Minus von 3,3 Prozent entspricht. Silber schloss mit 17,02 USD pro Feinunze und verlor mit 5,8 Prozent etwas mehr.

Gold-Silber in Warum an Gold aktuell kein Anleger vorbeikommt

„Gold bleibt vernachlässigt, weil im Moment die Aktienmärkte sehr viel Anlegerinteresse auf sich ziehen. Aber erst wenn die Marke um 1.380 US-Dollar unterschritten wird, ist der längerfristige Aufwärtstrend in Gefahr. Grundsätzlich führt an Gold angesichts der vielen Unsicherheiten im Finanzsystem kein Weg vorbei“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH.

Den dritten Monat in Folge vergrößerte sich der Preisunterschied zwischen Platin und Palladium. Platin fiel mit -5,8 Prozent wieder unter die 900 USD-Marke und schloss bei 896 USD. Palladium, das zwischenzeitlich erneut ein Allzeithoch erreichte, lag zum Ende mit +1,9 Prozent bei 1.842 USD. „Die Palladium-Hausse wird nach wie vor von einer hohen Industrienachfrage getrieben. Es bleibt aber dabei, dass, je weiter die Preisspanne auseinander geht, desto attraktiver wird es, Palladium durch Platin zu ersetzen“, sagt Siegel.

Die Aktien der Minengesellschaften entwickelten sich im November uneinheitlich. Darüber hinaus sind im Sektor wieder größere Fusionen zu beobachten. Die australische Saracen übernahm für 750 Mio US-Dollar 50 Prozent an der australischen Super Pit von Barrick. Die ebenfalls australische Evolution kaufte für 475 Mio US-Dollar die kanadische Red Lake Mine von Newmont. „Die Übernahme der Detour Gold durch Kirkland Lake lässt die Kanadier dichter an die Marktführer Newmont, Barrick und Agnico Eagle heranrücken“, sagt Siegel. Weitere Übernahmen dürften folgen.

Die Basismetalle mussten teilweise zweistellige Verluste hinnehmen: Blei (-10,3 Prozent). Zink (-9,5 Prozent) und Aluminium (-0,9 Prozent). Allein Kupfer (+1 Prozent) notierte im Plus. Am härtesten wurde Nickel (-17,8 Prozent) getroffen, das damit auf 3-Monatssicht fast ein Viertel an Wert einbüßte. „Konjunkturell lässt sich diese Bewegung nicht erklären. Man sollte aber nicht vergessen, dass Nickel auf Jahressicht immer noch deutlich im Plus liegt“, sagt Siegel.

Brent-Öl erlebte einen unspektakulären Monat. Mit +1,2 Prozent und einem Schlusskurs von 62,43 US-Dollar pro Barrel veränderte sich der Ölpreis kaum. „Interessanterweise bewegt sich der Ölpreis stabil seitwärts. Konjunkturelle Probleme deutet diese Entwicklung nicht an“, sagt Siegel abschließend.

Foto: Shutterstock, Stabilitas

1 Kommentar

  1. Also bei diesen Minenaktien bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sich lohnt, sich ausgiebig damit zu beschäftigen. Das sind schließlich einfach Unternehmen, die sich ganz schnell mal übernehmen und insolvent gehen können. Fluktuation ist bei diesen Aktien dann auch deutlich stärker, als wenn man in Gold an sich investiert. Momentan tendiere ich eher dazu mir Gold physisch zu kaufen. Ich weiß, hier kommen noch Aufschläge auf den Spotpreis hinzu und evtl. Versandkosten, aber bei Betrachtung der Angebote auf z.B. https://www.gold-preisvergleich.de/gold/goldmuenzen/ hält sich das alles selbst bei den kleinen 1oz Münzen in Grenzen. Hier muss ich mir keine Sorgen um mein Depot machen und nicht Börsennachrichten lesen, welche Unternehmen im Minengeschäft gerade am Steigen oder Fallen sind. Gold bleibt Gold, so sehe ich das.
    Aber wer risikofreudiger ist und bei Gold praktisch als Trittbrettfahrer einsteigen möchte, dem kann man den Handel mit den Minenaktien bestimmt guten Gewissens ans Herz legen.

    Kommentar von Armin Helge — 5. Dezember 2019 @ 00:27

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherung gegen Betriebsschließung: “Keine unbedachten Entscheidungen treffen”

Im Rahmen des jüngsten Streits um das Thema Betriebsschließungsversicherungen zwischen Versicherern und Versicherten, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, nehmen Stephan Michaelis und Boris-Jonas Glameyer von der Kanzlei Michaelis aus Hamburg Stellung.

mehr ...

Immobilien

Covid-19: Die Folgen für Bauzinsen, Immobilienkäufe und Anschlussfinanzierungen

Durch die Covid-19-Pandemie stellen sich Fragen, die sich noch vor wenigen Monaten niemand hätte vorstellen können. Sichere Antworten und vor allem langfristige Prognosen sind derzeit kaum möglich. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender von Dr. Klein, ordnet die neuesten Entwicklungen ein und beantwortet Fragen zur aktuellen Situation.

mehr ...

Investmentfonds

Japanische Aktien trotzen der Corona-Krise

Der japanische Aktienmarkt zeigt sich trotz Coronakrise erstaunlich robust. Dan Carter und Mitesh Patel, Fondsmanager für japanische Aktien bei Jupiter Asset Management, mt ihren Einschätzungen.

mehr ...

Berater

Zahlungsnot durch Corona: So sparen Versicherte jetzt Kosten

Die Corona-Krise versetzt viele Menschen in Zahlungsprobleme. Einige Versicherer reagieren mit Kulanzregeln und Sonderlösungen. Die besten Tipps: So sparen Versicherte jetzt Kosten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsches Solar-Unternehmen Hep kauft US-Projektentwickler

Der Entwickler von Solarparks und Fondsanbieter Hep aus Güglingen kauft den US-amerikanischen Projektentwickler Peak Clean Ernergie mit einer Projektpipeline von mehr als 4.000 Megawatt – inklusive 400 Megawatt Projekte nahe Baureife. Zugriff darauf hat zunächst ein aktueller Hep-Spezialfonds.

mehr ...

Recht

Sozialverband VdK fordert kurzzeitige Vermögensabgabe

Die Bundesregierung hat ein erstes Hilfspaket verabschiedet. Es soll die Folgen der Corona-Krise für die Bevölkerung, den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft auffangen. Nach Einschätzung des Sozialverbands VdK wird es nicht ohne weitere Hilfen gehen. Vor allem Beschäftigte, Familien und Menschen mit Behinderung brauchen mehr Unterstützung.

mehr ...