28. Februar 2020, 10:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Aktieninteresse 2019 gesunken

Die Zahl der Aktienbesitzer sank 2019 im Vergleich zum Vorjahr um rund 660.000 Menschen, wie das Deutsche Aktieninstitut in seinen heute veröffentlichten Aktionärszahlen feststellt. Für die deutsche Aktienkultur stellt das Jahr 2019 damit einen Rückschlag dar.

Bo Rse in Aktieninteresse 2019 gesunken

Börsensaal Frankfurt: 2019 war trotz guter Börsen kein gutes Jahr für den Ausbau des Aktienbesitzes in Deutschland.

2019 gab es in Deutschland 9,7 Millionen Aktienbesitzer. Das heißt knapp jeder Siebte beziehungsweise 15,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger über 14 Jahren war in Aktien oder Aktienfonds investiert.

„Obwohl sich der Aktienmarkt letztes Jahr sehr positiv entwickelt hat, sank die Zahl der Aktienbesitzer 2019 nach zwei Jahren positiver Entwicklung erstmalig wieder. Auch wenn dies für die deutsche Aktienkultur einen Rückschlag bedeutet, stimmt der langfristige Trend dennoch positiv“, resümiert Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Im Vergleich zu 2010 sparen heute rund 1,3 Millionen Menschen mehr in Aktien oder Aktienfonds. Das letzte Jahrzehnt war unterm Strich ein erfolgreiches Jahrzehnt für die Aktie“, betont sie.

 Mögliche Gründe für den Rückgang und Forderung an die Politik

Die Kursverluste 2018 und pessimistische Konjunkturausblicke können Anleger nervös gemacht und dazu geführt haben, sodass sie sich von Aktien getrennt haben. Auch die Signale, die die Politik mit Blick auf die Aktienanlage sendet, sind kontraproduktiv. So droht die diskutierte Finanztransaktionssteuer auf Aktien, potenzielle Aktionäre und Fondsparer abzuschrecken.

„Die Politik muss das Umfeld für Aktien und Aktienfonds dringend verbessern. Sie sollte das langfristige Engagement der Menschen in Aktien fördern, statt diesem durch eine diskriminierende Steuerpolitik Steine in den Weg zu legen“, kritisiert Bortenlänger. „Gerade angesichts des sinkenden Rentenniveaus sollten wir die attraktiven Renditen von Aktien in der Altersvorsorge dringend stärker nutzen“, ergänzt sie. 

„Eine breit gestreute, langfristige Aktienanlage erwirtschaftet durchschnittlich jährliche Renditen von sechs bis neun Prozent, wie unsere DAX-Rendite-Dreiecke zeigen. Für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind Aktien deshalb prädestiniert. Das sollte für die Politik Grund genug sein, sich in allen Regionen Deutschlands beherzt für Aktien einzusetzen“, fordert Bortenlänger. 

Bildschirmfoto-2020-02-28-um-10 21 32 in Aktieninteresse 2019 gesunken

Ost-West-Unterschiede weiterhin spürbar 

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls 2019 gibt es in der aktuellen Ausgabe der Aktionärszahlen einen ausführlichen Ost-West-Vergleich. Die Aktienkultur in beiden Landesteilen unterscheidet sich dabei nach wie vor deutlich. Während in Westdeutschland jeder Sechste Aktien oder Fonds besitzt, ist es im Osten des Landes nur knapp jeder Zehnte. 

Die Vorlieben für die Art und Weise, wie in Aktien angelegt wird, sind in Ost und West unterschiedlich ausgeprägt: Mit 45 Prozent hat knapp die Hälfte der Aktiensparer im Westen mindestens eine Aktie im Depot, das sind 3,7 Millionen Menschen. In Ostdeutschland sind direkte Beteiligungen an Unternehmen weniger verbreitet. Dort gibt es nur 423.000 Aktionäre, die direkt Anteile an Unternehmen halten. Das sind nur ein Drittel aller ostdeutschen Aktienbesitzer. Das Sparen in Aktien über die Fondsanlage wird im Osten eindeutig bevorzugt. 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Versicherer kommen Kunden in der Krise entgegen

Gegen eine Pandemie sind nur sehr wenige Unternehmen versichert. Privatbürger haben zwar ihre Krankenversicherung, aber keinen Schutz gegen Einkommensverluste. In dieser Lage wollen führende Unternehmen der Branche großzügig sein.

mehr ...

Immobilien

DIC Asset senkt wegen Corona-Krise Gewinnprognose – Dividende bleibt

03Die Immobiliengesellschaft Dic Asset rechnet im laufenden Jahr wegen der Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung im Vergleich zu 2019. Die branchenübliche Kennziffer FFO (Funds from Operations) werde 2020 zwischen 94 und 96 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Freitagabend in Frankfurt mit. Bisher hatte DIC Asset mit 104 bis 106 Millionen Euro gerechnet. Im Vorjahr waren hier 95,0 Millionen Euro erzielt worden.

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt. Ein Beitrag von Professor Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, und Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft.

mehr ...

Berater

DIN-Norm 77230: Prüfungen jetzt online möglich

Wegen der Coronakrise bietet das Defino Institut für Finanznorm Prüfungen für die Zertifizierung zum “Spezialisten für die private Finanzanalyse – DIN 77230” ab sofort auch im Online-Verfahren an.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT schließt institutionellen US-Fonds und investiert erneut in Boston

Die BVT Unternehmensgruppe, München, hat über ihre Kapitalverwaltungsgesellschaft Derigo für den von ihr verwalteten geschlossenen Spezialfonds BVT Residential USA 12 die dritte Investition vorgenommen. Ein Nachfolge-Spezialfonds ist geplant.

mehr ...

Recht

Homeoffice: Der richtige Versicherungsschutz für Laptop und Co.   

Um in der Heimarbeit effektiv und produktiv arbeiten zu können, bedarf es der richtigen Grundausstattung. Hier stehen Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern alle notwendigen Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Welcher Mitarbeiter benötigt neben Laptop oder PC noch ein Headset oder gar einen Multifunktionsdrucker? Welche Software wird benötigt, um einen reibungslosen Kommunikationsfluss zu schaffen? Ein Überprüfen der bisherigen Arbeitsprozesse schafft hierbei Klarheit über die bereits vorhandenen Grundvoraussetzungen sowie fehlendes Equipment.

mehr ...